Giesen - Die Gemeinde Giesen will in den kommenden Jahren 14 öffentliche Ladestationen aufstellen. Den Anfang macht der Kernort – dort ist eine Stromtankstelle am Rathaus geplant. Ab 2023 sollen Autofahrer dort Strom abzapfen können.
3611 registrierte Ladesäulen, die öffentlich gemeldet sind, gibt es nach jüngsten Angaben der Bundesnetzagentur bislang in Niedersachsen, in Zukunft sollen es etwa 100 000 werden. Beabsichtigt wird, bis 2030 eine Million Ladestationen bundesweit einzurichten. So will die Bundesregierung die Elektromobilität vorantreiben, auch das Land möchte die Entwicklung forcieren – um gleichzeitig so auch den Klimaschutz voranzubringen. Die Gemeinde Giesen ist Vorreiter im Landkreis und hat sich in Zusammenarbeit mit dem Land als Modellregion hervorgetan. Auch der Landkreis hat ähnliche Pläne. Ziel ist, in Abstimmung mit den Kommunen ein Netz voller Ladestationen in der Region zu knüpfen.
Im Schulterschluss mit Politik
In Giesen treibt die Gemeinde im Schulterschluss mit der Politik das Thema voran. Am Donnerstagabend hat auch ein Fachausschuss einmütig für das Vorhaben votiert. „Wir wollen erreichen, dass öffentliche Ladesäulen in allen Orten bereitstehen“, so Bürgermeister Frank Jürges auf HAZ-Nachfrage. Mit welchem Energieversorger das Projekt umgesetzt wird, ist noch offen. Die Auswahl der Standorte hängt davon ab, ob diese etwa durch Publikumsverkehr häufig angesteuert werden.
Vorgesehen sind Stromtankstellen an diesen Standorten: Parkplatz St. Maria, Kirchstraße, Zufahrt zum Gewerbegebiet Ahrbergen (Siemensstraße), Parkplatz Birkenstraße, Dorfplatz Krugstraße, Beethovenstraße/Mozartstraße (alle Ahrbergen), P&R-Parkplatz am Bahnhof, an der Sporthalle/ Grundschule Emmerke (Max-Seeboth-Straße), dem dortigen Gemeindezentrum, Rathaus der Gemeinde Giesen, Anwohnerparkplatz Meerweg, Waldstadion Giesen, Neubaugebiet Bühfeld (Groß Förste; Burgstraße), am Dorfgemeinschaftshaus Hasede, Dechant-Bluel-Straße, und am Sportplatz Hasede, Lendertberg.
Falls sich kein Fördertopf findet, wird die Gemeinde für die Installation der Ladesäulen mehr als 280 000 Euro investieren. Zudem stemmt sie die Betriebskosten in Höhe von 19 000 Euro. Der Giesener Gemeinderat hat über die Pläne am 11. Oktober das letzte Wort.
Fotovoltaik für Klärwerk
In Sachen Klimaschutz will die Gemeinde Fotovoltaiktechnik nutzen. Geplant ist, das Klärwerk entsprechend auszurüsten. Die Pläne beziehen sich auf eine Fläche von rund 4100 Quadratmetern. Die Verwaltung will die Anlage 2024 in Betrieb zu nehmen. Die Kläranlage im Görbleeksweg benötigt laut Gemeinde mehr als ein Drittel des gesamten Jahresstromverbrauchs mit etwa 400 000 Kilowattstunden. Die Kosten belaufen sich bislang auf 80 000 Euro im Jahr.
