Kolumne: Echt jetzt!

25 Grad im herbstlichen Hildesheim: Deshalb tragen viele Leute trotzdem längst Wollpulli

Hildesheim - Die gefühlte Gradzahl hängt auch am Monat – oder weshalb fühlen sich 25 Grad im April so viel wärmer an als im September? Ein Erklärungsversuch.

Wetter-Apps und ihre Vorhersagen sind mit Vorsicht zu genießen, so viel steht ohnehin fest. Foto: HAZ

Hildesheim - Der September ist ein bisschen wie der April. So richtig weiß man morgens nie, was man tagsüber kriegt. Wetter-Apps und andere Vorhersagen versprechen zwar diese oder jene Temperatur. Die gefühlte Gradzahl allerdings hängt auch am Monat.

Endlich Sonne, endlich kurz

Frühling im April kann sich bereits anfühlen wie Hochsommer, bei 25 Grad kommen die Ersten in kurzen Hosen zur Arbeit. Interessant: Sie frieren nicht. Denn der Körper lechzt nach unendlich langen Wintern nach Sonne und Wärme. Deshalb schüttet er vermutlich so viele Glückshormone aus, wenn diese Bedingungen dann endlich eintreten. Im September allerdings schaltet der Organismus ganz automatisch in den herbstlichen Ruhemodus. Da gibt es zwar auch noch mal 25 Grad – so wie am Dienstag dieser Woche –, aber gefühlt sind es höchstens 18. Ja klar, in der prallen Sonne kommen wir ins Schwitzen, auch im September. Aber schon der kleinste Schatten lässt uns frieren. Sonnenverwöhnt vom Sommer strömen die Endorphine eben nicht mehr ganz so zügig wie im Frühjahr.

Wollpulli bei 25 Grad

Im Büro sah man am Dienstag übrigens alle Varianten: Manche griffen – ein verzweifelt letztes Mal in diesem Jahr? – zur kurzen Ausstattung, andere trugen und tragen ohnehin längst Wollpulli, Vorhersage hin oder her. Es geht letztlich um Gefühle, wie fast immer im Leben.

  • Hildesheim
  • Hildesheim
  • ArticleImport