Ausbreitung des Coronavirus

Nach Ausbruch am Gymnasium: Insgesamt 36 Delta-Fälle im Kreis Hildesheim

Hildesheim - Nach dem Corona-Ausbruch in Himmelsthür haben sich insgesamt 36 Menschen mit der Delta-Variante infiziert. Abseits davon trat sie aber bisher nicht auf. Die Gesamtzahl der Infektionen sinkt massiv, an der Schule kehrt Normalität ein.

Die verschärfte Maskenpflicht am Gymnasium Himmelsthür ist wieder aufgehoben. Foto: Werner Kaiser (Archiv)

Hildesheim - Bei inzwischen 36 Corona-Fällen im Landkreis Hildesheim wurde im Labor die Delta-Variante des Virus nachgewiesen. Das ist mehr als ein Drittel aller Neuinfektionen der vergangenen zweieinhalb Wochen. Viele Betroffene sind aber bereits wieder aus der Quarantäne entlassen worden.

Das Gesundheitsamt des Landkreises betont: Nach bisherigen Erkenntnissen hängen alle hiesigen Delta-Fälle mit dem Ausbruch am Gymnasium Himmelsthür Anfang des Monats zusammen. Darüber hinaus habe sich die erstmals in Indien auftretende, deutlich ansteckendere Corona-Variante nicht verbreitet.

Ausbruch gestoppt

Inzwischen sind fast alle infizierten Schülerinnen und Schüler wieder im Unterricht, am Gymnasium Himmelsthür kehrt Normalität ein. Vom heutigen Freitag an gelten die verschärften Hygieneregeln, die das Gesundheitsamt nach dem Ausbruch verfügt hatte – Maskenpflicht überall in der Schule und auf dem Gelände sowie längere Lüftungszeiten – nicht mehr.



Insgesamt 15 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Himmelsthür hatten sich in der ersten Juniwoche mit dem Coronavirus infiziert, davon allein 13 aus einer Klasse und zudem zwei Geschwisterkinder Betroffener. Der Landkreis geht davon aus, dass ein Schüler alle anderen angesteckt hatte. Der Ausbruch war durch die regelmäßigen Schnelltests der Schülerinnen und Schüler offenbar geworden. In der Folge wurden ganze Klassenverbände und mehrere Lehrkräfte in Quarantäne geschickt.

Keine weiteren Delta-Fälle

In der Schule verbreitete sich das Virus danach nicht weiter, alle Schnelltests der vergangenen zwei Wochen – die Schülerinnen und Schüler unterziehen sich wie an allen Schulen zweimal pro Woche Selbsttests – fielen negativ aus, wie Schulleiter Andreas Kruse am Donnerstag auf HAZ-Nachfrage berichtete.



Doch in den Familien der Betroffenen ließ sich die Weitergabe des Virus offenbar nicht vermeiden. So kam es zu insgesamt 36 Delta-Fällen. „Wir haben es aber mit einem klar abgegrenzten Hotspot zu tun, der durch die getroffenen Maßnahmen eingegrenzt werden konnte“, betont Landkreis-Sprecherin Birgit Wilken. „Die Infektionsketten wurden erfolgreich unterbrochen und es kam zu keinem diffusen Eintrag der Delta-Variante in den Landkreis.“ Weitere Delta-Fälle seien im Kreisgebiet derzeit auch nicht nachgewiesen.

Anteil steigt, absolute Zahl fällt

Bundesweit ist der Anteil der Delta-Fälle an allen Corona-Infektionen in den vergangenen Wochen schnell angestiegen und lag Mitte des Monats bereits bei 15 Prozent. Allerdings ist die absolute Zahl der neuen Corona-Fälle im gleichen Zeitraum massiv gesunken.

Diese Entwicklung zeigt sich auch im Landkreis Hildesheim: In der ersten Juniwoche gab es 58 neue Corona-Fälle, in der zweiten – nicht zuletzt durch den Himmelsthür-Ausbruch – sogar 65. Doch in der dritten Juniwoche zählte das Gesundheitsamt nur noch zehn Neuinfektionen, in der laufenden Woche bislang neun – wobei es am Donnerstag und Freitag keine einzige gab. Zahlen, die den steigenden Anteil der Delta-Variante fürs Erste deutlich relativieren.

Rekordtief bei Infektiösen

Fachleute sprechen inzwischen von einem Wettlauf zwischen der Impfkampagne und der Delta-Variante, gegen die Geimpfte erst nach der zweiten Dosis erheblich geschützt sind, während frühere Mutanten schon bei einer einmaligen Impfung kaum noch zum Zuge kamen.

Derzeit gelten im Landkreis Hildesheim noch 29 Corona-Infizierte offiziell als ansteckend, das ist der niedrigste Wert seit Ende September vergangenen Jahres. Wie viele von ihnen von der Delta-Variante betroffen sind, konnte die Kreisverwaltung am Donnerstag nicht sagen.

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