Hochwasser

5000 Sandsäcke als Reserve: In Sarstedt startet der Rückbau der Schutzwälle

Sarstedt - Die Hochwasserlage entspannt sich und die Aufräumarbeiten beginnen – und dort können Privatpersonen ihre gefüllten Sandsäcke abgegeben und will die Stadt dauerhaft welche lagern, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Das Hochwasserschutzsystem Aquariwa wird abgebaut, wenn das Wasser in den Tonnen nicht mehr gefroren ist. Generell wird weiter davor gewarnt, überflutete und vereiste Flächen zu betreten. Es herrscht Lebensgefahr. Foto: Viktoria Hübner

Sarstedt - Die Stände von Innerste und Leine fallen weiter, die Hochwasserlage entspannt sich – und in Sarstedt beginnen allmählich die Aufräumarbeiten. Bürgerinnen und Bürger können ab sofort ihre gefüllten Sandsäcke am Teinkamp (im Wendehammer in Höhe der Firma Partyrent) wieder abgeben. Nach der Frostperiode soll auch das mobile Hochwassersystem Aquariwa zurückgebaut werden. „Wenn das Wasser in den Tonnen nicht mehr gefroren ist“, sagt Stadtbrandmeister Jens Klug. 350 Meter, davon mehr als 200 Meter aus dem städtischen Bestand und 150 Meter aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg, stehen derzeit noch als Wall gegen die Fluten an Schützen- und Wiesenstraße nahe dem Überlaufbecken Dickebast und im Brickelweg. Aquariwa ersparte den Helferinnen und Helfern umgerechnet das Befüllen von 14.800 Sandsäcken.

„Bis das Wasser abgelaufen ist, wird es noch einige Zeit dauern“

Doch auch wenn sich die Situation normalisiert, mahnen Feuerwehr wie Verwaltung weiterhin zur Vorsicht und erhöhter Aufmerksamkeit. „Die Felder sind stark gesättigt. Bis das Wasser abgelaufen ist, wird es noch einige Zeit dauern“, sagt Klug. Aktuell geht er davon aus, dass dieser Zustand noch die nächsten drei Wochen anhalten wird. Sein Appell: Hochwassergebiete und überflutete Gebiete sollten weitläufig gemieden werden – auch wenn sie durch die Minusgrade an manchen Stellen zugefroren seien und der Gang darauf verlockend erscheint – es herrscht Lebensgefahr. Eltern werden daher eindringlich gebeten, ihre Kinder über die Gefahren aufzuklären.

Insbesondere Aktionen von Kanufahrern, die am ersten Weihnachtstag meinten, eine Runde im Hochwassergebiet von Ruthe und Schliekum paddeln zu müssen, bezeichnet Klug als „unverantwortlich“. Auch der Fall eines Mannes, der mit Neoprenanzug und Badekappe in Hannover schwimmen ging und ein Großaufgebot mit bis zu 100 Kräften verursachte, löst bei ihm nur Kopfschütteln aus. Diese Menschen riskierten nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das der Einsatzkräfte, so Klug.

Fernhalten von den städtischen Parkanlagen

Auch von den städtischen Parkanlagen wie Boksbergwäldchen, Teinkamp und Bürgerpark sollten sich Spaziergänger und -gängerinnen weiterhin fernhalten. Denn aufgrund der stark durchnässten Böden können Bäume umfallen.

Um künftig noch schneller auf Hochwasser und Starkregen reagieren zu können, sollen circa 5000 Sandsäcke als Reserve eingelagert werden, berichtet Klug. Als Lagerplatz werde dazu das Areal unter der Schnellbahntrasse zwischen Heisede und Ruthe genutzt. Die Deutsche Bahn habe dazu bereits ihr Einverständnis signalisiert, so der Stadtbrandmeister.

575 Tonnen Sand wurden in Säcke geschaufelt

575 Tonnen Sand schaufelten Helferinnen und Helfer seit Anbeginn dieses Hochwassers in Jutesäcke. Allein 15.000 Säcke kamen im Stadtgebiet von Sarstedt zum Einsatz, circa 10.000 wurden mithilfe der vom Landkreis bereitgestellten Füllmaschine für die Nachbargemeinde Giesen mit gefüllt. Rund 1000 Einsatzkräfte halfen an den verschiedensten Stellen mit, darunter Feuerwehren aus Sarstedt, dem Kreis Hildesheim und dem Landkreis Hameln-Pyrmont, das THW aus dem gesamten Bundesgebiet von Bremen bis Thüringen, das DLRG aus den Ortsgruppen Sarstedt und Harsum, der DRK-Kreisverband Hildesheim-Marienburg und der Ortsverband Sarstedt, der ASB, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Verwaltung und Bauhof, mehrere Landwirte und Unternehmer.

Bis in Sarstedt nichts mehr an das Hochwasser erinnert, wird es noch ein wenig dauern. Zum einen habe beim Bauhof derzeit der Winterdienst Vorrang, zum anderen seien neben dem Aquariwa auch Sandsäcke noch gefroren, erklärt Klug.

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