Kreis Hildesheim - Seit 2007 gibt es die Thega in Hildesheim. Mittlerweile ist das Kino das einzige in der Stadt. Früher waren es aber mal mehr. Die HAZ listet auf, welche Kinos mit Geschichte damals in Hildesheim zu finden waren. In den 1950er Jahren gab es sogar zehn Kinos in der Stadt.
Die Schauburg
Paul-Gerhard Strunk war damals Pächter der Schauburg in der Pepperworth, des Capitols in der Almsstraße und des Rex am Bahnhofsplatz. Das Ehepaar Strunk verkaufte ihre Kinos Schauburg, Capitol und Rex 1981 an die Filmtheaterbetriebsgesellschaft, kurz „FTB“, von Stephan Rißmann und Karl-Heinz Brinkmann.
Im März 1981 eröffnete Brinkmann die Schauburg in der Pepperworth als „Servicekino“ – mit Tischen, Raucherlaubnis, 1000 Plätzen. Dass es ausgerechnet ein Freitag, der 13., war, störte ihn nicht. Am 31. Oktober 2007 lief hier der letzte Film.
Schauburg, Capitol und Rex sind Geschichte. Aber die GmbH betreibt in Hildesheim heute noch das Kino Thega. Und dessen Geschäfte führt immer noch Brinkmann.
Kinderkino Sternschnuppe
In Kooperation mit der Volkshochschule (Massimo Bernardoni) wurde das "Kellerkino" geboren, mit der Pädagogischen Hochschule (Prof. Helmut Kommer) das Kinderkino "Sternschnuppe" entwickelt. Das Kinderkino Sternschnuppe, mit wechselnden Spielstätten, war auch mobil unterwegs, existierte 16 Jahre auch als Festivalveranstalter.
Kino Lichtspiele in Gronau
Die „Gronauer Lichtspiele", ein Kino mit dem Flair der 50er Jahre, gibt es seit 1919. Seit dem 1. April 2001 wird das Kino in Eigenregie von einem Verein betrieben – nicht nur mit Filmen, sondern auch mit Beiprogramm.
Roxy und Capitol in der Almsstraße
Die 1911 gegründeten Bernward-Lichtspiele in der Bernwardstraße 6 wurden 1939 umgebaut und als Capitol wiedereröffnet. Nach der Zerstörung der Stadt folgte im Juni 1957 ein neuer Anlauf in der Almsstraße. Nur zwei Häuser weiter zeigte das Roxy sein Filmprogramm. Auf dem Höhepunkt des Kino-Booms der 1950er-Jahre existierten in Hildesheim insgesamt zehn Lichtspielhäuser mit zusammen 5831 Sitzplätzen.
Das Roxy wurde 1978 geschlossen, das Capitol im gleichen Jahr der hohen Miete wegen zunächst verkleinert, dann Ende der 1980er-Jahre ganz aufgegeben. Paul-Gerhard Strunk war bis 1981 Pächter der Schauburg in der Pepperworth, des Capitols in der Almstraße und des Rex am Bahnhofsplatz.
Rex und Cinema
Das Rex mit seinen kaum mehr als 100 Plätzen im Kellersaal am Bahnhofsplatz machte zunächst mit einem sehr speziellen Programm Karriere: Als Erotikkino zog es zwar vorwiegend männliches Publikum an. Doch Videokassetten, später auch DVDs, übernahmen den Markt des gern auch als Heimatfilm umschriebenen Genres. Inhaber Karl-Heinz Brinkmann zog die Konsequenzen und gab dem Rex eine neue Rolle.
Nach einer gründlichen Renovierung und dem Einbau neuer Film- und Tontechnik eröffnete das Kino Anfang der 90er-Jahre unter dem Namen Cinema als Filmkunstkino, das vor allem selten gespielten, anspruchsvollen Filmen eine Leinwand bot. Mehr als 30 Jahre lang flimmerten hier Abend für Abend Filme über die Leinwand. Doch zum Schluss nutzten nur noch wenige Besucher die 106 Plätze. Die Räume des Cinema - 20 Quadratmeter im Erdgeschoss, 80 im Keller - übernahm schließlich 2008 das angrenzende Screening-Zentrum von Frauenarzt Dr. Norbert Uleer als Erweiterungsfläche.
Die Camera am Hindenburgplatz
1972 übernahm Herbert Bölling die Camera am Hindenburgplatz und führte sie zehn Jahre mit einem bunten Unterhaltungsprogramm, ehe sie einem Hotelneubau weichen mußte. Der Göttinger Kinobetreiber Kurt Krause war 1982 mittlerweile Inhaber und musste seine Häuser City und Camera schließen.
Kino in Algermissen
Seit Anfang der 1950er Jahre gab es in einer Seitengasse der Marktstraße in Algermissen, der Göbbels-Passage, ein modernes Kino mit 300 Plätzen, darunter Logen in den beiden erhöhten hinteren Reihen. Zwei Film-Vorstellungen gab es am Samstag und sogar drei am Sonntag, sie zogen die Massen an. Die Kinder drückten sich nebenan am Schaufenster eines Cafés ihre Nasen platt, weil dort sonntags stets die schönste Torte ausgestellt war.



