Hildesheim - Da sach nochmal einer, die Menschen wären nicht mehr nett zueinander. Viele klagen ja darüber, dass der Ton ständig rauer wird, dass alle nur noch meckern und sich anschnauzen, besonders im Internet. Unsinn, sage ich Ihnen! Gerade online sind wir sogar weitaus höflicher, als gut für uns wäre. Es ist nämlich so: Die Mehrheit derer, die KI nutzt, indem sie einem Chatbot wie ChatGPT allerlei Fragen stellt, bedankt sich hinterher für die Antworten. Wenn unter einer Auskunft zum Beispiel steht: „Ich hoffe, die Antwort war hilfreich“, dann schreiben mehr als 70 Prozent der KI was Liebes zurück, ungefähr so: „Ohja, das war sie auf jeden Fall, supercool, danke! Auch dafür, dass es so schnell ging. Liebe Grüße!“
Forscher haben jetzt mal ausgerechnet, wie viel Strom derlei Höflichkeiten verbrauchen. Ihr Fazit: So viel wie 2500 Durchschnittshaushalte im Jahr. Täglich werden nämlich etwa 2,5 Milliarden Anfragen an Chatbots geschrieben, im Jahr rund 900 Milliarden. Wenn sich also 70 Prozent der Nutzer bei KI bedanken und das rund vier Prozent der Länge eines gesamten Dialogs ausmacht, kommt man auf diesen Wert, so die Forscher. Und sie sagen: Wir – also Sie und ich – müssen reagieren.
Sie würden einer KI ja auch kein Mittagessen kochen
Wir müssen lernen, uns kürzer zu fassen, sachlicher zu werden, alles Überflüssige wegzulassen. ChatGPT niemals loben! Klar ist es schwierig, eine KI einfach so stehenzulassen, nachdem sie einem mit ihrer Expertise und Auskunftsfreude vielleicht gerade den Po gerettet hat. Tun Sie es trotzdem! Seien Sie unerbittlich! Denken Sie immer dran: Würde die Technik von ChatGPT bei Ihnen zuhause im Wohnzimmer stehen, würden Sie ja auch keine zweite Portion Mittagessen kochen, um ihr etwas davon abzugeben. Und so ist es mit dem Bedanken auch: Braucht die nicht. Sollten Sie es trotzdem nicht übers Herz bringen, gibt es nur eine Lösung: Fragen Sie ChatGPT einfach selbst, was ihm ein Danke bedeutet. Und wenn es dann fragt, ob die Antwort hilfreich war, sagen Sie freundlich, aber bestimmt allerhöchstens: „Jo.“ Das spart Strom. Und ist immer noch lieb genug.
