Hildesheim - Ihm bleibt wenigstens noch der Außer-Haus-Verkauf: Wenn das Dionysos, das griechische Restaurant an der Ecke Wollenweber Straße/Goschenstraße, ab Montag wie alle Gastronomiebetriebe geschlossen bleiben muss, kann Inhaber Georgios Papakonstantinoy seine Souflaki, Salate und Bifteki immerhin noch zum Abholen anbieten. So, wie er es auch schon im Frühjahr während des ersten Lockdowns gemacht hat.
Doch mehr als eine Notlösung ist es für ihn nicht: „Beim letzten Mal lief es anfangs noch ganz gut. Aber dann haben immer mehr Läden und Restaurants einen Außer-Haus-Service angeboten, und da hat es sich dann kaum noch gelohnt.“ Aber was bleibt ihm übrig, sagt Papakonstantinoy, der von der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki stammt.
Ein letztes Mal essen gehen, bevor es unmöglich wird
Verständnis für den Lockdown hat er zwar nicht, aber schimpfen will er auch nicht. „Was nützt es? Ich habe alles gemacht, alles eingehalten, jeden Abstand, jede Hygienevorschrift“, sagt er und geht durch sein Restaurant, in dem derzeit nur die Hälfte der Tische besetzt werden darf. Fürs Wochenende haben die Leute noch einmal Plätze reserviert – das letzte Mal essen gehen, bevor es auf unabsehbare Zeit nicht mehr möglich ist.
Relativ entspannt geht auch Mary Mehnert vom Café Übersee in die Schließungszeit, wie sie sagt: „Die Umsätze sind ohnehin so stark zurückgegangen, dass sich das Geschäft derzeit wenig lohnt.“ Ihre Beobachtung ist vor allem eine Zurückhaltung der Gäste, die aus Vorsicht, mitunter auch aus Angst resultiert. „Und das ist ja auch nicht verwunderlich bei den derzeitigen Infektionszahlen“, sagt sie. „Solange man draußen sitzen konnte, ging es noch. Aber schon mit dem Drinnensitzen hatten viele zuletzt ein Problem.“
Niemand hat schuld, dass es ist, wie es ist
Da sei es ihr lieber, es wird eine klare Entscheidung getroffen, um die Zahlen wieder einzudämmen und das Virus endlich unter Kontrolle zu bekommen. „Wir werden uns natürlich um staatliche Unterstützung bemühen, und wenn die tatsächlich bei 75 Prozent der Vorjahres-Novemberumsätze liegt, dann können wir uns nicht beschweren.“
Aber beschweren will sich Mehnert so oder so nicht. Die Schuldzuweisungen und die blinde Aggression, die sie im Zusammenhang mit Corona in den sozialen Medien oder auch mal auf der Terrasse des Übersee erlebt, findet sie erschreckend. „Das ist das Letzte, was wir derzeit brauchen. Wir sollten lieber sehen, dass wir so gut wie möglich durch diese Zeit kommen. Alle.“
Gans und Grünkohl zum Mitnehmen
Markus Heidelberg, der das gleichnamige Café am Neustädter Markt führt und ebenso das gegenüberliegende Markt 45, klingt pragmatisch, als er sagt: „Durch die letzten Auflagen und die Beschränkung auf Treffen von Personen aus zwei Haushalten hätte ich ja jetzt ohnehin nicht viel machen können – nicht einmal Weihnachtsfeiern im kleineren Rahmen. Also wenn wir jetzt schließen müssen, dann ist das eben so.“
Herbstliches und weihnachtliches Essen bietet er seinen Gästen zum Mitnehmen an: Gans etwa und Grünkohl. „Aber auch den regulären Mittagstisch und die Abendkarte. „Wenn dieser Zustand dann wirklich auf einen Monat begrenzt ist, was wir sehr hoffen, dann haben wir erst einmal kein Problem.“
