Hildesheim - Den Trailer gibt es schon, nun startet in wenigen Tagen die komplette Amazon-Prime-Serie: „Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“. Nicht nur sehr viele Fans warten auf die Streaming-Folgen. Besonders neugierig ist eine 21-jährige Studentin aus der Gemeinde Harsum im Landkreis Hildesheim. Und das, obwohl sie schon wesentlich mehr von der Bestseller-Verfilmung nach Mona Kastens preisgekröntem Roman „Save me“ kennen dürfte als jede andere. Vivian Vogel ist nämlich bei den Dreharbeiten selbst dabeigewesen. „Ich wurde tatsächlich als Komparsin ausgewählt – gleich bei meiner allerersten Bewerbung.“
Zeit in den Semesterferien
Das hatte wohl ein wenig mit Glück zu tun, aber vor allem, weil die junge Frau in ihren Semesterferien viel Zeit mitbringen konnte. „Wichtig, damit die Film-Crew alles gut planen kann.“ Denn für die sechs, von UFA Fiction produzierten Staffeln wurden jede Menge Mitwirkende gebraucht, die sich auch nach dem HAZ-Aufruf vorab bei der Produktionsfirma gemeldet hatten. Die Serie wurde im September 2022 größtenteils auf Schloss Marienburg bei Hildesheim gedreht. Insgesamt 14 Tage ist die Hildesheimerin am Set gewesen, wofür viele ihrer Freundinnen sie wohl schwer beneidet haben dürften. Wann kommt man seinem Lieblingsbuch schon mal so nahe. „Eine eindrucksvolle, aber auch sehr anstrengende Zeit“, sagt die 21-Jährige. Gedreht wurde bereits morgens von 7 Uhr an. Dann musste sie fix und fertig parat stehen. Meistens schlüpfte die Studentin in die magenta-farbene Collegejacke, ließ sich die Haare frisieren – und wurde nach Bedarf auch etwas geschminkt. „Wir sind ja meistens Masse oder so eine Art Beiwerk in dem Elitecollege gewesen.“
Glamour und Geheimnisse
Erzählt wird eine moderne Liebesgeschichte zwischen einem Jungen aus der Oberschicht und einem Mädchen aus der Arbeiterklasse. Die Stipendiatin Ruby wird am Privatcollege Maxton Hall unfreiwillig Zeugin eines brisanten Geheimnisses – und muss sich nun mit dem arroganten Millionärserben James Beaufort auseinandersetzen. Angesiedelt ist die Romanze in einer Welt voller Glamour, Prestige, Geheimnisse und Drama. Da passt die Kulisse von Schloss Marienburg natürlich bestens: Auf dem weitläufigen Areal sowie drinnen im neugotischen Welfensitz sind nämlich 80 Prozent der Serie aufgenommen worden: im Saal, auf den langen Fluren, in der Bibliothek, in der Halle des imposanten Bauwerks.
Aber die Komparsin hat auch hautnah miterleben können, wie anstrengend der Beruf der Schauspielerei sein kann. „Die üben immerzu Text, sind hochkonzentriert und müssen sofort präsent sein – auch bei der achten oder neunten gleichen Einstellung. Da hab ich viel Respekt.“ Die meiste Zeit am Drehort besteht nun mal aus Warten und Wiederholung – auch für die Komparsinnen und Komparsen. „Ich musste zum Beispiel den ganzen Drehtag auf Schuhen mit Zehn-Zentimeter-Absätzen unterwegs sein – echt anstrengend“, erinnert sich die 21-Jährige. Schauspielerin – für sie längst kein Traumberuf mehr. Text hatte sie nicht. Manchmal musste die Hildesheimerin mit anderen Statistinnen Gespräche im Hintergrund mimen.
Gedreht wurde nicht nur tagsüber, sondern auch nachts – wie eine berüchtigte Stripperszene aus dem Buch mit zwei Frauen und zwei Männern. „Das ist sehr sehr lustig gewesen“, sagt die Hildesheimerin. Alle hatten bei den Aufnahmen viel zu lachen. Erst recht, als die Crew gemerkt hatte, dass in weiteren Räumen auf der Marienburg an diesem Tag tatsächlich eine Hochzeit stattfand. „Die haben wir wohl etwas gecrasht.“
Was Vivian Vogel besonders beeindruckend fand, dass sie nicht nur die beiden „total sympathischen“ Hauptdarsteller Harriet Herbig-Matten (19) als Ruby und Damian Hartung (23) als James kennengelernt hat, sondern dass auch Autorin Mona Kasten am Drehort vorbeigeschaut hat. Von ihr hat sie sich als Erinnerung sogar ein Autogramm geben lassen. Noch weiß die Hildesheimerin nicht, in wievielen Szenen der Staffel sie tatsächlich zu sehen sein wird. „Im Trailer bin ich jedenfalls kurz – in der Sekunde 58 ganz rechts“, meint sie nicht ohne Stolz.
Den offiziellen Streaming Start der Serie will Vivian Vogel auf jeden Fall in größerer Runde gucken – und nicht nur einmal. „Das ist sehr aufregend.“ Wenn es nach ihr geht, dann könnten die beiden anderen Bücher der Bestseller-Trilogie auch noch verfilmt werden. „Ich wäre sofort wieder dabei.“ Von ihrem Filmhonorar hat sich die Studentin übrigens einen Tripp nach New York gegönnt.
Weitere Drehorte für „Maxton Hall“ waren Berlin, London und Oxford. Zunächst lief die Streaming-Produktion unter dem Original-Buchtitel „Save me“. Der Name wurde aber zwischenzeitlich von der Produktionsfirma geändert. Die Gründe für die Umbenennung wurden nicht näher erläutert – vermutlich ist die Verwechslungsgefahr mit anderen Streifen zu groß.
Für die Regie zeichnen Martin Schreier (Traumfabrik) und Tarek Roehlinger (Ein Ausnahmezustand) verantwortlich. Das Ergebnis ihrer Arbeit kann nun ab Donnerstag, 9. Mai, (Himmelfahrt) bei Amazon Prime Video gestreamt werden – in mehr als 240 Ländern und Territorien weltweit.
Zudem ist die neue Maxton-Hall-Serie natürlich eine gute Gelegenheit, sich nach der aktuellen Schließung (für möglicherweise viele Jahre) noch einmal auf Schloss Marienburg oberhalb von Nordstemmen umschauen zu können. Ist sie doch auch ein Identitätsort für die Region Hildesheim – für Sonntagsausflügler, Spaziergängerinnen oder sogar Austauschschüler, die das „real german castle“ gern bestaunt haben.






