Neuer Vorsitzender wird gewählt

Abschied nach mehr als 40 Jahren: Bei den Alfelder Naturfreunden gibt der Chef die Leitung ab – und so geht es weiter

Alfeld - Bei den Alfelder Naturfreunden geht eine Ära zu Ende: Nach mehr als 40 Jahren verlässt Klaus Sievers den Vorstand. Auf sein Konto gehen viele Projekte und Bauvorhaben des Vereins, unter anderem der Ausbau der Schlehberghütte. Ein Blick auf Sievers Erfolge und darauf, wie es nun bei den Naturfreunden weitergeht.

Sanierung und Ausbau des Gebäudes und den Neubau der Schlehberg-Klause hat der scheidende Vorsitzende KlausSievers in den zurückliegenden mehr als 44 Jahren maßgeblich begleitet. Foto: Thomas Jahns

Alfeld - Bei den Alfelder Naturfreunden geht eine Ära zu Ende: Nach mehr als 44 Jahren im Amt des ersten Vorsitzenden kandidiert Klaus Sievers bei der Jahresversammlung nicht mehr. Seit Januar 1982 stand der heute 79-Jährige an der Spitze der Ortsgruppe – fast viereinhalb Jahrzehnte.

1979 war er bei den Naturfreunden eingetreten. Nur drei Jahre später wurde er zum Vorsitzenden gewählt, nachdem der bisherige Alfelder Naturfreundechef Helmut Thiesemann befunden hatte, dass ein Jüngerer das Amt übernehmen sollte. „Du bist der Jüngste in der Runde, du kannst das machen“, entschieden damals die deutlich älteren Vorstandsmitglieder.

Anfang der 1980er-Jahre war die 1931 errichtete Schlehberghütte, sie ist das Vereinsheim der Naturfreunde, noch längst nicht so ausgebaut wie heute. „Das war eher eine Hütte als ein Haus“, erinnert sich der 79-Jährige. In Eigenleistung bauten die Mitglieder zunächst eine Zentralheizung ein. „Wir haben auch einen komplett neuen Giebel mit Fachwerk gebaut“, erinnert sich Sievers.

Ohnehin wurde seine Zeit als Vorsitzender von Bauanträgen und -projekten geprägt. So mussten Fenster ausgetauscht werden, neuer Fußboden wurde verlegt und die gesamte Schlehberghütte saniert. Dazu gehörten auch neue Betten für die Gruppenunterkünfte und eine neue Bestuhlung, denn der Verein vermietet das Haus an Gruppen oder auch Einzelpersonen. Auch das Internet hielt vor einigen Jahren Einzug. „Gibt es bei euch WLAN“, sei die erste Frage, wenn jugendliche Gäste die Hütte betreten. „Mit den Erlösen aus den Übernachtungen tragen wir zum Unterhalt der Gebäude und des Grundstücks bei“, erläutert Sievers.

Vor der Corona-Pandemie verzeichneten die Naturfreunde bis zu 1600 Übernachtungen pro Jahr. Inzwischen steigt die Zahl wieder an. 2025 waren es 600. Tendenz: steigend. Rund 60 Camper zelteten zudem in den Sommermonaten auf dem Gelände. „Nach der Eröffnung des Leine-Heide-Radweges hatten wir zunehmend Anfragen von Radfahrern, die eine Nacht auf unserem Gelände campen wollten“, so Sievers.

Besonderen Einsatz erforderte der Bau der Schlehberg-Klause. Dabei handelt es sich um ein Gebäude, dessen Fachwerk Jugendliche aus der DAG-Schule gebaut haben. „Anfang der 1990er-Jahre konnten sich Vereine bewerben, um das Fachwerkgerüst zu bekommen“, erzählt der scheidende Vorsitzende. Zwei Jahre dauerte der Ausbau. Am Ende kostete das Gebäude 50.000 Mark. „Ein Drittel davon mussten die Naturfreunde bezahlen“, sagt Sievers. Der Name Schlehberg-Klause ist dem Gebäude übrigens von Mitgliedern gegeben worden – in Anlehnung an Sievers Vornamen Klaus.

Wenn Sievers am Samstag von der Vorstandsbühne abtritt, dann geht sein Dank an seine Frau Gabriele. Gemeinsam haben beide den Verein am Leben erhalten, als es nicht gelang, wichtige Vorstandsposten zu besetzen. Sievers hinterlässt jetzt ein bestelltes Haus mit 180 Mitgliedern. „So viele hatten wir noch nie“, freut er sich. Seine Nachfolge ist auch geregelt. Neuer Vorsitzender soll Thomas Hundeshagen aus Lauenstein werden. Er ist zugleich auch Vorsitzender der Naturfreunde in Niedersachsen. Als zweite Vorsitzende wird sich Michaela Harms vor allem um die organisatorischen Belange der Ortsgruppe kümmern.

  • Alfeld
  • Alfeld
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.