Hildesheim - In Hildesheim gibt es bald keinen Hagebau mehr – aber dafür zwei Obi-Märkte. Und auch zwei Hagebau-Märkte im Landkreis stehen vor einer entsprechenden Umstellung. Der Betreiber bleibt der gleiche, aber die Dachmarke wechselt.
Seit Jahrzehnten betreibt das Hildesheimer Familienunternehmen Stammelbach Karl Krüger GmbH & Co. KG in und um Hildesheim insgesamt drei Hagebau-Märkte. Doch denen steht nun eine Umstellung bevor. Vom 1. Januar nächsten Jahres an laufen die Baumärkte als Obi-Märkte weiter. Das hat Stammelbach-Chef Karsten Krüger am Freitag angekündigt. Er verkaufe nichts, bleibe Betreiber und wechsle lediglich den Franchisegeber, betonte der Hildesheimer Unternehmer, der auch Vizepräsident der IHK Hannover ist, gegenüber der Redaktion.
Sieben Märkte betroffen
Insgesamt betrifft der Wechsel von Hagebau zu Obi sieben Märkte, die Krügers Firma betreibt. Neben dem 2007 eröffneten großen Markt am Südrand von Hildesheim-Ochtersum sind dies die Niederlassungen in Sarstedt und Alfeld im Landkreis Hildesheim sowie in Holzminden, Seesen, Empelde (Region Hannover) und Gernrode (Sachsen-Anhalt). Die Niederlassungen in Hildesheim und Empelde zählen dann künftig zu den größten Obi-Märkten in Deutschland.
Obi-Europachef Peter Tepaß betonte: „Es freut mich sehr, dass wir mit dem Familienunternehmen Stammelbach einen neuen Partner bei Obi begrüßen dürfen, der eine tiefe Expertise für unsere Branche sowie langjähriges lokales Unternehmertum mitbringt.“
Nicht nur Krüger wechselt
Insgesamt beschäftigt Krügers Unternehmen 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darunter sind 62 in Hildesheim, 27 in Sarstedt und 22 in Alfeld. Der Hildesheimer versichert, dass deren Arbeitsplätze ebenso wie die Märkte insgesamt auch unter der neuen Flagge erhalten bleiben werden. Nicht betroffen von dem Wechsel ist der Hagebau-Markt in Gronau, der einen anderen Betreiber hat.
Karsten Krüger ist bundesweit nicht der einzige, der zum neuen Jahr mit seinen Märkten von Hagebau zu Obi wechselt. Zum 1. Januar 2026 wechseln auch zwei bisherige Hagebau-Märkte in Neumünster sowie weitere bisherige Hagebau-Märkte in Verden, Hoya und Eutin zu Obi. Zu Beginn dieses Jahres hatte sich bereits der bisher größte deutsche Hagebau-Markt in Landau Obi angeschlossen. Die Baumarkt-Kette hat eine regelrechte Expansions-Offensive gestartet. Ihr offizielles Ziel: Langfristig soll jeder Deutsche zumindest per Auto möglichst binnen 15 Minuten einen Obi-Markt erreichen können. Dabei setzt das Unternehmen verstärkt darauf, selbstständige Betreiber wie auch Karsten Krüger als Franchisenehmer zu gewinnen.
Zweiter Obi soll bleiben
Zu seinen Beweggründen, warum er sich nach mehr als sechs Jahrzehnte währender Partnerschaft von Hagebau verabschiedet, wollte Karsten Krüger sich am Freitag nicht äußern. Allerdings sehen Beobachter die Hagebau-Kette, die ihren Sitz in Soltau hat, zunehmend in Schwierigkeiten – zumal bereits erste Händler abgesprungen waren und nun mit Krügers Entscheidung sieben Märkte auf einmal verloren gehen. Ein anderer Baumarkt-Betreiber, der Hagebau verlässt, monierte in einem Branchenmagazin vor allem, dass Hagebau im Onlinegeschäft der Konkurrenz immer weiter hinterherhinke.
In Hildesheim zumindest wird es von Januar nächsten Jahres an zwei Obi-Märkte geben. Die Baumarkt-Kette bestätigte auf Anfrage der Redaktion, dass der von ihr direkt betriebene Markt an der Senkingstraße erhalten bleiben solle.

