4. Spieltag

Ahrbergen schlägt Hasede im Gemeindederby – und gab es Beleidigungen bei Himmelsthür gegen Türk Gücü?

Hildesheim - Der 4. Spieltag in der Bezirksliga: Im Spiel Himmelsthür gegen Türk Gücü soll es zu Beleidigungen gekommen sein.

Intensive Zweikämpfe im Gemeindederby. Ahrbergens Nils Pliske (links) im Duell mit Hasede-Abwehrspieler Nick Smyrak. Foto: Anton Gebhard

Hildesheim - Am 4. Spieltag der Bezirkliga kann Aufsteiger Ahrbergen ausgerechnet im Gemeindederby gegen Hasede den ersten Sieg einfahren.

MTV Almstedt - SV Ambergau Bockenem 0:0.Nach einer ereignisarmen ersten Halbzeit mit viel Mittelfeldspiel kam Ambergau Bockenem nach dem Seitenwechsel zur ersten guten Möglichkeit. Lucas Sztyndera wurde nach einem Steilpass im letzten Moment am Abschluss gehindert. Auf der anderen Seite hatte Almstedt in der 65. Minute die beste Chance des Spiels: Tjark Maharens setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch, schoss den Ball anschließend aber knapp am Tor vorbei. „Es war ein unfassbar umkämpftes Spiel mit sehr wenigen Torchancen. Beide Teams haben sich im Mittelfeld neutralisiert. Die Zweikampfstärke war enorm, aber nie unfair. Es war eine hohe Intensität“, sagte Ambergau Bockenems Sportlicher Leiter Philipp Scholz. Mit dem Punkt konnte Scholz gut leben: „Wir nehmen den Punkt gerne mit und müssen mit der Einstellung nächste Woche nachlegen. Wir haben eine gute Reaktion gezeigt.“ Almstedt bleibt damit nach vier Spielen ungeschlagen und hat weiterhin kein Gegentor kassiert. Zuschauer: 150

TuSpo Schliekum - VfR Germ. Ochtersum 1:1 (0:0).Schliekum erwischte den besseren Start und hatte unter anderem durch einen Lattenschuss in der 20. Minute eine gute Möglichkeit. Auch Ochtersum kam im ersten Durchgang zu einer Chance, die TuSpo-Torhüter Muhammed Emin Sürat stark parierte. „Wir waren super im Spiel und sehr griffig in den Zweikämpfen“, sagte Schliekums Trainer Daniel Bothe. „Ochtersum war mit dem 0:0 gut bedient.“ Nach der Pause wurde Ochtersum zunächst stärker, anschließend kam aber auch Schliekum wieder zu Chancen. Komi Mario Agbodo verpasste die Führung nur knapp. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. In der 90. Minute brachte Agbodo die Gastgeber nach einem Freistoß von Bienvenange Mbuluku per Kopf mit 1:0 in Führung. Ochtersum antwortete jedoch umgehend. Niklas Preußner flankte nach dem Anstoß auf Mohamed Ismail, der zum 1:1 traf. Anschließend hatten beide Teams noch Möglichkeiten auf den Sieg. Bothe sah zudem eine mögliche Elfmeterentscheidung zugunsten seiner Mannschaft: „Wir hätten sogar noch einen Elfmeter kriegen müssen. Aus meiner Sicht muss man den geben.“ Sein Fazit fiel trotz des späten Ausgleichs versöhnlich aus: „Für uns fühlt es sich beschissen an. Aber es ist ein gerechtfertigtes, gutes Unentschieden.“ Zuschauer: 100

TSV Giesen - SV Newroz Hildesheim 1:4 (1:2).Der TSV Giesen erwischte gegen den SV Newroz Hildesheim einen guten Start und hatte bereits in den ersten fünf Minuten zwei große Chancen. Johannes Eike scheiterte im Eins-gegen-eins, kurz darauf vergab Patrick Sowa nach einer Ecke aus kurzer Distanz. Danach verflachte die Partie zunächst, ehe Newroz nach einem Konter zuschlug: Khalil Seblene wurde von Rolan Kunytskyi bedient und traf in der 15. Minute zum 0:1. Wenig später drehten die beiden die Rollen: Seblene legte auf Kunytskyi, der den nächsten Konter zum 0:2 abschloss. Giesen zeigte sich geschockt, kam aber kurz vor der Pause zurück. Nach einem Foul an Eike gab es Strafstoß, den der Gefoulte selbst verwandelte. Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie zunehmend hektischer. Giesen drängte auf den Ausgleich, doch die Newroz-Defensive hielt dem Druck stand. Im Verlauf der zweiten Halbzeit sorgte zudem eine Tätlichkeit für Diskussionen, bei der ein Newroz-Spieler zum Unverständnis der Giesener ohne Platzverweis davonkam. „Das war eine klare Rote Karte. Schade, dass 1-2 Aktionen einzelner Spieler einer sonst fairen Mannschaft den Ruf von Newroz beschädigen, den sie sich eigentlich in den letzten Jahren gut aufgebaut haben“, kommentierte Giesen-Coach Laurin Paris. Sportlich machte Newroz anschließend alles klar. Abdulmalik Abdul traf nach einem Freistoß in der 76. Minute per Kopf zum 1:3. In der Schlussminute setzte Dominic-Dirk Wolter mit einem Distanzschuss den Schlusspunkt zum 1:4. Zuschauer: 80

TuS GW Himmelsthür – SV Türk Gücü Hildesheim 1:3 (1:1).Die Gäste waren über weite Strecken die griffigere und zielstrebigere Mannschaft und belohnten sich am Ende verdient mit drei Punkten. Dabei hatte Himmelsthürs Trainer Michael Lang seine Mannschaft noch auf eine Stärke des Gegners hingewiesen: „Wir haben ihre Stärken vor allem nach Eckbällen angesprochen und dann kriegen wir nach der dritten Ecke das 0:1.“ Hoshyar Taha Bash köpfte nach 19 Minuten zur Führung für Türk Gücü ein. In der Folge plätscherte die Partie zunächst vor sich hin. Nach einem langen Einwurf rutschte der Ball jedoch durch die Türk Gücü-Hintermannschaft und Cagri Genc nutzte die Situation zum überraschenden 1:1-Ausgleich (36.). Auch nach dem Seitenwechsel blieb Türk Gücü die aktivere Mannschaft. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld konnte Himmelsthür zunächst noch klären, doch der Ball wurde erneut in den Strafraum gebracht. Am zweiten Pfosten war Hajrush Halimi per Kopf zur Stelle und erzielte das 1:2 (53.). Anschließend wurde die Partie zunehmend hektischer und nicklicher. Nach einem Foulspiel kam es zur ersten Rudelbildung, auch von außen wurde der Ton zunehmend rauer. In der Schlussminute machte Furkan Kital mit dem 1:3 endgültig alles klar (90.).

Nach dem Treffer kam es vor der Himmelsthürer Bank zu einem Wortgefecht zwischen Lang und einem Spieler von Türk Gücü, bei dem Beleidigungen gefallen sein sollen. Diese Zeitung war bei der Partie nicht vor Ort, wird dem Thema nachgehen und am Montag darüber berichten. Zuschauer: 150

VfL Borsum - BW Salzhemmendorf 2:4 (0:1). Der VfL Borsum war über das gesamte Spiel das spielbestimmende Team, musste sich am Ende aber dennoch mit 2:4 gegen BW Salzhemmendorf geschlagen geben, die sich in Borsum eiskalt zeigten, trotz weniger Chancen vier Tore erzielten und einen glücklichen Sieg einfuhren. Die erste große Chance des VfL hatte Luca Rohrmann, dessen Distanzschuss nur an der Latte landete und von dort zurück ins Feld sprang. Auch Leon Heesmann kam nach einem strammen Volley zu einer guten Möglichkeit, setzte den Ball jedoch knapp über das Tor. Wenig später scheiterte Jonathan Zimmer mit einer Direktabnahme am stark reagierenden Gästekeeper, zudem überraschte er später den Keeper, als eine Hereingabe von der Grundlinie beinahe den Weg direkt in das Tor fand. Umso überraschender fiel dann die Führung der Gäste. Nach einer Flanke setzte sich Louis-Phillip Hermann stark in der Luft durch und köpfte zum 0:1 ins obere Eck (24.). Borsum drängte auch nach der Pause weiter auf den Ausgleich, musste aber zunächst den nächsten Rückschlag hinnehmen. Nach einem Steckpass erhöhte Hermann per Lupfer mit seinem zweiten Treffer zum 0:2 (51.). Die Antwort des VfL folgte allerdings direkt. Ansgar Koch fasste sich aus dem Rückraum ein Herz, nachdem Salzhemmendorf den Ball nicht zielstrebig klärte und setzte einen platzierten Schuss zum 1:2 ins obere Eck (52.). Kurz darauf erzielte Luca Rohrmann mit einem wuchtig direkt verwandelten Freistoß den verdienten Ausgleich (63.). Die Partie war nun wieder völlig offen. Salzhemmendorf schlug jedoch erneut nach einem eiskalt Standard zu. Nach einem Freistoß wurde der Ball an der Grundlinie scharf vor das Tor gebracht, wo am zweiten Pfosten Malte Fitzner freistehend einschob (72.). In der Schlussphase fiel auch noch das 2:4, als eine Flanke von Eric Kunze durch den Strafraum ging und schließlich im Tor landete (84.). Borsum versuchte bis zum Schluss noch einmal alles. Leon Fricke und Jonathan Zimmer hatten weitere Chancen, konnten die Niederlage aber nicht mehr verhindern. So müssen die Borsumer weiter auf den ersten Saisonsieg warten. Borsums Sportlicher Leiter Paul Wolfinger nach dem Spiel: ,,Sehr ernüchternes Ergebnis heute. Wir haben aber auch letzte Saison die ersten drei Spiele verloren und lassen den Kopf nicht hängen. Es war klar, dass wir etwas Zeit brauchen um uns einzuspielen mit den ganzen Neuzugängen. Wir waren heute so klar überlegen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir die ersten drei Punkte holen.“ Zuschauer: 75.

SC Harsum - SV Alfeld 3:1 (2:0).Die Hausherren zeigten sich vor allem im ersten Durchgang extrem effizient, während Alfeld zwar mehr vom Spiel hatte, im letzten Drittel aber selten zwingend wurde. Philipp Weis brachte die Gastgeber zunächst glücklich in Führung, als der Ball nach einem undurchsichtigen Gewühl im Strafraum von der Latte hinter die Torlinie sprang (24.). Kurz vor der Halbzeit wurde eine flache Hereingabe in die Mitte zur beruhigenden Halbzeitführung von Mika Weiser verwertet (37.). „Wir haben es defensiv überragend gemacht“, so der sportliche Leiter des SC Harsum Sven Salchow. Nach dem Seitenwechsel drehten die Gäste auf und erarbeiteten sich eine Überlegenheit. Die Bemühungen de SV Alfeld wurden belohnt, als der eingewechselte Jan-Mika Bartetzko Finn-Niklas König bediente, der zum 2:1-Anschlusstreffer vollendete (74.). Die Hoffnung der Gäste währte jedoch nur kurz, denn Harsum setzte im direkten Gegenzug den entscheidenden Nadelstich. Nach einer feinen Verlängerung per Hacke von Felix Lassan schaltete Tino Schulze am schnellsten und machte mit dem 3:1 den Deckel auf die Partie (77.). In der Schlussphase boten sich den Hausherren gegen aufgerückte Alfelder noch einige Kontermöglichkeiten, die der SCH jedoch nicht mehr konsequent zu Ende spielte. Zuschauer: 170

SC Drispenstedt - FC Eldagsen 1:2 (1:1).Die Gäste aus Eldagsen hatten von Beginn an mehr vom Spiel und gingen folgerichtig in Führung. Drispenstedt verlor nach einem kurz ausgeführten Freistoß den Ball, woraufhin ein präziser Steckpass Sören Vespermann erreichte, der kühlen Kopf bewahrte und zum 0:1 vollendete (11.). Aus dem Nichts schlug der Aufsteiger jedoch zurück. Eine Ecke konnte die Eldagsener Hintermannschaft nicht klären, sodass Mahmud Siala dankend annahm und zum 1:1 ausglich (13.). In der Folge spielte nur noch Eldagsen, verpasste es vor dem Pausenpfiff allerdings, die Überlegenheit in weitere Tore umzumünzen. Der zweite Durchgang gestaltete sich streckenweise sehr zerfahren. Zunächst erwischten die Hausherren den besseren Start in die zweite Hälfte, ehe der FCE das Spiel wieder in die Hand nahm und zielstrebiger agierte. Die erneute Führung belohnte diesen Aufwand. Ein strammer Schuss von Adrian Gert wurde vom Drispenstedter Schlussmann nur prallen gelassen, woraufhin Philipp-Moritz Meyer am schnellsten schaltete und den Abpraller zum 1:2 für die Gäste verwertete (71.). In einer umkämpften Schlussphase warf Drispenstedt noch einmal alles nach vorne und erarbeitete sich eine gute Chance auf den erneuten Ausgleich. Eldagsen brachte den knappen Vorsprung jedoch über die Zeit und sicherte sich nicht unverdient die drei Zähler. Der Drispenstedter Spielertrainer Mahmoud Siala zum Spiel: „Heute hat bei uns der letzte Pass gefehlt, Eldagsen war zielstrebiger“. Zuschauer: 120

TuS Hasede - SV RW Ahrbergen 1:2 (0:1).Ahrbergen hat das umkämpfte Derby beim TuS Hasede knapp mit 1:2 für sich entschieden. Hasedes Trainer Milano Werner fand nach dem Schlusspfiff deutliche Worte für den Auftritt seiner Mannschaft im ersten Durchgang: „Wir haben die erste Halbzeit komplett verpennt und sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen.“ Ahrbergen präsentierte sich deutlich griffiger und ging verdient in Führung. Nach einer maßgeschneiderten Ecke von Lukas Abtmeyer stieg Nils Krüger am höchsten und köpfte zum 0:1 für die Gäste ein (14.). In der Folge verpassten es die Gäste bei zwei weiteren guten Gelegenheiten nachzulegen, ehe Hasede erst kurz vor der Pause aufwachte. Dann boten sich den Hausherren jedoch dicke Chancen auf den Ausgleich. Erst scheiterte Tim Utermöhle nach einer feinen Kombination, ehe Jonas Richter am Gästekeeper scheiterte und den Nachschuss von Tim Steinmeyer ein Ahrberger auf der Linie blockte. Da auf der Gegenseite auch Nils Pliske eine Großchance ungenutzt ließ, ging es mit der knappen Gästeführung in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel machten es sich die Gastgeber unnötig schwer. Der eigene Torwart wurde unter Druck angespielt, Nils Pliske nutzte den Fehler eiskalt zum 0:2 für Ahrbergen aus (49.). Hasede steckte jedoch nicht auf und verpasste im direkten Gegenzug erneut durch Tim Utermöhle zentral vor dem Gehäuse die prompte Antwort. Wenig später belohnte Torben Keßler die Hausherren, als er eine Flanke von Miguel Werner per Kopf zum 1:2-Anschlusstreffer verwertete (51.). In der packenden Schlussphase warf Hasede zwar alles nach vorne, bekam die Angriffe jedoch nicht mehr konsequent zu Ende gespielt. Ahrbergen lauerte konsequent auf Konter und brachte den knappen Vorsprung schlussendlich über die Zeit. TuS-Coach Milano Werner: „Ahrbergen gingen zum Schluss die Kräfte aus, wir hatten unsere Möglichkeiten. Es kam alles zusammen, Pech und Unvermögen. Unter dem Strich gehen wir als Verlierer vom Platz, hätten das Spiel aber nicht verlieren dürfen.“ Zuschauer: 200

Verfasser: Sören Krüger

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