Hildesheim - Es ist noch gar nicht so lange her, liebe Katharina, da saßen wir beide mit Pippi in den Augen im Kino, während der Abspann von „Hamnet“ lief. Und die Schauspielerin, die maßgeblich unsere Tränendrüsen zum Überlaufen gebracht hat, die hat Anfang der Woche ihren ersten Oscar bekommen.
Alles andere als überraschend, immerhin hat Jessie Buckley zuvor sämtliche Preise abgeräumt. Allerdings beschäftigte sich die Öffentlichkeit in letzter Zeit nicht mit der stetig wachsenden Kollektion von Trophäen im Wohnzimmerschrank der Irin – sondern mit einem großen Fehltritt.
Kein Katzenfan
Buckley hat es gewagt, Katzen blöd zu finden. In einem Podcast sprach sie über die Katze ihres Lebensgefährten, die offenbar kein Fan der Schauspielerin war – und Buckleys Kopfkissen gern dazu nutzte, ihr Geschäft zu verrichten. Buckley stellte das Ultimatum (ich oder die Katze) und gewann.
Bei vielen kam die Anekdote nicht gut an; im Netz erklärten empörte Katzenfanatiker, Buckleys Feldzug gegen die Vierbeiner mache die Schauspielerin unwürdig, einen Oscar zu gewinnen. Die Kritik wurde so groß, dass die Schauspielerin sich gezwungen sah, zurückzurudern – alles nur ein Missverständnis. Besänftigt hat das die Katzen-Ultras kaum.
Hoffentlich mag sie Hunde ...
Was ich mich frage: Wo war der Aufschrei über die Nominierung von Sean Penn, der in seiner Vergangenheit gern mal die Fäuste sprechen ließ? Wieso echauffiert sich niemand über die Nominierung von Michael B. Jordan, der sich zuletzt für einen Schauspielkollegen aussprach, nachdem dieser wegen häuslicher Gewalt verurteilt worden war?
Für Buckley kann ich jedenfalls nur hoffen, dass sie nicht auch noch was gegen Hunde hat. Oder es sich mit der Pferdelobby verscherzt!
In der HAZ-Kolumne „Unter uns“ schreiben sich Katharina Brecht und Julia Haller zu Themen, die sie bewegen.
