Hildesheim - Sie hat einen Kronendurchmesser von 15 Metern, ist 22 Meter hoch und etwa 100 Jahre alt – in der kommenden Woche soll die Rosskastanie an der Nordwestecke des Theatervorplatzes in Hildesheim gefällt werden. Dass dieser Schritt unausweichlich sei, habe zuvor ein Baumgutachter festgestellt, teilt Frank Satow, Sprecher der gbg, mit. Letztere ist Eigentümerin des Baumes und hat nach dem Gutachten seine Fällung beauftragt. Offenbar ist die Krone des Baumes bereits in Begriff, abzusterben, sein Stamm ist ausgehöhlt.
Welcher Baum wird nachgepflanzt?
„Da die Rosskastanie nah an gepflasterten Flächen, also Gehwegen, in einem leicht erhöhten Beet steht, geht von ihr eine potentielle Gefahr aus“, erläutert Satow. Ihr Ende ist damit besiegelt. Am Dienstagmorgen hat sich das Team rund um Landschaftsarchitekt Uwe Michel auf dem Theaterplatz getroffen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Michel ist von der gbg eingesetzt worden, um die Arbeiten rund um den Baum zu koordinieren. Er war es auch, der vorgeschlagen hatte, an gleicher Stelle einen neuen Großbaum, genauer, eine Brabanter Silberlinde zu pflanzen. „Die ist stadtklimafest und kommt mit solchen Standorten auf Dauer ein bisschen besser klar“, sagt Michel.
Der neue Baum soll bereits mit einer Höhe von sechs bis sieben Metern angeliefert und in die Erde gebracht werden. Die Nachpflanzung erfolgt laut gbg Anfang Dezember. „Das ist der perfekte Zeitpunkt, damit der neue Baum beste Voraussetzungen hat, um gut anwachsen zu können“, sagt Michel. Die Eiben, die derzeit um die Kastanie herumwachsen, werden wegen der Baumfällung ebenfalls verschwinden. Der Termin für die Arbeiten ist nicht zufällig gewählt. Mitte November lägen sie außerhalb der vom Bundesnaturschutzgesetz vorgesehenen Schutzzeiten, heißt es von der gbg. Damit werde sichergestellt, dass keine Probleme mit dem Artenschutz aufkommen.
