Hildesheim - Emma engagiert sich mit Herzblut in der Klima- und Tierschutzbewegung, realisiert aber irgendwann, dass reiner Protest niemand zum Umdenken bewegt. Nichts verändert sich, obwohl die Wissenschaft fundierte Belege und Erkenntnisse liefert und das bereits seit Jahrzehnten. Die großen Konzerne machen fröhlich weiter, wie bisher mit Unterstützung der Regierung, obwohl sie nachweislich den größten Schaden auf unserem Planeten anrichten.
Mit dem Wunsch, etwas zu bewegen und den Menschen die Augen zu öffnen, schließt sich Emma der Aktivistinnen-Gruppe „No Alternative“ an. Die Bewegung denkt größer und kompromissloser. Ihre Mitglieder sind der Meinung, dass Wirtschaft und Regierung lang genug Zeit gehabt haben, einen Kurswechsel zum Schutze aller Lebewesen einzuschlagen. „No Alternative“ will Zeichen setzten und durch gezielte Anschläge auf Industrie und Wirtschaft sichtbar machen, dass es so nicht weitergehen kann. Bald werden aus Emma und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern polizeilich gesuchte Verbrecher. Für sie beginnt ein Leben in ständiger Angst, gefasst zu werden. Emma muss den Kontakt zu Familie und Freunden abbrechen und gerät an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.
Wiedersehen mit einem alten Freund
Bevor Emma in den Untergrund verschwindet, gibt sie ein Fernsehinterview, bei dem sie ihr ehemaliger Mitschüler Finn wiederentdeckt. Er erinnert sich an ihr gemeinsames Theaterprojekt und denkt an die vielen Diskussionen darüber, wie das Theaterstück dazu beitragen könnte, dem Publikum bewusst zu machen, in welchem klima- und sozialpolitischem Notstand wir uns befinden. Als Finn die Chance bekommt, in seinem Praktikum bei einem angesehenen Magazin eine eigene Reportage zu schreiben, muss er nicht lange überlegen, worüber diese Reportage handeln soll. Er möchte über Emma schreiben und ihre Geschichte erzählen. Er interviewt die Menschen, mit denen Emma bis zuletzt Kontakt hatte. Zunächst hadert Finn mit der Radikalität von „No Alternative“, aber nach und nach stellt er fest, wie mutig all diese Menschen sind.
Für Jugendliche und Erwachsene
Dirk Reinhardt hat mit seinem Jugendroman 2025 den Kinder- und Jugendliteraturpreis gewonnen und das völlig zurecht. Dieser Roman ist großartig, so nah an der Wirklichkeit und wie immer anspruchsvoll recherchiert. Ich habe bisher alles von Dirk Reinhardt gelesen und kann seine Bücher ausnahmslos empfehlen. Alle seine Bücher sind sehr gut recherchiert, realitätsnah und unglaublich spannend und informativ. Die Bücher sind für Jugendliche ab 14 Jahren sowie gleichermaßen für Erwachsene.
Dirk Reinhardt, „No Alternative“, Gerstenberg Verlag, 20 Euro.
