Hildesheim - Zwischen Hauptbahnhof und Kaiserstraße entsteht nach Aussagen der Investoren gerade das größte Ärztezentrum Norddeutschlands: Angrenzend an die Ärztehäuser der Familien Salzer und Engelke am Bahnhofsplatz und in der unteren Hezilostraße baut die Hannoversche Immobiliengesellschaft KIS in der oberen Hezilostraße ein weiteres Ärztehaus, das nahtlos an die schon bestehenden Häusern andockt.
Schandfleck verschwindet
„Das war hier früher wirklich ein Schandfleck“, räumt Dr. Dirk Struckmeyer unumwunden ein und erinnert sich dabei an die wenig schmucke Parkfläche auf dem Eckgrundstück zur Pepperworth. Der Zahnarzt ist gemeinsam mit seinem Bruder Dr. Hans-Jürgen Struckmeyer, von Beruf Internist, geschäftsführender Gesellschafter der 2013 gegründeten Investorengesellschaft KIS.
Vor Jahren habe es schon einmal Pläne gegeben, das Grundstück, das seit Jahrzehnten im Besitz der Arztfamilie ist, neu zu bebauen. Umgesetzt wurden sie damals nicht. 2017 wurde die Idee erneut aufgegriffen. Dieses Mal folgten den Architekturzeichnungen auch Taten.
Ausbau läuft auf Hochtouren
„Vorsicht, Kabel“, warnt ein Handwerker vor dem Strippengewirr, das sich durch den Rohbau über den nackten Betonboden schlängelt. Dank des milden Winters im vergangenen Jahr konnten alle Gewerke ohne Zwangspause durchziehen. Nach der Grundsteinlegung im Oktober 2018 wurde im Sommer bereits Richtfest gefeiert. Inzwischen hat das Haus eine fertige Außenhülle aus weißem Thermoputz, der Innenausbau läuft auf Hochtouren.
Pläne von Benedikt Lüder
Insgesamt entstehen nach Plänen des Hildesheimer Architekten Benedikt Lüder 360 Quadratmeter Nutzfläche, verteilt auf fünf langgestreckten Ebenen mit langen Lichtbändern. Das Untergeschoss, das wegen des ansteigenden Geländes hin zur Pepperworth ebenerdig betreten werden kann, hat sich bereits ein Sanitätshaus gesichert, das hier Medizinprodukte anbieten und Patienten schulen will. Auch wenn Struckmeyers noch keine Namen nennen wollen: Der künftige Mieter sei neu in der Stadt.
Mehrere Etagen vermietet
Ins erste Obergeschoss zieht eine kardiologisch-pulmologische Gemeinschaftspraxis, die innerhalb der Stadt den Standort wechselt. Für die Fläche in den beiden anderen Obergeschossen gebe es bereits Interessenten, noch aber sei Fläche frei. Struckmeyer ist allerdings überzeugt, dass auch sie bald Mieter finden wird. Das Ärztehaus liege zentral, habe kurze Wege zu Bussen und Bahnen und Apotheken.
Trend zur Gruppenpraxis
Mit ihrem Konzept eines Fachärztezentrums, in dem viele Disziplinen Wand an Wand arbeiten und untereinander über kurze Wege zu erreichen sind, und der Gruppenpraxis, in der sich mehrere Ärzte die Arbeit teilen, sehen sich die Hannoveraner voll im Trend. „Inzwischen sind 70 bis 80 Prozent der Medizinstudenten Frauen, die auch Familien gründen und nicht mehr ständig zwölf Stunden täglich arbeiten wollen“, beschreibt Dr. Hans-Jürgen Struckmeyer den Wunsch vieler Berufsnachrücker nach einer Work-Life-Balance.
Neues Parkhaus geplant
Dank der guten Nachbarschaft mit der Familie Salzer/Engelke soll es im Neubau Verbindungswege zu den bestehenden Praxen geben. Und weil auf dem Gelände des ehemaligen Kinos Schauburg in der Pepperworth schon bald ein mehrgeschossiges Parkhaus entstehen soll, sehen Struckmeyers auch das Parkplatzproblem gelöst.
Fünf-Millionen-Investment
Für das Objekt investiert die Immobiliengesellschaft fünf Millionen Euro. Weil das Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen werden soll, ist die Hezilostraße derzeit für Erdarbeiten aufgerissen, um Rohre zu verlegen. Im März aber sollen die ersten Mieter einziehen.
