Robotik

An Hildesheims Roboter-Akademie hat man schon menschliche Roboter im Blick

Hildesheim - Eines von sieben Roboter-Zentren in Niedersachsen befindet sich jetzt in der Außenstelle der Hildesheimer Werner-von-Siemens-Schule. Hier hat man große Ambitionen.

Finn Geppert (von links), Cornelius Klenner und Lisa Schneider programmieren einen Roboter. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - In den Schilderungen von Ute Rahlves, Leiterin der Walter-Gropius-Schule, ist die Zukunft des Handwerks schon weit fortgeschritten. Da beschichten Maler-Drohnen schlecht erreichbare Fassadenteile, überwachen Agrarwirtschaft-Roboter den Anbau auf Feldern, helfen Automaten den Tischlern beim anstrengenden Schleifen und reinigen und desinfizieren andere in der Gastronomie die Küchen beim Backen und Kochen.

Rund 50 Gäste hören im Foyer der Außenstelle der Werner-von-Siemens-Schule aufmerksam, wie es werden soll. Anschließend geht es nach dem offiziellen Teil der Eröffnung dorthin, wo im Gebäude nach und nach die Anfänge dieser Entwicklung zu beobachten sind: im neuen Roboterzentrum, an dem neben der Siemens- und der Gropius-Schule auch die Fachschule Holztechnik beteiligt ist.

Selbstfahrende Roboter transportieren Bauteile

Hier lassen Schülerinnen und Schüler die hydraulischen Greifarme kreisen, fräsen Roboter Bauteile aus Kunststoff, transportieren selbstfahrende Roboter Bauteile von A nach B. „Wir glauben, dass diese Thematik einen wesentlichen Teil der Zukunft der Schüler einnehmen wird“, hat Rahlves noch im offiziellen Teil betont. Ihr Schulleiterkollege Tilman Diepholz-Seeger, an diesem Nachmittag gleichzeitig Gastgeber in der Außenstelle im Stadtfeld, hat auf die rasante Entwicklung in diesen Bereichen hingewiesen. Nach den kollaborierenden Systemen, bei denen Mensch und Maschine zusammenarbeiten, würden bald die humanoiden Roboter und mit ihnen zwangsweise der Schritt in die künstliche Intelligenz kommen. „Auch wir werden unser Roboterzentrum weiterentwickeln müssen“, kündigte Diepholz-Seeger an.

Dass die Hildesheimer Berufsschulen an dieser Stelle schon sehr weit seien, machte die Abteilungsleiterin Berufliche Bildung im Kultusministerium, Melanie Walter, deutlich. „Wir haben hier ein Leuchtturmprojekt in Niedersachsen“, sagte sie. Das Land hat die Roboter-Akademie, die für nahezu alle allgemeinbildenden Schulen offen sein soll, mit 540 000 Euro gefördert. Die Gesamtkosten betragen fast 900 000 Euro. Landrat Bernd Lynack sagte, er sei sehr stolz darauf, dass die Landkreisschulen eines der insgesamt sieben Zukunftszentren Robotik im Land geworden seien. Michael Sternberg, Geschäftsführer der Landesinitiative N21 forderte, die allgemeinbildenden Schulen noch mehr als bisher einzubinden, um gegen den Fachkräftemangel vorzugehen.

Im Makerspace geht es noch spielerisch-forschend zu

Er und die vielen weiteren Besucherinnen und Besucher konnten anschließend erkunden, was es mit dem neuen Zentrum auf sich hat. Sie konnten sich Bereiche wie den Makerspace zeigen lassen, in denen es für jüngere Mädchen und Jungen noch weitestgehend spielerisch-forschend zugeht. Und sie konnten anschließend in der Roboter-Akademie abtauchen, bei der man schon dicht dran ist an der automatisierten Technik der Zukunft.

Was mit all dem passiert, sollten die jüngsten Beschlüsse der Kreispolitik umgesetzt werden, steht auf einem anderen Blatt. Der Kreistag hat unlängst beschlossen, dass die Gropius- und die Siemens-Schule künftig an der Steuerwalder Straße zusammengeführt werden und die Herman-Nohl-Schule später in der Von-Thünen-Straße unterkommen soll. Ute Rahlves beschrieb die Zusammenführung der beiden Berufsschulen in der Nordstadt als besonders wichtig. Die gemeinsame Roboter-Akademie sei Schritt eins. „Der zweite Schritt sollte die Zusammenlegung an einem gemeinsamen Standort sein.“

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