Hildesheim - Es dürfte ungefähr ein Jahr her sein, da träumte Andriko Smolinski noch von der Karriere als Profifußballer. Zahlreiche Rückschläge haben die Prioritäten des 21-jährigen gebürtigen Hildesheimers aber verändert. Er entschied sich im vergangenen Sommer für einen Wechsel zum Landesligisten SV Bavenstedt, viel wichtiger aber noch: Er studiert Sportmanagement und arbeitet nun an einer Trainerlaufbahn. „Der Fokus liegt jetzt darauf“, bestätigt Smolinski.
Kinder trainieren und Talente fördern
Die Profifußballer-Karriere hat er abgehakt, stattdessen will er Kinder trainieren und Talente fördern. Angefangen hat alles damit, dass er seit dem vergangenen Sommer im Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96 tätig ist. Er war einer der Co-Trainer der U14-Mannschaft. Seit November bot der ehemalige Junioren-Nationalspieler dann Gruppen- und Individualtraining an. „Immer für eine Stunde meist“, berichtet Smolinski.
Beim Individualtraining haben auch Jugendspieler des TSV Havelse Kontakt aufgenommen. In den Osterferien kam nun das erste eigene Trainingscamp dazu. 24 Kinder trainierten unter der Anleitung von Smolinski sowie seines Mitspielers Sören Peterke und des besten Freundes Lennart Plinski fünf Tage lang in der Hildesheimer Soccer-Arena.
Profibesuch von 96-Spieler Doumbouya
„Das war echt top, ich bin super zufrieden“, freut sich der Organisator und Hauptcoach. Der B-Lizenzinhaber legt Wert darauf, dass den Kindern altersgemäßes Training angeboten wird. „Wir hatten Kids zwischen sieben und 14 Jahren dabei. Vormittags haben wir immer in Altersgruppen trainiert, damit sie bestmöglich gefördert werden“, erklärt Smolinski.
Einen Tag kam auch Mitspieler und Torhüter Paul Wemmer vom SV Bavenstedt zum Training und bot ein Torwarttraining an. Die große Überraschung war aber der Besuch von 96-Profi Moussa Doumbouya. Der aus Guinea stammende Stürmer spielte bis zum Sommer in der 96-Reserve gemeinsam mit Smolinski und konnte inzwischen zwei Profi-Einsätze in der 2. Bundesliga absolvieren. „Da haben die Kids gestaunt. Moussa hat sich für Autogramme und Fotos Zeit genommen und viele Fragen beantwortet“, schildert Smolinski das Treffen.
Seine beiden Einsätze bekam Doumbouya unter Trainer Christoph Dabrowski, der bis zum Sommer Trainer von Smolinski war. Dabrowskis Beförderung vom U23-Trainer zum Coach der 96-Profis zog auch die Beförderung von Smolinski nach sich. Nach dem Wechsel von Jan Zimmermann zu Dabrowski im Zweitliga-Team gab es im Nachwuchsbereich eine große Rochade.
Trainer-Rochade bringt Smolinski in bessere Position
Smolinski rückte zum U16-Co-Trainer auf. Ein besonderer Aufstieg: „Bei der U14 war ich einer von zwei Co-Trainern, in der U16 bin ich der einzige. Dazu ist der Bereich in der U16 schon leistungstechnisch höher.“ Der Wechsel zur U16 bringt aber auch mit sich, dass die eigene Fußballzeit beim SV Bavenstedt deutlich knapper ausfällt. „Wir haben im Sommer bereits darüber gesprochen. Omar Fahmy und Gerd Celnik (Trainer und Sportdirektor des SV Bavenstedt; d. Red.) haben Verständnis gezeigt und unterstützen mich“, erklärt Smolinski. Aktuell läuft zwischen Smolinski und dem SVB vieles spontan und kurzfristig ab. „Wenn ich drei Wochen nicht zum Training kommen kann, beim Spiel aber Zeit habe, dann verlange ich natürlich nicht, dass ich auflaufe. Wenn Bedarf oder Not am Mann ist und ich da bin, dann helfe ich sofort“, ergänzt er.
Was die Zukunft Näheres bringen wird, das ist aktuell noch offen. „Wie es sich entwickelt, muss man abwarten, das steht noch nicht fest. Die Trainerentscheidungen im Nachwuchs hängen bei einem Bundesligisten auch vom Profiteam ab“, so Smolinski. Es kann also sein, dass sich erneut schnell etwas ändert – und damit auch das Aufgabenfeld von Smolinski.
Der gelernte Verteidiger will seine Erfahrungen weitergeben
Sicher ist sich der gelernte Verteidiger aber, dass er weiter im Nachwuchsbereich arbeiten möchte: „Ich sehe mich in der Jugend. Mir macht es einfach Spaß, mit den Kids oder Jugendlichen zu arbeiten. Das habe ich auch während des Ostercamps gemerkt.“ Dabei will er auch eigene Erfahrungen weitergeben. „Jüngeren kann man mehr mitgeben“, sagt er. Mal sehen: Vielleicht verwirklicht sich ja das ein oder andere Talent den Traum vom Profifußball.

