In Groß Düngen

Auf diesem Abschnitt der B243 im südlichen Kreis Hildesheim müssen Autos künftig sehr langsam fahren

Groß Düngen - Auf der Bundesstraße 243 müssen Autofahrer in Kürze an einer weiteren Stelle auf die Bremse treten. Im Bereich Groß Düngen gibt es dann ein neues Tempolimit – nach jahrelangem Kampf von Eltern im Ort und einem schweren Unfall.

Groß Düngens Ortsbürgermeisterin Aloisia Bonnke hat Grund zur Freude: Seit 2017 kämpft sie für eine Tempo-30-Regelung vor der Grundschule – jetzt hat sie gewonnen. Foto: Ulrike Kohrs

Groß Düngen - 2017 fing alles an – mit einer Unterschriftensammlung, initiiert von Eltern der Grundschule Groß Düngen. Die Forderung: Auf der Bundesstraße vor der Joseph-Müller-Schule muss langsamer gefahren werden. Ein Hin und Her durch die verschiedenen politischen Instanzen begann. Jetzt, rund acht Jahre später, gibt es ein Ergebnis.

Es geht um die B243. Genauer gesagt um einen Abschnitt der Bundesstraße, der im Verlauf der Hildesheimer Straße durch Groß Düngen und dort unmittelbar an Sporthalle, Kindergarten und Grundschule vorbeiführt. Schon Jahre vor der Unterschriftenaktion war es vor allen Dingen im Ortsrat immer mal wieder Thema, dass in dem Bereich zu schnell gefahren werde, Fußgänger und Radfahrer deswegen gefährdet seien. Der Anlass für die Unterschriftenaktion war dann im September 2017 ein schwerer Unfall, der sich am Ortsausgang ereignet hatte.

Erste Hilfe am Unfallort

Michael Harnischfeger, der an diesem Nachmittag seinen Sohn vom Kindergarten abholen wollte, leistete Erste Hilfe. Der Berufsfeuerwehrmann und Rettungssanitäter war von dem Unfall aber nicht wirklich überrascht, eher von der Tatsache, dass an dieser Stelle nicht viel häufiger etwas passiere. Deswegen übernahm seine Frau dann auch das Sammeln von Unterschriften. Denn: Oft kommen die Autos von Wesseln aus viel zu schnell in den Ort, aus der anderen Fahrtrichtung beschleunigen die Wagen nach der Kreuzung, können an der folgenden Kurve die Straße schlecht einsehen. Dort ist aber gerade morgens und mittags viel los. Eltern fahren auf den Parkplatz, um den Nachwuchs zum Kindergarten zu bringen, Schulbusse biegen vom Parkplatz auf die Bundesstraße ein. Hinzu kommen die Autos von der benachbarten Sozialstation, am Abend sind es die Sportler, die zum Parkplatz wollen.

Diese Situation ist bis heute unverändert, nur hat sich der Verkehrsstrom im Laufe der Jahre noch gesteigert. Täglich rollen fast 12.000 Fahrzeuge über die Bundesstraße 243 – sie ist eine wichtige Verbindung von der Stadt in den südlichen Landkreis.

Ortsbürgermeisterin kämpft

Als Ortsbürgermeisterin griff Aloisia Bonnke nach Amtsantritt das Thema auf, immer wieder trug sie das Anliegen in den Gremien vor. „Etliche Male war ich bei Fachausschusssitzungen beim Landkreis“, erzählt sie. Schützenhilfe habe sie vor allen Dingen von CDU-Fraktionschef Friedhelm Prior bekommen.

Eine neue Regelung, die Tempo 30 im unmittelbaren Bereich vor Kindergärten, Schulen, Alten- oder Pflegeheimen zur Regel machen sollte, schien die Lösung für das Problem zu sein. Doch es ploppten immer wieder neue Probleme auf. Beispielsweise schien die Tatsache, dass die betroffene Straße eine Bundesstraße ist, die Geschwindigkeitsreduzierung in Groß Düngen zu verhindern. Dazu kam die Kreisauffassung, dass der Zugang zur Schule nicht an der Bundesstraße liege, was aber eine Voraussetzung für die Geschwindigkeitsreduzierung ist. Doch inzwischen sind alle Vorbehalte ausgeräumt.

Keine Einwände vom Land

Im Dezember vergangenen Jahres fasste der Kreistag den Beschluss, ein lange gefordertes Tempolimit an der Grundschule in Groß Düngen durchzusetzen. Landrat Bernd Lynack wurde beauftragt, die Geschwindigkeitsbeschränkungen anzuordnen, sofern die niedersächsische Landesregierung sie nicht durch eine ausdrückliche Weisung untersagt. Kreissprecherin Lena Kubat bestätigte auf Anfrage dieser Redaktion, dass eine entsprechende Frist inzwischen abgelaufen sei, das Land keine Einwände habe. Die verkehrsbehördliche Anordnung sei demnach gültig, die Straßenmeisterei werde in Kürze die entsprechenden Schilder aufstellen.

Was heißt das nun für die Autofahrenden? Im Bereich zwischen der Kreuzung Hildesheimer Straße / Heinder Straße und dem Ortsausgang in Richtung Wesseln ist nur noch Tempo 30 erlaubt – sobald die Schilder stehen. Das ist genau die erlaubte 300-Meter-Zone, die das Gesetz vorsieht. Ortsbürgermeisterin Bonnke hofft, dass die Autofahrenden das schnell umsetzen. „Immerhin geht es hier um die Sicherheit der Kinder.“

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