Von Kathi Flau
Hildesheim. Das Bild erinnert an Zeiten, in denen Kaufhäuser zum Beginn des Sommer- oder Winterschlussverkaufs regelrecht gestürmt wurden: Als der neue TK Maxx in der Arneken Galerie um genau zwei Minuten nach neun am Donnerstagmorgen seine Türen öffnet, warten bereits mehr als zweihundert Menschen davor.
Jeder will der Erste sein in der lange umgebauten Filiale der Kette, in der großen Kleiderabteilung im Erdgeschoss, bei den Regalen mit Schuhen, Spielzeug, Kosmetik, Accessoires und Sportartikeln in der Etage darüber. Was die Leute lockt, ist das außergewöhnliche Konzept des Ladens.
Svenja Krause von der Düsseldorfer Zentrale ist an diesem Tag extra nach Hildesheim gekommen, um es vorzustellen: „Wir verkaufen Ware aus Restbeständen oder Überproduktionen. Die können wir deshalb bis zu 60 Prozent unter dem Normalpreis anbieten.“
Mehrmals wöchentlich erhält der TK Maxx neue Lieferungen. Was für Produkte welcher Marken allerdings genau ankommen, das wisse vorher niemand, sagt Krause: „Woher auch? Da wir keine festen Lieferanten haben, wissen wir auch nicht, wie viele Pullover oder Schuhe oder Töpfe wir übermorgen reinbekommen.“
Deshalb gelte bei TK Maxx: Sofort kaufen, was einem gefällt, denn wenn es morgen ein anderer kauft, kommt die Gelegenheit so schnell wahrscheinlich nicht wieder. „Man sollte hier nicht mit zu konkreten Vorstellungen herkommen“, meint Krause. „Sondern vielmehr mit der Lust, etwas zu entdecken, von dem man gar nicht wusste, dass man es toll findet.“
Dazu haben viele Kunden an diesem Tag Lust. Und auch Galerie-Manager Dirk Fittkau freut sich über die Neueröffnung auf immerhin 1600 Quadratmetern: „Ja, das ist toll, wir freuen uns sehr, wir haben ja auch viel Zeit und Geld in den Umbau investiert.“
Natürlich erhoffe sich die Arneken-Galerie im fünften Jahr ihres Bestehens von dem neuen Großmieter einen positiven Effekt auf die Besucherzahlen im Allgemeinen, meint Fittkau: „So ein Laden kann etwas für die Atmosphäre tun und Kunden anlocken, die dann auch die Geschäfte nebenan für ihren Einkauf nutzen.“ Man werde sehen, so der Galerie-Manager.
Und während er das sagt, kommen die Ersten schon wieder aus der Filiale, viele rot-weiße Tüten voller Schätze in den Händen.
