Hotteln - Ob der ikonische Stümpelhof, die St.-Dionys-Kirche, der frühere Bäckerladen oder der Ort, wo früher ein Wasserturm stand: Es gibt viele Punkte, die die Gruppe Legendentafeln in Hotteln mit Hinweisschildern ausstatten will. Geschichte im Gedächtnis bewahren, darauf kommt es dem fünfköpfigen Kreis an. Seit 2024 treiben Hermann Lührs, Björn Wilke, Jürgen Weimann, Andreas Enderle und Britta Stein das Hottelner Projekt voran. Ende dieses Jahres sollen mindestens 20 Tafeln in Hotteln hängen. Bislang gibt es 16 Entwürfe, die teils anhand alter Postkarten aus dem Ort entstanden. Doch um den Druck der jeweils etwa 30 Euro teuren illustrierten Tafeln finanzieren zu können und auch weitere Standorte für die Schilder zu finden, braucht die Gruppe Unterstützung. Heißt: Leute, die mitmachen und mit Tafeln an ihren Gebäuden mit historischem Hintergrund einverstanden sind – oder auch Helfende, die der Initiative etwas Geld geben. 700 Euro sind schon durch Spenden zusammengekommen. „Dennoch sollten mehr Menschen in die Puschen kommen“, sagt Björn Wilke. Hotteln mithilfe der Legendentafeln fast schon zu einem lebendigen Museum zu machen, das ist der Traum der Gruppe.
Und darum sollen eben etliche Tafeln her, die aus einem robusten Kunststoff bestehen. „Voraussichtlich zum Herbst soll alles fertig und installiert sein“, sagt Hermann Lührs, der in dem alten Stümpelhof im Herzen Hottelns lebt. Der Hof, bis in die Achtzigerjahre ein Museum, verströmt die Geschichte des Dorfes. Über eine steile Holztreppe erreicht man Räume, die durch das Feuer in einem Ofen mollig warm sind – und wo Lührs den Mitgliedern der Gruppe Essen auftischt und ein freundlicher Border Collie mit dem Schwanz wedelnd die Gäste empfängt. Hier stecken sie die Köpfe zusammen, diskutieren miteinander, um ihr Ziel zu erreichen. Von Hotteln zu berichten, das laut Lührs noch um 1965 eigenständig war.
Nachahmer können sich melden
„Es gab Läden, Handwerk, Gaststätten und auch eine Kornmühle. 1989 schloss als letztes Geschäft die Bäckerei und der Laden Hantelmann“, berichtet der ehemalige Deutschlehrer, der unter anderem in Laatzen unterrichtet hat. Er ist ein Nostalgiker. Und vor einiger Zeit waren ihm in Jeinsen und Bledeln Legendentafeln aufgefallen – davon ließ sich der Hottelner inspirieren und seine Mitstreiter mischen seitdem kräftig mit.
Die Erinnerung am Leben halten, dank der Legendentafeln – das will die Gruppe. Wer diese mit Material wie alten Fotos, Aufzeichnungen oder anderen Dingen unterstützen will, erreicht Lührs mobil (0173 / 277 62 16) oder per E-Mail an: h.lhrs@t-online.de. Auch Nachahmer aus anderen Orten des Hildesheimer Landes können sich melden.
