Egestorf - Oft war es den Oberliga-Fußballern des VfV Borussia 06 Hildesheim in dieser Saison gelungen, auf ein negatives Ergebnis mit einem positiven zu antworten. Einzig bei den zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen im August gegen Bersenbrück und Ramlingen-Ehlershausen schafften es die Hildesheimer nicht, nach einer Niederlage einen Erfolg zu feiern. Am gestrigen Sonntag sollte es den Borussen erneut passieren: Sie verloren ihr Auswärtsspiel beim 1. FC Germania Egestorf-Langreder knapp mit 3:2 (2:0). Zur Wahrheit gehört aber auch – die Germanen führten zwischenzeitlich 3:0, ehe die Hildesheimer von zwei Elfmeterpfiffen profitierten. Aus dem Spiel heraus ging wenig. „Ohne Zweikämpfe können wir kein Spiel gewinnen in dieser Liga“, wurde VfV-06-Trainer Marcel Hartmann nach der Partie deutlich. „Es gewinnt vielleicht nicht die bessere Mannschaft, aber die mit dem deutlich größeren Engagement in den Zweikämpfen.“
Die Niederlage gegen die Germanen war bereits die fünfte Saisonpleite der Hildesheimer. Gleichzeitig verpassten sie es mit einem Sieg nach Punkten zum Tabellenzweiten Kickers Emden aufzuschließen. Durch die Pleite rutschten die Hildesheimer gar auf Rang sieben ab.
Borussen kommen besser rein
Vor der mageren Kulisse von knapp 150 Zuschauern im Stadion an der Ammerke kamen die Borussen zunächst ordentlich in die Partie, hatten mehr vom Spiel und auch den ersten Torabschluss durch Yannik Schulze. Seinen Distanzschuss konnte Germanen-Keeper Ole Schöttelndreier gerade so zur Ecke abwehren.
Zunächst kam nur wenig Spielfluss auf, ständig gab es Fouls und Diskussionen, die den Spielfluss unterbrachen. Egestorf hatte früh Glück, dass Verteidiger Emanuel Chukwuebuka Ugoala nach zwei härteren Fouls nicht vom Platz flog. Es sollte sich im weiteren Spielverlauf aber wohl noch ausgleichen.
Plötzlich läuft alles schief
Kurz darauf riss bei den Hildesheimern der Faden und es kamen einige Rückschläge zusammen.
Zunächst verletzte sich Hady El Saleh. Der Offensivspieler machte sich mit einer schweren Verletzung noch während der Partie auf in Richtung Notaufnahme. Für El Saleh kam Jannis Pläschke, der wiederrum wenige Minuten später im Mittelpunkt stand.
Nach einem langen Ball stoppte Pläschke den durchgebrochenen Egestorfer Hannes Milan – wohl als letzter Mann. Die rote Karte blieb aber stecken. Aus dem Freistoß resultierte dann ein Handelfmeter. Germanen-Kapitän Marvin Stieler verwandelte souverän zum 1:0.
Milan erhöht sogar noch
Die Begegnung wurde nun sehr emotional. Nach einem Foul an Pläschke gab es die nächste Rudelbildung. Allein sechs gelbe Karten standen nach den ersten 45 Minuten zu Buche. Die die Borussen dann sogar mit einem Zwei-Tore-Rückstand beendeten, nachdem Hannes Milan eine tolle Vorarbeit von Jos Homeier in der Nachspielzeit vollendete.
Aus der Pause kamen die Borussen dann verbessert. Früh hatten die vielen Hildesheimer Fans den Torschrei auf den Lippen, doch ein Kopfball von Niklas Rauch flog nur ans Außennetz. Besser machten es erneut die Hausherren. Nach einem langen Ball war plötzlich Homeier durch, er traf überlegt zum 3:0.
Baghdadi verkürzt mit zwei Elfern
Und es wurde noch bitterer aus Sicht des VfV: Der kurz zuvor eingewechselte Samuel Owuso musste nach nur wenigen Minuten mit Verdacht auf eine Bänderverletzung wieder vom Feld. Immerhin sorgte der dafür eingewechselte Carlos Christel für neuen Mut. Er wurde in der der 76. und 84. Minute zweimal regelwidrig im Strafraum zu Fall gebracht. Beide Male traf Mohammad Baghdadi vom Punkt und verkürzte auf 3:2. Mehr sollte den Borussen jedoch nicht gelingen.
„Wir bringen nicht das Engagement auf den Platz, gehen nicht in die Zweikämpfe und wollen dann insgesamt nur 20 Minuten aufopfern, um das Ergebnis zu drehen, das ist zu wenig“, wurde Björn Kollecker nach der Partie deutlich. Bevor die Borussen in die Winterpause gehen, sind noch zwei Begegnungen angesetzt. Das Heimspiel gegen Atlas Delmenhorst (3. Dezember) und die Auswärtspartie gegen Bersenbrück (9. Dezember).
