Insolvente Mutter-Gesellschaft

Staples-Filiale in Hildesheim muss schließen – kein Investor für Büromarkt-Kette in Sicht

Hildesheim - Dauerhafter Leerstand in Bavenstedt? Die Staples-Filiale in der Hildesheimer Siemensstraße muss schließen – das sind die Gründe.

Die Staples-Filiale in der Hildesheimer Siemensstraße: Der Ausverkauf hat begonnen. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Tausende Eltern aus Stadt und Landkreis haben sich hier in den vergangenen Jahren für ihre Kinder mit sämtlichen Unterrichtsutensilien wie Heften, Mappen, Radiergummi und Stiften eingedeckt. Und auch alle, die Büros ausstatten mussten, hatten hier eine feste Anlaufstelle – doch nun steht fest: Der Staples-Markt in der Siemenstraße schließt.

50 Filialen, 700 Arbeitsplätze

Das Aus des Standorts ist eine Folge der Insolvenz der Hamburger OfficeCentre GmbH, die deutschlandweit 50 Filialen mit rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreibt. In Hildesheim sind aktuell zwölf Beschäftigte angestellt.

Rund drei Monate nach Eröffnung des Verfahrens hat der zuständige Insolvenzverwalter jetzt mitgeteilt, dass alle Bemühungen, die Kette zu retten, vergeblich waren. Sven-Holger Undritz von der Kanzlei White & Case Partner erklärt: „Ich bedauere sehr, dass wir keinen Investor für das Unternehmen begeistern konnten. Sein besonderer Dank gelte allen Mitarbeitenden, die gemeinsam mit der Geschäftsführung und ihm in den vergangenen Monaten dafür gekämpft hätten, eine Sanierungslösung zu finden. „Für sie ist das Ergebnis nun besonders hart.“

In den Staples-Filialen, so auch in Hildesheim, hat nun der Ausverkauf begonnen. In der Siemensstraße hängten Beschäftigte am Donnerstagmorgen entsprechende Plakate auf. Wann genau der letzte Öffnungstag sein wird, steht offensichtlich noch nicht fest. Am 30. Juni soll wohl spätestens endgültig Schluss sein.

Folge der Corona-Pandemie

Als Grund für die Insolvenz der OfficeCentre GmbH hatten die Verantwortlichen im Februar die Folgen der „strengen und langwierigen Corona-Maßnahmen“ angegeben. Geschäftsführer Oliver Lux greift das nun in einer Stellungnahme wieder auf und sagt: „Für alle Mitarbeitenden ist es ausgesprochen schmerzhaft, zu erleben, dass ein eigentlich gesundes und profitables Geschäftsmodell – bedingt durch die Corona-Situation – in diese Lage gekommen ist und am Ende nicht zu retten war.“

Der Insolvenzverwalter und er wollten nun dafür Sorge tragen, dass Löhne und Gehälter durch den Abverkauf der Ware möglichst lange gezahlt werden könnten, auch sollten Mitarbeitenden bei der Suche nach neuen Beschäftigungen unterstützt werden.

Gespräche mit potenziellen Investoren scheitern

Nach Angaben des Verwalters Sven-Holger Undritz seien bei der Suche nach Investoren, die die Staples-Märkte hätten weiterführen können, mit mehr als 120 potenziellen Käufern Gespräche geführt worden. Noch bis in die vergangene Woche habe es mit mehreren Interessenten Verhandlungen gegeben. Doch letztlich sei niemand bereit gewesen, das Geschäftsmodell der OfficeCentre GmbH zu übernehmen und die „dringend benötigten Investitionen für eine Neuausrichtung am Markt“ voranzutreiben. Da letztlich kein Angebot für einen langfristigen Weiterbetrieb der Staples-Märkte auf dem Tisch lag, zog der Insolvenzverwalter die Reißleine. Es bleibt aus Hildesheimer Sicht die Hoffnung, dass zumindest die Immobilie in der Siemensstraße nicht dauerhaft leer bleibt. Denn Undritz kündigt an, allen Vermietern der 50 bisherigen Staples-Märkte Lösungen für Nachnutzungen anzubieten: „Hierzu werde ich die Vermieter sehr kurzfristig einzeln ansprechen.“

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