Blick in die Historie

Aus Zillo wird M’era Luna: Die Geschichte hinter dem Hildesheimer Gothic-Festival

Hildesheim - Seit über 20 Jahren besteht das M’era-Luna-Festival und lockt auch an diesem Wochenende tausende Gothic-Fans auf den Flugplatz nach Drispenstedt. Dabei begann das Festival ganz klein – und unter anderem Namen.

Seit 20 Jahren prangt „M’era Luna“ über dem Eingang zum Festivalgelände, der über das restliche Jahr hinweg ein Flughafen ist. Zuvor hieß das Gothic-Treffen noch „Zillo-Festival“. (Archivbild) Foto: Julia Moras

Hildesheim - In Hildesheim ist der Begriff „M’era Luna“ bekannt. Auch in der Gothic-Szene hat sich das Festival innerhalb von mehr als 20 Jahren zu einer festen Instanz entwickelt und gilt inzwischen als eines der größten seiner Art im europäischen Raum.

Drei Jahre Planung, dann folgte das Debüt

Dabei fing alles – wie bei so vielen großen Festivals – ganz klein im Jahr 1993 an. Damals noch unter dem Namen „Zillo“. Geplant wurde das Gothic-Festival vom gleichnamigen Szene-Magazin „Zillo“ schon 1990, doch erst drei Jahre später wurde aus der Theorie dann Praxis.




In den ersten beiden Jahren fand das Festival allerdings noch nicht in Hildesheim statt. Der Startschuss fiel 1993 in Durmersheim bei Karlsruhe, im darauffolgenden Jahr pilgerten Zillo-Fans nach Rüsselsheim. Erst 1996 fand das Szene-Event auf dem Hildesheimer Flugplatz statt. Als der Gründer des Zillo-Magazins, Rainer Ettler, 1997 starb, übernahm die Konzertproduktions-Firma FKP Scorpio die Organisation des Festivals.

Ein Fantasienamen für das Festival

Zunächst arbeiteten das Magazin und das Konzert-Unternehmen noch zusammen, in der Jahrtausendwende trennten sich ihre Wege allerdings. Fortan richtete FKP Scorpio das M’era Luna auf dem Fluggelände in Drispenstedt aus. Den neuen Namen erklärt FKP Scorpio im Gespräch mit der taz im Jahr 2000 so: „M’era Luna ist ein Fantasiename, es sollte rund klingen und auch ein wenig international.“




Das Zillo-Magazin veranstaltet noch drei eigenen Festivals. Im Jahr 2001 in Losheim am See, im nächsten Jahr am Frankfurter Flughafen/ Hahn und schließlich 2004 auf der Loreley.

„Zillo“: Erst Großbrand, dann Aufgabe

Danach wurde das Zillo-Festival nicht mehr ausgerichtet und auch das Magazin selbst geriet in wirtschaftliche Schieflage. Nach einem Großbrand in der Redaktion im Jahr 2014 konnten einige geplante Ausgaben nicht fertiggestellt werden. Der für 2015 angepeilte Neustart blieb aus und auch das parallel zum Zillo-Magazin veröffentlichte Zillo Medieval Magazin wurde Anfang 2016 überraschend eingestampft.

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