Hildesheim - Das Gasthaus Kupferschmiede kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Im März 1899 beschließt der Hildesheimer Magistrat, ein stadtnahes Ausflugsziel am Steinberg zu bauen. Bereits ein Jahr später kann der „Steinberg“, ein Gasthaus mit Panoramablick über Hildesheim, eröffnet werden.
Bald wird das Ausflugslokal in „Kupferschmiede“ umbenannt. Schließlich war der erste Pächter ursprünglich Kupferschmiedemeister von Beruf. Doch der Erfolg des Gasthofes lässt auf sich warten: Nach dem ersten Ansturm bleiben die Gäste aufgrund der unbefestigten Wege und weiterer Kritikpunkte aus. Fünf Jahre später übernimmt Familie Karl Bock die Regie mit dem Versuch, die schöne Aussicht, Logierzimmer mit Balkon sowie beste Speisen und Getränke werbewirksam ins Feld zu führen.
1973 übernimmt das Ehepaar Bleckmann die alleinige Führung des Hauses, das sich fortan der gehobenen Küche verschreibt. Fast drei Jahrzehnte lang wird die Kupferschmiede mit Auszeichnungen geradezu überhäuft, in Gastronomie-Führern als exklusives Feinschmecker-Restaurant gelistet. Zahlreiche prominente Gäste können in jenen Jahren regelmäßig begrüßt werden. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg
Mit der Konjunkturflaute im Jahr 2002 treten Probleme auf: Die Geschäftsessen brechen weg, viele Privatleute können sich das exzellente, aber auch kostspielige Vergnügen Kupferschmiede nicht mehr leisten. Bleckmanns müssen Insolvenz anmelden – und eines der besten Restaurants Deutschlands ist Geschichte. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg
Im Jahr 2005 dann der Kurswechsel: Gastronom und Hotelier Hans Hakemeyer (auf dem Foto rechts) und sein Mitgesellschafter Rudi Heizer begrüßen wieder Gäste. Für viele dürfte es der erste Besuch in dem ehemaligen Sterne-Restaurant sein. Denn die neuen Chefs setzen auf gutbürgerliche Küche, und das zu moderaten Preisen. Noch erinnern zwar die flämischen Leuchter und letzte Champagner-Plakate an den früheren Gourmettempel, doch mit steigenden Temperaturen dürften schon bald Weizen- und Gerstenbiere dem französischen Schaumwein den Rang abgelaufen haben. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg
Von Amy Rühmkorf












