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Ausflugsziel, Quarantänestation, Sterneküche – die Geschichte der Hildesheimer Kupferschmiede

Hildesheim - Das Gasthaus Kupferschmiede in Hildesheim kann auf eine mehr als 120-jährige Geschichte zurückblicken – die HAZ zeigt sie in Bildern.

Hildesheim - Das Gasthaus Kupferschmiede kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Im März 1899 beschließt der Hildesheimer Magistrat, ein stadtnahes Ausflugsziel am Steinberg zu bauen. Bereits ein Jahr später kann der „Steinberg“, ein Gasthaus mit Panoramablick über Hildesheim, eröffnet werden.

Bald wird das Ausflugslokal in „Kupferschmiede“ umbenannt. Schließlich war der erste Pächter ursprünglich Kupferschmiedemeister von Beruf. Doch der Erfolg des Gasthofes lässt auf sich warten: Nach dem ersten Ansturm bleiben die Gäste aufgrund der unbefestigten Wege und weiterer Kritikpunkte aus. Fünf Jahre später übernimmt Familie Karl Bock die Regie mit dem Versuch, die schöne Aussicht, Logierzimmer mit Balkon sowie beste Speisen und Getränke werbewirksam ins Feld zu führen.


Im Zweiten Weltkrieg wird die Kupferschmiede zu einer Quarantänestation umfunktioniert. Nach Kriegsende laufen die Geschäfte unter Wirt Hugo Kirchener wiederum eher schlecht als recht, erst 1955 brechen mit dem Wirtschaftsaufschwung bessere Zeiten an. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg


Verschiedene Modernisierungsmaßnahmen sind Ende der 1960er Jahre schließlich ausschlaggebend für Edith und Wolfgang Bleckmann sowie weitere Gesellschafter, die Kupferschmiede zu kaufen und mit neuem Leben zu füllen. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg


1973 übernimmt das Ehepaar Bleckmann die alleinige Führung des Hauses, das sich fortan der gehobenen Küche verschreibt. Fast drei Jahrzehnte lang wird die Kupferschmiede mit Auszeichnungen geradezu überhäuft, in Gastronomie-Führern als exklusives Feinschmecker-Restaurant gelistet. Zahlreiche prominente Gäste können in jenen Jahren regelmäßig begrüßt werden. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg


Hohe Auszeichnung: Im Jahr 1999 bekommt die Kupferschmiede einen Michelin-Stern. Auf dem Bild (von links): Koch Ulrich Brakhan, Edith und Wolfgang Bleckmann und Norbert Janninghoff. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg


Mit der Konjunkturflaute im Jahr 2002 treten Probleme auf: Die Geschäftsessen brechen weg, viele Privatleute können sich das exzellente, aber auch kostspielige Vergnügen Kupferschmiede nicht mehr leisten. Bleckmanns müssen Insolvenz anmelden – und eines der besten Restaurants Deutschlands ist Geschichte. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg


Ihre Nachfolger, die nach dem Bleckmannschen Vorbild weiter machen wollten, scheiterten ebenfalls. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg


Ein Einblick in die Gasträume der Kupferschmiede im Jahr 2005. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg


Im Jahr 2005 dann der Kurswechsel: Gastronom und Hotelier Hans Hakemeyer (auf dem Foto rechts) und sein Mitgesellschafter Rudi Heizer begrüßen wieder Gäste. Für viele dürfte es der erste Besuch in dem ehemaligen Sterne-Restaurant sein. Denn die neuen Chefs setzen auf gutbürgerliche Küche, und das zu moderaten Preisen. Noch erinnern zwar die flämischen Leuchter und letzte Champagner-Plakate an den früheren Gourmettempel, doch mit steigenden Temperaturen dürften schon bald Weizen- und Gerstenbiere dem französischen Schaumwein den Rang abgelaufen haben. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg


Auch im Winter ist die Kupferschmiede ein beliebtes Ausflugsziel – gegessen und getrunken wird dann eben drinnen. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg


Seit 2017 ist Sohn Jean-Marc Hakemeyer für die Kupferschmiede verantwortlich, seit 2012 gehört ihm die Immobilie oberhalb des Wildgatters am Steinberg. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg


Im Sommer locken die Plätze auf der Terrasse viele Gäste aus Hildesheim – aber nicht nur die. Foto: Christian Gossmann


Komplett verhüllt – so konnte man die Kupferschmiede im März 2020 sehen. Bauarbeiten an der Fassade machten die Gerüste und Planen zeitweise nötig. Foto: Verlagsarchiv Gebrüder Gerstenberg


Nach den jüngsten Umbauarbeiten erstrahlt die Kupferschmiede im Jahr 2021 im neuen Glanz. Foto: Christian Gossmann

Von Amy Rühmkorf

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