Hildesheim/Clauen - Anfang Juli fanden Spaziergänger an der Hildesheimer Tonkuhle einen Karton. Darin zwei etwa acht Wochen alte Welpen. Die beiden Hündinnen kamen über den Hildesheimer Tierschutz in eine Pflegestelle in Peine. Dort wachsen sie seither bei Familie Maschnitza auf und entwickeln sich ganz prächtig. Nun können die Welpen vermittelt werden.
Impftermin in Clauen
Elke und Thomas Maschnitza haben für die Welpen einen Impftermin bei Tierärztin Anja Beschorner-Schulze vereinbart. Damit die Anfahrt nicht so lang ist, empfängt Beschorner-Schulze, stellvertretende Leiterin des Hildesheimer Tierheims, die Patienten bei sich Zuhause in Clauen.
Die Maschnitzas haben den beiden Hunden Namen gegeben. Die kleine Schwarze heißt Ava, die andere hat den Namen Luna bekommen. Im Garten der Familie Beschorner-Schulze dürfen die jungen Hunde vor der Impfung noch toben, sehr zur Freude von Beschorner-Schulzes Sohn Ben.
Verspielt und neugierig
„Die beiden sind welpentypisch verspielt und kein bisschen ängstlich“, erzählt Elke Maschnitza. Dennoch haben die ehemalige Leiterin des Peiner Tierheims und ihr Mann große Unterschiede zwischen den Schwestern festgestellt – und die sind nicht nur optischer Natur. Luna, die einem Jack-Russel-Terrier sehr ähnlich sieht, ist ein Energiebündel. Sie rennt, erkundet und spielt, was das Zeug hält. „Luna ist etwas für sportliche Menschen, die mit ihr arbeiten, denn sie will beschäftigt werden“, sagt Maschnitza.
Suchtraining wäre genau das Richtige für die kleine Hündin. Ava ist zwar auch verrückt aufs Toben und Entdecken, doch gegen ein Nickerchen zwischendurch hat sie nichts einzuwenden. „Ava schläft auch mal eine Stunde, Luna gerade einmal fünf Minuten“, sagt Elke Maschnitza.
In der Pflegestelle sind die Hunde nun mit allem aufgewachsen, was ein Familienhund benötigt: Alltagsgeräusche, Sozialkontakte und auch Umgang mit anderen Vierbeinern. Die Maschnitzas haben fünf Hunde, unter anderem eine Dogge. Seit vielen Jahren nehmen die Peiner Pflegehunde auf.
„Viele haben wir innerhalb des Freundeskreises und der Familie vermittelt“, sagt Elke Maschnitza. Denn leicht falle es nicht, die Zöglinge wieder abzugeben. Zu manchen fremden Familien besteht der Kontakt nach der Hundeübergabe schon seit zehn Jahren. Die Pflegestelle bestreitet das Ehepaar gemeinsam. „Es gibt so viel Leid, da muss man etwas tun“, sagt Thomas Maschnitza. Wie jemand Luna und Ava in einen Karton stecken und sie aussetzen konnte, das könne er nicht begreifen.
Auf dem Weg zur Stubenreinheit
Während die Maschnitzas über die Welpen berichten, auch dass es mit der Stubenreinheit schon immer besser klappt, spielen die Welpen. Sie zerren an Stöckchen, tragen unreife Äpfel, erkunden sogar den alten Spielzeuglaster von Ben – Ava kraxelt mal eben auf die Ladefläche.
Anja Beschorner-Schulze hat den Impfstoff in Spritzen aufgezogen. Sie checkt, ob der Chip von Luna zu lesen ist, hört die kleine Hündin mit dem Stethoskop ab und gibt ihr den Piks mit dem Serum. Dann ist Ava an der Reihe. Während ihre Schwester die Impfnadel in der Haut kaum gespürt zu haben scheint, jault Ava auf. Doch das Ganze ist schnell vergessen und es wird weiter gespielt.
„Die Kleinen können nun vermittelt werden“, sagt Anja Beschorner-Schulze. Sie bittet Interessenten, sich schriftlich unter info@tierschutz-hildesheim.de zu bewerben, da die Tierschützer derzeit alle Hände voll mit der Versorgung der Tierheimtiere zu tun haben. „Wir werden für die Zwei ein optimales Zuhause aussuchen“, versichert die Veterinärin und auch, dass die Möglichkeit besteht, die Welpen in der Pflegestelle zu besuchen.
Gut wäre eine Familie, die bereits einen Hund hätte, an dem sich ein Junghund orientieren kann. Sie bittet darum, dass Interessenten, die den Zuschlag nicht bekommen, nicht enttäuscht sein sollen. Vielleicht werden diese Familien ja auch im Tierheim fündig – dort warten zahlreiche Vierbeiner auf neue Familien.




