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Ausgesperrt: Lebenslanges Flohmarktverbot für den Trödelfuchs aus Wesseln

Wesseln - Eigentlich ist Markus Reinecke auf Flohmärkten zuhause. Doch jetzt hat ein Veranstalter dem Trödelfuchs aus Wesseln ein lebenslanges Zutrittsverbot aufgebrummt.

Flohmarktverbot: Markus Reinecke mit dem Flyer eines Veranstalters, der ihn nicht mehr sehen will. Foto: Michael Vollmer

Wesseln - Weil er trotz Verbotes gefilmt haben soll, hat der Wesselner Anti­quitätenhändler Markus Reinecke nun lebens­langes Hausver­bot auf mehreren Flohmärkten in Stadt und Landkreis Hildes­heim. Das Verbot quittiert der Trödelfuchs, der durch die RTL-Show „Die Su­perhändler – 4 Räume, ein Deal“ und durch das „Dschungel­camp“ in Deutschland be­kannt wurde, allerdings nur mit ei­nem müden Lächeln. „Die Aktion des Marktbetreibers hat am Ende das Gegenteil be­wirkt. Er hat nach der bundesweiten Berichterstattung sogar noch die Wer­betrommel für mich in Gang gesetzt“, meint der Wesselner.

Und noch etwas kommt für Reinecke dazu: „Auf diese Märkte kann ich gut verzichten, weil das Angebot mich nicht an­spricht. Der Betreiber hat mir die Entscheidung abge­nom­men.“ Den Trödelfuchs freut es umso mehr, dass er auf all den anderen großen Märkten in der Region dagegen zu den gern gesehenen Besuchern gehört. Aber was hat denn nun konkret zu dem Betretungsverbot ge­führt? Der Flohmarkt-Experte bummelt gern auf Flohmärk­ten, nicht zuletzt um Wa­ren für sein Geschäft einzukaufen. Daneben betreibt er einen Tiktok-Kanal, auf dem er sich zu der Qualität von Flohmärk­ten äußert und am Ende eine Bewer­tung abgibt.

Kritik an der Preispolitik

„Für mich ist Objektivi­tät eine wichtige Sache, ganz gleich ob der Floh­markt in Hil­desheim auf einem Edeka-Parkplatz, vor dem Ikea-Markt in Burgwedel oder auf Sylt im Hörnumer Hafen stattfindet. Und Leute filme ich auf keinen Fall“, betont der 54-Jährige. Im Oktober stattete der Trödel­fuchs einem Floh­markt des Veran­stalters „Harzfloh“ in Hildes­heim einen Besuch ab. An­schließend äußerte er vor der Kamera seinen Un­mut darüber, dass er für nur 20 Stände einen Euro Eintritt be­zahlen musste.

Die von Betrei­bern oftmals angeführte Begrün­dung, dass die Kosten gestie­gen seien, lässt der Trödelfuchs nicht durchge­hen. „Ich kann es ja noch verstehen, wenn es eine Gegenleis­tung gibt. Wenn zum Beispiel der Markt in ei­ner Halle statt­findet und dort die Toiletten genutzt werden dürfen oder ein Parkplatz inklusive ist, dann will ich das Ein­trittsgeld ja noch akzeptieren“, wettert der Trödelfuchs. „Zu Corona-Zeiten war diese Gebühr ja noch gerecht­fertigt. Aber jetzt sind die Zusatzkosten wie Hygieneartikel oder Zugangsbeschrän­kungen weggefallen“, ergänzt Reinecke.

Streit wegen Kamera-Einsatz

Am Ende gab es für den Flohmarkt nur einen von zehn Sternen. Rund 200.000 Menschen schauten sich im Laufe der Zeit im Netz das Video an. Vor 14 Tagen gab Reinecke dem Flohmarkt in Hil­desheim eine zweite Chan­ce, zahlte auch den einen Euro an der Kasse. Die erste Bilanz fiel auch gar nicht mal schlecht aus: Im Vergleich zu Oktober war die Zahl der Anbieter ge­stiegen. Doch was dann kam, brachte den Trö­delfuchs in Rage. „Es kam plötzlich in un­freundlicher Weise der Chef des Floh­marktes auf mich zu und verwies mich des Platzes. Dazu er­teilte er mir Hausverbot“, blickt der Promi aus Wesseln zu­rück. Dazu hätte er anfangs gar nicht gewusst, wer da über­haupt vor ihm steht.

Veranstal­ter Markus Gaubatz aus Einbeck bestätigt gegenüber der HAZ das lebenslange Haus­verbot für den Wesselner Händler. „Sein Filmen hat Aussteller und die Besucher gestört. Damit bringt er Unruhe auf den Platz“, er­klärt Gaubatz. Er habe ihm bereits im vergangenen Jahr das Aufnehmen von Videos untersagt. Er könne sich so­gar vor­stellen, dass der Rauswurf von Reinecke provoziert wurde, damit er ein mediales Interesse erlangt. Für die Be­gründung hat Reinecke nur ein Kopfschütteln übrig: „Ich habe gar nicht auf dem Flohmarkt gefilmt, sondern nur davor“, er­klärt der Trödelfuchs im Gegenzug. Ein schwacher Trost bleibt Reinecke am Ende: Den Euro Eintritt hat er nach seinem Rauswurf wieder in die eigene Tasche ge­steckt.

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