Hildesheim - Die Hinweisschilder sind eindeutig: Derzeit dürfen in der Kardinal-Bertram-Straße zwischen Eckemekerstraße nur Anlieger und Busse unterwegs sein – für alle anderen ist die Strecke seit Montag gesperrt, weil die Stadtentwässerung (SEHI) auf diesem Abschnitt etliche Hausanschlüsse erneuern will.
Doch nicht wenige Autofahrer ignorieren die Sperrung. SEHI-Projektleiter Michael Ködding berichtet von gefährlichen Situationen: Eine Kampfmittelexpertin, die das Gelände vor dem eigentlichen Start der Bauarbeiten nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht, habe erwogen, ihre Arbeit einzustellen, weil ihr Fahrzeuge zu nahe gekommen seien.
Auch Polizei war vor Ort
Auch Michael Hartleib, der den Stadtteil als Kontaktbeamter der Polizei betreut, ist das Geschehen in der Kardinal-Bertram-Straße nicht entgangen: Er positionierte sich am Dienstagmorgen in Höhe der Einfahrt zum Langen Hagen auf der Fahrbahn, um jene Autofahrer, die auf der Strecke offenkundig nichts zu suchen hatten, an die Seite zu winken und aufzufordern, umzudrehen und die Baustelle zu verlassen. Wie viele Wagen er gestoppt hat? „Das waren schon einige“, sagte Hartleib.
Rechtlich betrachtet stellt das Ignorieren der Verkehrsschilder, die die Straße als gesperrt ausweisen, eine Ordnungswidrigkeit dar. Bislang hat es Hartleib bei mündlichen Ermahnungen der Autofahrer belassen – theoretisch könnte die Polizei allerdings auch ein Bußgeld von 50 Euro verhängen. Und so fordert Polizeisprecher Jan Makowski alle Nicht-Anlieger auf, die Sperrung ernst zu nehmen: Wer das nicht tue, gefährde nicht nur die Bauarbeiter, sondern behindere auch den Busverkehr.
Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis zum Frühjahr nächsten Jahres
Die Kampfmittelexperten werten derzeit die Ergebnisse ihrer Untersuchungen aus; am Montag nächster Woche beginnt die SEHI dann mit den eigentlichen Bauarbeiten. Sie dauern voraussichtlich bis zum Frühjahr nächsten Jahres.
