Snack-Bäckereien

Unternehmen kauft Back-Factory: Was sich in der Hildesheimer Filiale ändert

Hildesheim - Der Name Back-Factory in der Hildesheimer Schuhstraße wird bald Geschichte sein: Die Valora-Gruppe, die in der Bernwardstraße bereits das Backwerk betreibt, hat den Konkurrenten gekauft und will ihn umwandeln.

Der Name Back-Factory wird aus dem Straßenbild in der Schuhstraße verschwinden. Das Backwerk hat die konkurrierende Kette übernommen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Bislang warben beide als Konkurrenten mit einer ähnlichen Produktpalette um die gleichen Kunden: das Backwerk, in Hildesheim mit einem Geschäft in der Bernwardstraße vertreten, und die Back-Factory mit einem Standort in der Schuhstraße. Doch nun hat die Schweizer Valora-Gruppe, zu der seit 2012 bereits die deutsche Brezelbäckerei Ditsch und seit 2017 die Franchise-Backwarenkette Backwerk gehört, die Back-Factory übernommen.

Beide hiesigen Filialen wurden 2008 eröffnet, beide Läden werden heute von Franchisepartnern betrieben. Ziel von Valora ist aber, „die Marke Back-Factory über die Zeit in das Backgastronomie-Format Backwerk zu überführen“, so Valora-Unternehmenssprecherin Bianca Thiel aus München. Die Marke Back-Factory wird also aus dem Stadtbild verschwinden und an ihre Stelle das Backwerk treten. Allerdings noch nicht sofort.

Einheitliches Erscheinungsbild

„Zunächst wird dabei inhaltlich das Angebot aufgewertet. Erst danach soll das äußere Erscheinungsbild auf die Marke Backwerk angepasst werden“, erläutert Thiel. Derzeit würde etwa die Hälfte der Back-Factory-Stores von Franchisenehmern, die andere Hälfte in Eigenregie geführt. Wie schon bei Backwerk setze Valora aber auch bei seiner Neuerwerbung konsequent auf selbstständige Unternehmer, die als Franchisenehmer die Geschäfte auf eigene Rechnung betreiben.

Die erste Back-Factory-Filiale als Selbstbedienungsbäckerei wurde 2002 von einem Bäckermeister in Bielefeld eröffnet. 2009 wurde das Konzept überarbeitet und in ein Snack-Angebot im Stil einer Systemgastronomie verändert. Längst erwirtschaftet die Back-Factory den Löwenanteil ihres Umsatzes nicht mehr mit klassischen Backwaren, sondern mit süßen und herzhaften Snacks auf Backwarenbasis, mit Kaffee und Kaltgetränken. Bundesweit gibt es mehr als 80 Läden, die bis zum Verkauf an Valora zuletzt Deutschlands größtem Backwarenhersteller Harry-Brot aus Hamburg gehörten.

Bäckermeister ist der Erfinder

Backwerk startete schon 2001 als erste deutsche SB-Bäckerei, der Düsseldorfer Bäckermeisters Robert Kirmaier gilt als Erfinder des Systems. Mittlerweile ist die Kette mit ihrem Snack- und Verpflegungsangebot der größte Back-Gastronom in Deutschland, zählt mehr als 340 Standorte hierzulande, in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. 2006 gingen in der Gruppe bereits die Konkurrenten „Die Backfabrik“ und 2008 die „Baker’s Family“ der Lieken AG auf.

2014 wurde der schwedische Finanzinvestor EQT Mehrheitseigentümer, 2017 kaufte Valora das Backwerk für 190 Millionen Euro. Mit der Übernahme der Back-Factory zum 1. November steigt Valora unter die Top Five der umsatzstärksten Systemgastronomien in Deutschland auf. Das Bundeskartellamt hat dem Geschäft bereits zugestimmt.

Wenige Schließungen geplant

Valora verspricht sich von der Übernahme Synergien bei Einkauf und Logistik in Höhe von drei Millionen Schweizer Franken jährlich, „dank der komplementär gelegenen Back-Factory-Standorte“ könne Backwerk zudem in weitere deutsche Innenstädte vordringen. Nur „in einer äußerst geringen Anzahl“ werde es Schließungen einzelner Standorte geben; nämlich dort, „wo es Überschneidungen zu bestehenden Backwerk-Standorten gibt“, so Thiel. Konkrete Zeitangaben macht Valora keine. „Es wird sich aber um einen mehrjähriges Prozess handeln.“

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