Bad Salzdetfurth - In dem roten Backsteinbau am St.-Georgs-Platz wird kräftig gearbeitet. Einpacken und aussortieren steht an – das Bergbaumuseum bereitet sich auf seinen Umzug vor. Am 4. Dezember soll Eröffnung am neuen Standort sein. Pünktlich am Tag der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Doch während die Bauarbeiten im Salinengebäude reibungslos laufen, hat sich an anderer Stelle ein Problem aufgetan: bei den Finanzen. Denn für die Modernisierung der Ausstellung war ein Zuschuss vom Land eingeplant, den es nicht geben wird. Jetzt hoffen Stadt und Geschichtsverein auf Sponsoren.
200 000 Euro für Ausstellung
Zur Erinnerung: 2016 hatte der Stadtrat nach vielen Diskussionen entschieden, dass das Museum das sanierungsbedürftige Gebäude am St.- Georgs-Platz verlässt und stattdessen einen Teil des historischen Salinengebäudes am Kurpark bezieht. Die Immobilie gehört der Kreiswohnbaugesellschaft KWG und wird nach Fertigstellung des umfangreichen Ausbaus an die Stadt Bad Salzdetfurth vermietet. Die trägt die Finanzierung der modernisierten Ausstellung.
„200000 Euro kostet die neue Dauerausstellung, die mit Unterstützung der Universität Hildesheim konzeptioniert wurde“, sagt Bürgermeister Björn Gryschka. Die Ausstellung soll viele neue Attraktionen wie zum Beispiel einen befahrbaren Schacht bekommen. 50000 Euro stehen bereits im Haushalt bereit.
Absage vom Land
Der Löwenanteil sollte mit einer Förderung aus dem Landestopf für „kleine Kultureinrichtungen“ gedeckt werden. Dessen Ausrichtung war wie für das Bad Salzdetfurther Museum gemacht. „Aber weil es kaum Anträge dafür gab, hat das Land die Ausschreibung dafür geändert“, erzählt Gryschka. Die Folge davon sei gewesen, dass es viel zu viele Anträge gegeben habe. Also habe das Land noch einmal die Bedingungen geändert. „Am Ende haben wir 2019 eine Ablehnung für unser Vorhaben bekommen“, bedauert der Bad Salzdetfurther Verwaltungschef. Eine Absage, die ein großes Loch in die Finanzierung gerissen habe. Inzwischen wurden weitere Anträge auf öffentliche Fördermittel gestellt. Doch den Fehlbetrag werden die nicht abdecken. Deswegen macht sich der Geschichtsverein jetzt an die Arbeit, um Sponsoren zu gewinnen.
Mit einem Anschreiben und einer Museumsbroschüre wenden sich Johann Ludyga, Wilhelm Bode, Horst Bayer und Günter Stürmer in den kommenden Wochen an Unternehmen in der Region. „Mehrere Zusagen von im Stadtgebiet engagierten Firmen und Institutionen liegen bereits vor. Mit weiteren großen und kleinen Förderern laufen Gespräche“, freut sich Gryschka. Aber auch Privatpersonen werden um finanzielle Unterstützung gebeten. Die könnten zum Beispiel für jeweils 100 Euro einen der Stühle kaufen, die später für den Veranstaltungsbereich des Museums benötigt werden.
Politische Diskussion
Und was ist, wenn am Ende die fehlenden 150000 Euro nicht zusammenkommen? „Dann finden wir einen anderen Weg“, sagt Gryschka. Das Museum ziehe in jedem Fall um und werde auch im Dezember eröffnet. Möglichkeiten wären, die Neuanschaffungen auf mehrere Jahre zu verteilen oder den städtischen Anteil zu erhöhen. „Wir werden das politisch diskutieren“, kündigt Gryschka an.
Bürger, die das neue Museum unterstützen möchten, können sich an Projektleiter Mario Müller von der Universität Hildesheim, den Bad Salzdetfurther Geschichtsverein oder Bürgermeister Gryschka wenden. Die Kontaktdaten und eine Infobroschüre zum künftigen Aussehen der Ausstellung sowie weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Stadt ad Salzdetfurth (www.bad-salzdetfurth.de).
