Der Bund fürs Leben

Bald möglich: Heiraten in der Orangerie auf Schlossgelände im Kreis Hildesheim – da geht manchem das Herz auf

Kreis Hildesheim - Trauungen sind bald in der Orangerie auf dem Schlossgelände in Wrisbergholzen machbar. Paare können das markante Gebäude von anno 1840 ab Mai nutzen.

Standesamtliche Trauungen sind in der Kulisse der Orangerie am Schloss Wrisbergholzen in Kürze möglich. Foto: Julia Moras

Kreis Hildesheim - Für viele ist die Hochzeit der größte Tag in ihrem Leben. Für diese Ereignis wünschen sie sich eine ganz besondere Kulisse. In der Gemeinde Sibbesse gibt es dafür einen romantischen Ort, an dem man sich in auf dem Gelände des Schlosses Wrisbergholzen in längst vergangene Zeiten versetzt fühlt: Eine prächtige Kutsche scheint hier jeden Augenblick anzurollen. Solch eine Hochzeitskulisse bietet die Orangerie mit ihren Anfängen aus dem Jahr 1840, die zum beeindruckenden Gebäude-Ensemble mit dem Adelssitz derer von Wrisberg gehört. 60 Menschen etwa haben dort bei einer Trauung Platz.

Der Verein zur Erhaltung von Baudenkmalen in Wrisbergholzen ist Eigentümer der ein wenig versteckt gelegenen Orangerie mit ihren hohen Rundbogenfenstern, in der einst Zitruspflanzen und Orangenbäumchen überwinterten – und dort kann man künftig heiraten. Wer Einwohner der Kommune ist, zahlt dafür 72 Euro Gebühren. Ohnehin fällig sind stets 50 Euro für eine Eheschließung.

So viel kostet die Trauung

Brautpaare, die keine Bürger der Gemeinde Sibbesse sind, können das Bauwerk mit dem leicht-sakralen Touch in seinem Inneren ebenfalls mieten. Dafür sind 300 Euro an den Verein fällig, zudem erhebt die Gemeinde Sibbesse Gebühren in Höhe von 112 Euro. Wer eine Bewirtung zum Beispiel mit Kaffee und Kuchen wünscht, kann dies mit dem Verein als Gebäude-Eigentümer besprechen.

Dieses Jahr soll’s losgehen: Grundsätzlich sind standesamtliche Hochzeiten in der Orangerie von Mai bis September an jedem ersten Donnerstag möglich. Die kann zu diesem Zweck auch möbliert werden – etwa mit Stehtischen, so Ralf Buchholz, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Baudenkmale in Wrisbergholzen. Und: Auch im Freien könne eine Hochzeitsgesellschaft feiern, sagt Helmut Exner, Leiter des Sibbesser Standesamtes. Schon vor einige Jahrzehnten gab es Überlegungen, einen weiteren Ort als das Rathaus für Trauungen anzubieten, so Exner weiter. Er hatte die Idee, die Orangerie könnte sich dafür eignen.

184 Jahre alte Kulisse

Auch der Sibbesser Gemeindebürgermeister Hans-Jürgen Köhler zeigt sich erfreut, dass es nun dieses neue Angebot gibt. Er besiegelte dafür am Dienstag einen Vertrag mit dem Verein als Eigentümer. Durchaus stilecht: von Kerzen eingerahmt wurde der Kontrakt signiert.

Den Bund fürs Leben kann man also in Kürze an einem Schauplatz mit einer inzwischen 184-jährigen Historie schließen: Den ersten Hinweis auf die Errichtung eines Überwinterungshauses für Pflanzen liefert dem Verein zum Erhalt von Baudenkmalen in Wrisbergholzen zufolge ein Fundamentstein. Dieser wurde nach 1945 für den Bau eines kleinen Gewächshauses verwendet. Er trägt die Jahreszahl 1840 und die Initialen L. v. G. W. des damaligen Besitzers Louis von Goertz-Wrisberg.

Vermutlich gehörte der Stein zu dem ersten Wrisbergholzer Gewächshaus, dessen Standort und Größe erst durch einen Plan von 1859 überliefert ist. Wer genau hinschaut, kann die Jahreszahl unten an der Fassade der Orangerie heute immer noch ganz gut erkennen. Den größten Tag im Leben zu genießen, ist also an einem durchaus geschichtsträchtigen Ort möglich.

Und die alte Orangerie soll in diesem Jahr nicht nur für Hochzeitspaare attraktiver werden. Ziel ist, das Gewächshaus auf der rechten Seite des Gebäudes neu errichtet werden. Auch der Einbau einer Heizung, eine verbesserte Akustik und eine größere Toilettenanlage sind geplant. Voraussichtlich im kommenden Jahr könnten auch das Gewächshaus an der linken Seite der Orangerie gebaut werden. Dabei können die Organisatoren unter anderem auf EU-Fördergeld setzen. Dafür sorgt der Verein Region Leinebergland, der Antragssteller unterstützt: Fast 117.000 Euro fließen für die Wiederherstellung der Orangerie. Diese Aktion schlägt mit insgesamt etwa 170.000 Euro zu Buche.

So nehmen Paare Kontakt auf

Profitieren sollen am Ende eben viele Menschen von all den Plänen an diesem so gemütlichen Ort: Wer dort heiraten will, kann mit dem Sibbesser Standesamt online Kontakt aufnehmen. Zudem ist es unter den Nummern 0 50 65/801 25 oder -27 erreichbar.

  • Region
  • Kreis Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.