Marienburger Höhe

Pop-Up-Radweg in Hildesheim: Banner sollen nun den richtigen Weg weisen

Hildesheim - Zum Stadtradeln hat die Stadt auf der Marienburger Straße einen Radstreifen eingerichtet. Doch viele waren wegen der Baken irritiert. Nun hat die Stadt reagiert.

Mit diesen Bannern kaum mehr zu übersehen: Der Pop-up-Radweg hinter dem Klingeltunnel an der Marienburger Straße. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Einmal mit dem Fahrrad zügig vom Hauptbahnhof bis zur Marienburger Höhe radeln. Und hinter dem Klingeltunnel sogar eine eigene Radspur haben? Wovon viele Radler bislang nur träumen konnten, ist Wirklichkeit geworden. Zumindest für einen begrenzten Zeitraum.

Im Zuge der Aktion Stadtradeln ist auf der Marienburger Straße in Höhe der Einfädelungsspur aus der Struckmannstraße eine eigene Radspur bis zur Mellinger Straße eingerichtet. Radler, die aus dem Klingeltunnel kommen, werden nun auf die Fahrbahn geleitet und hinter der Ampel Mellinger Straße auf den Geh-/Radweg geführt.

Die Einfädelspur ist weg

Das heißt aber auch: Der Verkehr aus der Struckmannstraße in Richtung Süden hat zur Marienburger Straße keine Einfädelungsspur mehr. Er muss stoppen, die Geschwindigkeit ist auf 10 km/h begrenzt. Auf der Marienburger Straße selbst wird die Geschwindigkeit hier auf 30 begrenzt. Und der Parkstreifen ist gesperrt.

Eingerichtet wurde das Ganze zu Montag, 17. Mai, dem Auftakt des Stadtradelns. Am 6. Juni, zum Aktionsende, soll damit zunächst wieder Schluss sein. Bislang haben sich zum Stadtradeln übrigens 1360 Radler in 164 Teams angemeldet. Eine „wunderbare Radspur“ sei das, freut sich Radfahrerin Brigitte Cappelmann. „Es ist gut eingerichtet, gut beschildert, aber viele Radfahrer sehen offenbar eine ’Baustelle’ in dem Bereich und nutzen den Weg nicht“, so ihre Beobachtung.

Banner weisen auf Radweg hin

Die Stadtverwaltung hat auf die Kritik, dass der abgesperrte Fahrstreifen nicht als Radweg erkennbar sei, reagiert. Um das Angebot besser erkennbar zu machen, hat sie Banner mit der Aufschrift „Pop-up-Radweg“ an den Absperrbaken aufgehängt. Pop-up-Radweg deshalb, weil er zunächst nur für drei Wochen „aufploppt“ – und dann wieder verschwindet.

Gleichwohl hat die Idee eine Vorgeschichte: Schon 2019 hatte der Arbeitskreis Mobilität zur Förderung des Radverkehrs die Anregung gegeben. Begleitet wird der Versuch von der HAWK, die an mehreren Tagen den Verkehrsfluss beobachtet. Zudem wird das Geschehen an einem Tag aufgezeichnet. Datenschutzrechtliche Bestimmungen würden eingehalten, versichert die Stadt. Ob aus dem Provisorium einmal eine Dauerlösung wird, werde geprüft: „Grundsätzlich ist eine Neuaufteilung des Straßenraums in dem Bereich denkbar.“

„Es wird noch viel passieren“

Hildesheim sei seit einigen Jahren dabei, die Radinfrastruktur sukzessive zu verbessern und den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen, sagt Oberbürgermeister Ingo Meyer. „In den kommenden Jahren wird noch viel mehr diesbezüglich passieren.“

Das Stadtradeln sei dabei ein besonders öffentlichkeitswirksamer Baustein, denn die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Hildesheimer sehr motiviert seien, dabei mitzumachen. 2020 legten in Hildesheim 1744 Teilnehmer zusammen 335 618 Kilometer zurück.

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