Dorfwettbewerb

Deutscher Dorfrock-Meister: Barfelde feiert den Sieg – und macht sich Gedanken übers Preisgeld

Barfelde - Einen Pokal und 5000 Euro Preisgeld sicherte sich Barfelde bei der ersten Dorfrock-Meisterschaft, die der Sänger Remo ausgerufen hatte. Am Sonnabend feierten Einwohner und Helfer mit einem Remo-Konzert ihren Sieg. Und so soll über die Verwendung des Preisgelds entschieden werden. (mit Video)

Remo und seine Band spielen für die Helfer, die in Barfelde die Dorfrock-Meisterschaft auf die Beine gestellt haben. Foto: Andrea Hempen

Barfelde - Barfelde ist Deutscher Meister – im Dorfrock. 5000 Euro Preisgeld gibt es für den Sieger des vom Sänger Remo ausgerufenen Wettbewerbs. Elf Orte aus elf Bundesländern der Republik bewarben sich um den Titel und demonstrierten, was eine Dorfgemeinschaft auf die Beine stellen kann. Barfelde holt den Sieg nach Niedersachsen. Am Sonnabend feierten die Einwohner sich selbst. Organisator und Sänger Remo Hopf war mit seiner Familie dabei.

Ganz Barfelde feiert

„Wir haben das ganze Dorf und die Helfer eingeladen“, sagt Maik Zastrow, Hauptorganisator der Feier Anfang September und Ortsbrandmeister im Despetal. Damit auch alle etwas davon haben, wechseln sich am Sonnabend die Männer und Frauen am Bratwurststand vor dem alten Feuerwehrhaus ab. Dass Remo noch einmal in das Dorf bei Gronau kommen würde, hängten die Barfelder nicht an die große Glocke, um unter sich zu feiern. Und das taten sie. Immerhin stehen der Dorfgemeinschaft nun 5000 Euro Preisgeld zur Verfügung. „Was wir damit machen, wissen wir noch nicht“, sagt Zastrow. Im Ort werden Zettel verteilt, auf die die Bewohner ihre Vorschläge schreiben können. Danach wird entschieden.

Ende des Jahres, so Zastrow, schließt die Gaststätte im Ort und dann steht den Barfeldern kein Saal mehr zur Verfügung. „Vielleicht könnte man das Geld in ein Festzelt investieren“, überlegt er. Die Entscheidung aber wird im Team gefällt. Nach einer guten halben Stunde Live-Musik mit Songs wie „Tatsächlich Liebe“ und „Ich wär so gerne ich selbst“ bedankt sich Zastrow bei Remo für die Idee und für die nette Art des Künstlers. „Es gab keine Verträge, einfach einen Rückruf nach der Bewerbung. Das fand ich toll“, sagt Zastrow. Die Barfelder überreichen dem 63-jährigen Sänger, seiner Frau Marietta, Schwiegermutter Uschi und den Bandmitgliedern Körbe mit Spezialitäten aus der Region.

„Jeder Mensch zählt“

„Ich bin hellauf begeistert, dass Barfelde gewonnen hat. Es war eine hauchdünne Entscheidung“, sagt Remo, bevor er Pokal und Preisgeld überreicht. Auch wenn er am liebsten alle teilnehmenden Orte hätte siegen lassen. Der Wettbewerb zeige einmal mehr, dass jeder Mensch zählt. Was Dorfgemeinschaft bedeutet, habe der Künstler in seiner Kindheit in den Braunschweiger Ortsteilen Rautheim und Mascherode erlebt. Dort gebe es einen anderen Zusammenhalt als in Städten wie Berlin, wo der Musiker jetzt lebt. Damit der Titel auch bei den jüngsten Barfeldern präsent bleibt, hat Marietta Hopf für sie Turnbeutel bedrucken lassen und ihnen einen ganzen Karton davon überreicht.

Auf den Zusammenhalt in Barfelde kann man sich offenbar hundertprozentig verlassen. „Wenn wir etwas feiern, finden wir immer Helfer“, sagt Zastrow. Über eine App sind die Barfelder in der Vorbereitung für den Wettbewerb verbunden gewesen. „Das war toll, man wusste immer, wer was macht und konnte Ideen mitteilen“, sagt Anneliese Mensing, 77 Jahre alt. Viele ältere Frauen wie sie hätten sich mit einer Torte beteiligt.

Halloween-Lauf am 28. Oktober

Nach dem Dorfrock und der Meisterschaftsfeier steht am kommenden Sonnabend der Halloween-Lauf in Barfelde auf dem Programm. Wieder wird das ganze Dorf mitmachen. Die Ortschaft wird themengerecht geschmückt. Um 18.30 Uhr startet dann der Laternenumzug, um 20.30 Uhr folgt der Wettlauf der Kinder und ab 21 Uhr starten die Erwachsenen zu ihrem Lauf.

Man könnte sagen, Barfelde hält sich warm, um im kommenden Jahr den Meisterschafts-Titel zu verteidigen. „Nächstes Jahr müssen wir uns dann noch mehr anstrengen“, meint eine Einwohnerin. Und darauf freue sie sich schon.

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