Im Friesenstieg

Bastelladen in Hildesheim schließt zum Jahresende

Hildesheim - Einst betrieb die Familie Lange im Friesenstieg eine Buchbinderei, heute findet sich dort ein Bastelladen – und der schließt nun auch.

Eva Lange (links) berät eine Kundin, die nicht mit Namen genannt werden will. Foto: Wiebke Barth

Hildesheim - Ein Laden mit langer Geschichte wird aus dem Hildesheimer Geschäftsleben verschwinden: Der kleine Bastelladen im Friesenstieg schließt zum Ende des Jahres. Bis dahin läuft noch der Räumungsverkauf mit stark reduzierten Preisen.

Bastelfreundinnen nutzen die Gelegenheit, günstig Fimo, Fädelperlen oder Bastelheftchen zu ergattern. Zurzeit sei Papier für Weihnachtssterne besonders gefragt, sagt Chefin Eva Lange. Ihre Kundschaft ist größtenteils weiblich, „Männer kommen meist, um etwas für ihre Frauen zu kaufen“, sagt die Geschäftsfrau.

Familie Lange betrieb einst eine Buchbinderei in dem Haus

In dem Haus Friesenstieg 2 hatte die Familie Lange mehr als einhundert Jahre eine Buchbinderei betrieben. 1908 wurde sie von August Lange gegründet, ihm folgten weitere zwei Generationen nach. Zuletzt war Peter Lange Chef der Buchbinderei, seine Frau Eva kümmerte sich um den Bastelladen.

Als Peter Lange 2012 starb, führte Eva Lange nur das Bastelgeschäft weiter. „Es hat mir Spaß gemacht“, sagt sie. Waren keine Kunden im Laden, bastelte sie selbst gern. Die kleine Havaneser-Hündin Donna leistete ihr dabei Gesellschaft. Doch mit 66 Jahren hält Eva Lange die Zeit für den Ruhestand für gekommen: „Zuletzt hat es sich auch nicht mehr gelohnt“, erklärt sie.

Was hat der Eigentümer des Gebäudes mit den Räumen vor?

Ihre Stammkundinnen wurden älter und kamen nicht mehr, neue Kunden ließen sich kaum gewinnen. Die Konkurrenz durch das Internet und den Bastelladen in der Arneken-Galerie habe sich bemerkbar gemacht. Zudem sei am Standort des Geschäftes die Laufkundschaft deutlich weniger geworden, seitdem C&A den Eingang von der Friesenstraße geschlossen habe.

Der An- und Verkaufsladen nebenan hat schon Ende November geschlossen. Was der Hauseigentümer in Zukunft mit den Räumen vorhat, ist noch nicht bekannt.

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