Heinde - Wohnbebauung, neues Feuerwehrhaus, Schulweg – den Ortsrat Heinde trieben am Dienstag bei seiner ersten Online-Sitzung wichtige Themen um. Besonders unzufrieden waren die Kommunalpolitiker mit der Wohnraumsituation.
Viele Anfragen, kein Angebot
„Ob Mietwohnung oder Einfamilienhaus – was frei wird, ist auch schon wieder vergeben“, brachte es Ortsbürgermeister Kai Schwetje (SPD) auf den Punkt. Seit Jahren schon fordere das Gremium ein Neubaugebiet für den Ort. Die Zahlen sprächen für sich: Aktuell seien im Rathaus in Bad Salzdetfurth 62 Anfragen nach Bauplätzen in Heinde bekannt. Baulücken kämen für eine Bebauung nicht in Frage. Dabei gibt es in Heinde sogar immerhin 29 Stück davon. „Die meisten davon stehen nicht zur Verfügung“, so Schwetje. Es gebe aber vier mögliche Areale, die in Bauland umgewandelt werden könnten: Zwei befinden sich in Privatbesitz und die Besitzer hätten Ambitionen, eine Bebauung voranzutreiben. Zwei weitere Grundstücke befinden sich am Ortsausgang nahe der Grundschule. Schwetje hofft auf die interfraktionelle Arbeitsgruppe im Stadtrat, die sich um die Baulandentwicklung im Stadtgebiet kümmere.
Auch beim neuen Feuerwehrhaus könnte das Thema Baugebiet eine Rolle spielen. Dass Heinde dringend ein neues Feuerwehrhaus braucht, ist nicht nur unstrittig, sondern schon beschlossen. Im kommenden Jahr soll das Gebäude gebaut werden. Offen ist die Frage wo. Die Stadtverwaltung hat vorsorglich ein Grundstück unmittelbar an der Hauptstraße gegenüber dem kleinen Lädchen gekauft. Für dieses Areal als Standort sprechen sich die örtliche Feuerwehr und der Ortsbürgermeister ganz klar aus: Es sei zentral gelegen, biete ausreichend Platz. Markus Behme (SPD) wollte dem auch gar nicht entgegen sprechen. Dennoch bat er, bei der Überprüfung möglicher Standorte nicht nur durch die Feuerwehrbrille zu schauen. Ein weiterer Standort könnte beispielsweise am Ortsausgang Richtung Autobahn liegen. Die Autobahn sei ohnehin oft Ziel der Stützpunktwehr. Aber der Standort hätte weitere Vorteile, „wenn man ihn zusammen mit einem Neubaugebiet plant, das sicherlich bald kommt“, so Behme. Dann könnte das neue Feuerwehr-Areal als Schallschutz für die Wohnbebauung genutzt werden.
Feuerwehrhaus und Baugebiet?
Die wiederum würde Heinde hinter der bestehenden Bebauung in Richtung Am Seckelberg erweitern. Das Grundstück gehört ohnehin zu denen, die für ein mögliches Baugebiet in Betracht kommen. Aus Behmes Sicht hätte diese Option einen weiteren Vorteil: Der Schul- und Kita-Verkehr könnte aus der Ortsmitte heraus- und am Baugebiet von hinten an die Schule herangeleitet werden.
Die Entscheidung, wo das Feuerwehrhaus und Baugebiet angesiedelt werden, ist Sache des Stadtrates. Schwetje verwies darauf, dass noch nichts entschieden sei, sich die Fachausschüsse damit beschäftigen würden. Behmes Vorschlag löste allerdings Bedenken beim Ortsbürgermeister aus: „Das Baugebiet wird so schnell nicht kommen, das Feuerwehrhaus müssen wir aber 2022 bauen.“
Neue Verkehrsführung
Das Thema Schülerverkehr beschäftigte den Ortsrat ebenfalls. Wenn der neue Kindergarten an der Grundschule in Betrieb geht, wird das Verkehrsaufkommen in der Freiherr-von-Stein-Straße deutlich ansteigen. Deshalb soll es eine neue Verkehrsführung geben. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Schulstraße künftig als „echte“ Einbahnstraße in Richtung Hauptstraße auszuweisen und damit die Freiherr-vom-Stein-Straße zu entlasten. Der Radverkehr soll in der Schulstraße in beide Fahrtrichtungen erlaubt bleiben, auch die Freiherr-vom-Stein-Straße bleibt in beide Richtungen befahrbar. Zusätzlich könnte ein eingeschränktes Halteverbot mit zeitlicher Beschränkung beantragt werden. Der Ortsrat trägt diesen Vorschlag mit, die Entscheidung liegt bei der Straßenverkehrsbehörde.
