Kritik an Zurückhaltung

Baugebiet in Hildesheim-Neuhof: Ortsrat vermisst Fortschritte

Hildesheim/Neuhof - Der Ortsrat von Neuhof wartet darauf, dass es im Baugebiet Hafersiek weitergeht: Ringstraße, Beleuchtung, Senioren-Wohnen. Gibt es überhaupt einen Zeitplan?

Hildesheim/Neuhof - Wann wird die Anlage für seniorengerechtes Wohnen im Baugebiet Hafersiek in Neuhof gebaut? Wann wird die Ringstraße des Baugebietes fertiggestellt – und wann werden die Straßenlaternen angeschlossen? Antworten auf diese Fragen möchte der Ortsrat von Neuhof von der Immobilienfirma Lüder haben, die für die Erschließung des Gebietes verantwortlich ist. Das Gremium vermisst Fortschritte und machte das in der Sitzung am Mittwochabend deutlich.

Stadtverwaltung weiß auch nicht mehr

Wie die Ortsratsbeauftragte der Hildesheimer Stadtverwaltung, Ina Marose, den Kommunalpolitikern berichtete, habe die Firma Lüder bislang noch keinen Bauantrag für eine Seniorenwohnanlage bei der Stadt gestellt. Über den Zeitpunkt der Fertigstellung der Straße sowie den Anschluss der Straßenlaternen konnte Marose ebenfalls keine Angaben machen.

„Das finde ich gar nicht glücklich“

„Ein Zeitfenster wäre für uns schon interessant“, betonte Ortsbürgermeister Lothar Ranke (CDU). „Lüder hält sich da vornehm zurück, und das finde ich gar nicht glücklich“, fügte er hinzu. Ranke schlug vor, einen Vertreter der Firma zur nächsten Ortsratssitzung einzuladen.

Dieter Thoms (SPD) gab indes zu bedenken, dass die Beleuchtung doch möglichst zeitnah beziehungsweise vor Beginn der dunklen Jahreszeit angeschlossen werden sollte. Peter Justus (Unabhängige) stimmte zu. Auf seinen Vorschlag hin soll die Stadt deshalb auch zügig schriftlichen Kontakt zur Firma aufnehmen.

Zum Baugebiet Großer Kamp berichtete Marose, dass dort noch zehn Grundstücke zum Verkauf stehen. Sechs davon seien Erbpacht-Grundstücke. Für diese Flächen beginne jetzt eine zweite Vermarktungsrunde, bei der die Liste der zuvor festgelegten Zuteilungskategorien nun aufgehoben sei. „Es können sich nun also alle Interessenten bewerben“, stellte sie klar.

Im weiteren Verlauf der Sitzung befasste sich der Ortsrat mit der Neugestaltung der Verkehrsinsel auf der Neuhofer Straße. „Ursprünglich war dort einmal ein Rosenbeet und wir wollten dann eine Blühwiese“, stellte Thomas Kittel (Grüne) im Namen des Ortsrates fest. „Das ist dann wohl immer wieder vergessen worden“, fügte er hinzu. Kittel schlug vor, die Fläche nun mit Hilfe von Freiwilligen umzugestalten.

„Die Idee einer Patenschaft finde ich gut“, unterstrich Nina Vorlob (SPD). „Denn es kann nur noch schöner werden als es jetzt.“

Ranke stimmte zu. „Wir sollten dann aber auch einen Mindestzeitraum für eine solche Patenschaft festlegen“, meinte der Ortsbürgermeister. „Lasst uns aber zunächst einmal die Leute ansprechen und Ideen sammeln“, sagte er.

Diskussion über Querungshilfe

Im Blickpunkt der Sitzung stand auch eine sogenannte Querungshilfe für Fußgänger über die Mittelinsel der Robert-Straße im Bereich des Aldi-Marktes. „Dort gibt es zwar eine Brücke über die Straße, doch ich bin darauf hingewiesen worden, dass die meisten Menschen dort ohnehin über die Straße gehen“, so der Ortsbürgermeister.

Wie Marose berichtete, habe die Verkehrskommission bereits am 1. Juli über dieses Thema beraten, eine Querung jedoch abgelehnt. Aus Sicht der Kommission sei das Gefährdungspotential für Fußgänger dort zu groß, weil sie glauben könnten, bei einer solchen baulichen Umgestaltung Vorrang zu haben.

Michael Körber (AfD) verwies derweil auf die Gefährlichkeit einer Überquerung der Mittelinsel im jetzigen Zustand. Sie könne zu einer Stolperfalle werden. „Das ist grob fahrlässig“, meinte er.

Thoms gab zu bedenken, dass die vorhandene Brücke auch als Schulweg diene. „Wenn wir dort eine Querung anlegen, gehen auch die Schüler über die Straße“, sagte er. Dies halte er für zu gefährlich.

Ranke schlug schließlich vor, dass sich die Verkehrskommission erneut mit dem Thema beschäftigt.

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