Hildesheim - Lieber eine Wärmepumpe oder doch eine Gasheizung? Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, ja oder nein? Bei der Planung eines Neubaus oder bei der Sanierung eines Hauses geht es oftmals um genau diese Themen. „Die Menschen haben 1000 Fragen und irgendwer muss ihnen ja Antworten geben“, findet Frank Melchior, einer der drei Geschäftsführer des Energieberatungszentrums Hildesheims (ebz). Daher veranstaltet er gemeinsam mit seinem Team alle anderthalb Jahre die Messe „Schöner bauen, wohnen, leben“. Damit möchte das ebz-Team den Menschen dabei helfen, sich über Neuerungen rund um den Hausbau auf den aktuellen Stand bringen zu lassen. Sei es bei der Wärmeerzeugung oder auch der Dachdämmung.
Knapp 55 Firmen stellen sich am Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr in der Volksbank-Arena vor. Die Baumesse findet bereits zum fünften Mal in Hildesheim statt. Es seien dieses Mal viele Firmen dabei, die nicht mehr nur auf Neubauten spezialisiert sind, berichtet Melchior. Denn der Markt habe sich verändert. Aktuell liege der Schwerpunkt vieler Betriebe in der Branche auf der Altbau-Sanierung. „Wir sind extrem fortschrittlich in Hildesheim“, betont Melchior.
Nature Rooms zeigt eine Mooswand
Das sieht auch Jörg Tornau von der EVI so. Er stellt auf der Messe Interessierten den Ausbau des Fernwärmenetzes in der Stadt vor. „Aktuell haben wir vier Wärmenetze in Hildesheim“, erklärt der Fachmann für Wärmeversorgung. Aus diesen Netzen solle nun ein Großes werden. Gewonnen werde die Wärme mithilfe von Hackschnitzeln und künftig auch durch Klärschlamm. „Wir werden das noch ganz kräftig ausbauen“, kündigt Tornau an. Dadurch sei Hildesheim vollkommen auf die Zukunft ausgerichtet.
Die Baumesse bietet völlig neuen Ideen und Konzepten Raum. So stellt die Firma Nature Rooms eine lebende Mooswand aus. Diese würde durch Wasserdampf befeuchtet und soll für ein gutes Raumklima und eine bessere Luftqualität sorgen, sagt Stefan Franke. Obwohl das Unternehmen noch sehr jung ist, ist Franke schon jetzt von der Resonanz begeistert. Die Wand sei beispielsweise für Firmengebäude oder Hotels gedacht.
Gestiegenes Interesse an Alarmanlagen
Die Firma Preval hat einen speziellen Wassersparer für Wasserhähne entwickelt und präsentiert diesen nun ebenfalls auf der Messe. Damit erreiche man eine „Wassereinsparung von bis zu 70 Prozent ohne Komfortverlust“, wirbt Franziska Reimchen. Was natürlich auch nicht fehlen darf ist das Thema Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Die Nachfrage für Sicherheitstechnik sei in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen, berichtet Jörg Bethe von der Firma Elna. Vor allem in den ländlichen Regionen würden sich die Menschen zunehmend für Alarmanlagen interessieren.
Ebenfalls ein Dauerbrenner: Photovoltaikanlagen auf dem Dach. Doch auch hier sei der Aufklärungsbedarf groß, findet Milian Torres, Fachberater für erneuerbare Energien bei der Firma BSH Energie. Die Besucherinnen und Besucher haben das gemacht, was sich Melchior gewünscht hat: sich informieren und beraten lassen. Es seien viele interessante Aussteller dabei, finden Regina und Dirk Müller. Bei einem Haus würden ja immer mal wieder neue Projekte anfallen und da sei es gut, informiert zu sein, sagt Dirk Müller.
Von Luisa Weiß

