Baugebiet

Grüner Park und preiswertes Wohnen? So geht’s weiter am Hildesheimer Moritzberg

Hildesheim - Ende März will die Stadt eine neue Variante für eine Bebauung des Geländes an der Pappelallee vorstellen. Was genau geplant ist, was eine Umfrage unter Bürgern ergeben hat – und weswegen der Ortsrat bislang dagegen ist.

Blick auf das neue Baugebiet Moritzberg vom Dach der Polizei aus: rechts die Volksbank-Arena, links die Paschenhalle und daneben das neue Phoenix-Wohngelände. Hinten ragt die Christuskirche über der Kulisse hoch. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Die Ergebnisse einer Bürgerbefragung zum geplanten Baugebiet an der Pappelallee auf dem ehemaligen DJK-Gelände lesen sich wie eine Wunschliste von Ökologen und Klimaschützern: Mit großer Mehrheit haben die Teilnehmer für die Option gestimmt, lieber Mehrfamilienblöcke zu bauen, um dadurch eine große Fläche für eine Parkanlage zu gewinnen. Doch der Ortsrat Moritzberg hat noch große Bedenken aufgrund der Pläne, die zur Sitzung am 30. März öffentlich vorgestellt werden.

Drei Varianten hatte die Stadt als Optionen vorgestellt: von einer flächigen Bebauung über eine mittlere Staffelung mit Grünflächen bis zur Bauverdichtung auf wenige Gebäude und einer Renaturierung der freien Flächen.

Wunsch nach Parkanlage

Im Auftrag der Stadt Hildesheim hat das Architektur- und Ingenieurbüro Sweco neben der Planung auch eine Bürgerbefragung in den letzten drei Dezemberwochen vorgenommen, an der 278 Bürger teilgenommen haben. Erste Überraschung für den als im Durchschnitt ältesten Ortsteil Hildesheim: Die meisten Teilnehmer waren im Alten von 25 bis 34 Jahren. Möglicherweise ein Zeichen dafür, dass dem Moritzberg über kurz oder lang auch ein Generationenwechsel bevorsteht.

Und einen Mentalitätswandel, denn den meisten Teilnehmern ist wichtig, dass das neue Wohngebiet möglichst autofrei bleibt. Dafür plädieren viele für Carsharing-Angebote mit E-Ladesäulen und gemeinsam genutzte Lasträder. Schließlich liegen direkt im Anschluss zwei große Supermärkte. Auch der Anschluss an den ÖPNV ist gewünscht. Der Verzicht aufs eigene Auto wird also eindeutig bekundet.

Autofreies Wohngebiet

Klimaschutz und Naturnähe: Dass sind die beiden weiteren großen Themen auf der Wunschliste der Befragten. Die Gebäude sollen energieeffizient gebaut werden, für einige sei sogar der Anschluss ans Fernwärmenetz der EVI verbindlich zu regeln und die Grünflächen sollen zum einen einen natürlichen Schonraum bieten – aber auch der Naherholung dienen.

Und das heißt vor allem Spazierengehen, sich mit Freunden treffen und Orte zur Entspannung zu schaffen. Sportmöglichkeiten und Fitnessparcours spielen so gut wie keine Rolle für die meisten. Das neue Gebiet soll vor allem zum Wohnen für junge Familien geeignet sein. Das heißt auch, dass eine Kita dort gebaut werden sollte, auch Gastronomie wäre optimal und: Der Wohnraum selbst – ob Eigentum oder Miete – müsse bezahlbar sein, was das auch immer konkret heißt. Dazu weist die Umfrage keine Preisvorstellungen aus.

Preiswertes Wohnen

Doch der Ortsrat Moritzberg/Bockfeld hat eine Reihe von Bedenken gegen die von den Befragten bevorzugte Variante 3, teilt die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Ursula Oehlschläger (Bündnis 90/Die Grünen) auf Anfrage der HAZ mit. Sie begrüßt zwar grundsätzlich eine offensive Grünplanung, aber: „Das führt zu Geschosshöhen mit sechs bis sieben Etagen und einer Innenhofsituation in den Gebäudeklötzen. Das ist aber nicht mehr zeitgemäß.“

Daher lehne der Ortsrat die Variante 3 trotz der großen Zustimmung ab. „Wir wollen maximal eine drei- bis viergeschossige Bauweise“, sagt Oehlschläger. Hinzu komme das Thema Feuerwehrhaus an der Elze Straße, ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das baulich längst nicht mehr für die Belange der Wehr geeignet ist. In der Planung der Stadt sei ein Standort im neuen Wohngebiet mit direkter Zufahrt zur Pappelallee geplant, möglicherweise kombiniert mit dem Parkhaus.

Öffentliche Sitzung am 30. März

„Wir sind mit dieser Lösung nicht einverstanden und wünschen uns eigentlich einen Standort, der die Anwohner nicht so sehr durch Lärm und Fahrzeugverkehr belastet“, fasst Oehlschläger die Mehrheitsmeinung zusammen.

Klarheit erwartet sie nun zur Sondersitzung des Ortsrates am Mittwoch, 30. März, die als Hybridformat angeboten wird, in Präsenz im Rathaus oder online. Beginn ist um 18 Uhr, die Anmeldung erfolgt unter ob-buero@stadt-hildesheim.de. Weitere Themen sind der Hochwasserschutz, Baumfällungen und die Kanalarbeiten Beyersche Burg sowie die Fortsetzung der Straßenbauarbeiten in der Elzer Straße.

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