Lamspringe - Bei Lamspringe soll eine der größten Batteriespeicheranlagen Deutschlands entstehen: 60 Elemente, jedes so groß wie ein Container, sollen Strom speichern und die Netze stabilisieren. Dadurch wird die sogenannte Grundlast garantiert: die konstant benötigte elektrische Leistung in einem Versorgungsgebiet. Die Anlage gleicht Schwankungen im Bedarf aus und kann dadurch auch eine Rolle bei der Vorbeugung eines sogenannten Blackouts spielen, eines großflächigen Stromausfalls.
Einschließlich Grüngürtel so groß wie drei Fußballfelder
Das Speicherwerk ist am südwestlichen Ortsrand von Lamspringe geplant, neben der dortigen Feuerverzinkerei. Die eigentlichen Speicher werden laut Gemeindeverwaltung eine Fläche von knapp 16000 Quadratmetern bedecken, also mehr als zwei Fußballfelder. Dazu kommt Platz für eine dichte Begrünung rund um die Container, zusammengerechnet in der Größe eines weiteren Fußballfeldes. Die Gesamtfläche wird rund 22000 Quadratmeter umfassen. Das Speicherwerk wird eine Spitzenleistung von 130 Megawatt und eine Kapazität von 250 Megawattstunden haben. Es wird von der dort verlaufenden 110-Kilovolt-Stromleitung gefüttert.
Zum Vergleich: Der derzeit noch größte Batteriespeicher der Welt, der auf dem Gelände eines größtenteils stillgelegten Gaskraftwerks in Monterey County in Kalifornien steht, bringt es auf eine Leistung von 400 Megawatt bei einer Kapazität von 1600 Megawattstunden. In Kupferzell im Nordosten von Baden-Württemberg entsteht allerdings gerade eine Anlage, die diese Batterie noch übertreffen soll.
Die Gemeinde Lamspringe muss für das Projekt den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan „Industriegebiet Lamspringe“ ändern. Der Ausschuss für Bau und Entwicklung hat das bereits einstimmig befürwortet, so ist zu erwarten, dass die abschließende Abstimmung im Gemeinderat ähnlich einmütig verläuft.
Volumen von 70 Millionen Euro
„Die Speicher werden durch die Begrünung kaum zu sehen sein“, berichtet Bürgermeister Andreas Humbert, „das Landschaftsbild wird sich kaum verändern.“ Nach seinen Angaben hat das Großprojekt ein Finanzvolumen von rund 70 Millionen Euro.
Eine Gemeinschaft von Landeigentümern aus dem Gebiet ist laut Humbert wegen der Bauleitplanung an die Gemeinde herangetreten, den Bau übernimmt dann ein Investor. „Wir wollen die Planänderung möglichst schnell durchziehen“, erklärt der Bürgermeister. Wenn sich die Planung verzögere, entscheide sich der Investor womöglich noch für einen anderen Standort. Lamspringe sei aber wegen des Umspannwerks und der Stromtrassen ein gefragtes Terrain für solche Projekte. Wenn der Investor das Vorhaben in Lamspinge verwirklicht, profitiert die Gemeinde auch finanziell: Humbert rechnet mit nennenswerten regelmäßigen Gewerbesteuereinnahmen.
