Bockenem - Mehrere Produktionshallen beim Dichtungs-Hersteller Meteor werden nicht mehr mit Erdgas aus dem Netz, sondern mit Hilfe eines neuen Wärmespeichers beheizt. Die größte Anlage dieser Art im Landkreis Hildesheim ist jetzt in Betrieb gegangen. Das hat Andreas Lindenberg, Geschäftsführer der Bioenergie Ambergau GmbH als Betreiber des Speichers, auf HAZ-Anfrage bestätigt.
Gut für die CO2-Bilanz
Die siloförmige Anlage am Nordrand des Meteor-Betriebsgeländes hat ein Fassungsvermögen von 2000 Kubikmetern – das entspricht 2 Millionen Litern. Dieses Wasser wird mit Hilfe von Abwärme der nahen Biogasanlage auf 90 Grad erhitzt. Dieses Wasser wird wiederum mithilfe kleiner Übergabestationen durch die Heizungen der einzelnen Gebäude geleitet. „Inzwischen wurde das Wasser mehrmals auf 90 Grad hocherhitzt“, berichtet Lindenberg. „Die Technik funktioniert!“ Zwei weitere Gebäude sollen noch angeschlossen werden.
Mithilfe des Speichers kann Meteor fast seinen gesamten Betrieb heizen, ohne wie bisher Erdgas dafür einzusetzen. Durch die neue Anlage sinkt der Gasverbrauch des Automobil-Zulieferers etwa um ein Drittel, zudem verbessert sich die CO2-Bilanz. Als Brennstoff für die Produktion muss das Unternehmen allerdings weiter Erdgas nutzen. Im nächsten Winter soll der Wärmespeicher gleichwohl für eine deutliche Reduzierung des Gasverbrauchs bei Meteor sorgen.
Millionen investiert
Die Bioenergie Ambergau GmbH hat für die Speicheranlage bei dem Dichtungs-Hersteller rund 2,6 Millionen Euro investiert. Zum Gesamtkonzept gehört auch ein Freiflächen-Photovoltaikpark gleich nebenan, der unter anderem den Strom für die Steuerung der Wärmeanlage liefern soll. Unterdessen will das Unternehmen nun auch das Fernwärmenetz für Haushalte in Bockenem ausbauen.
