Nettlingen - Die Chancen, dass Nettlingen bald einen Nahversorger bekommt, stehen offenbar nicht schlecht. Wie Ortsbürgermeister Thomas Hein (SPD) in der Ortsratssitzung am Dienstag berichtete, komme es nun darauf an, dass aus der Ortschaft im Vorfeld 300 Genossenschaftsanteile à 100 Euro für den digitalen Supermarkt Tante Enso von unterschiedlichen Personen gezeichnet werden. Dies sei von sofort an unter nettlingen.tanteenso.de möglich.
Das Bremer Unternehmen MyEnso ist bundesweit vertreten und richtet in kleinen Orten, die keinen Nahversorger mehr haben, digitale Supermärkte ein. Diese haben an sieben Tagen in der Woche, jeweils 24 Stunden geöffnet. Auch Ottbergen hatte sich beworben, seine Bewerbung allerdings wieder zurückgezogen, weil es keine Rückmeldung gab. Nicht so in Nettlingen.
Die heiße Phase beginnt am 15. April
Die Anteile der Genossenschaftsmitglieder werden mit fünf Prozent verzinst und in einer Cash-Back-Funktion ausgezahlt. „Die heiße Phase der Werbung wird vom 15. April bis zum 14. Mai laufen“, so Hein. Im Vorfeld, am Donnerstag, 20. April, wird es in Nettlingen um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung in der evangelischen Kirche zum Thema geben. „Die Enso-Geschäftsführung wird dann das Modell vorstellen“, erklärt der Ortsbürgermeister.
Hein glaube, dass Nettlingen es schaffen wird, die Enso-Vorgaben zu erfüllen. „Das ist eine einmalige Chance, einen Nahversorger in den Ort zu bekommen. Eine zweite werden wir nicht bekommen“, so Hein.
Für eine bessere Infrastruktur könnten auch Ladesäulen in Nettlingen beitragen. Als geeignete Plätze böten sich die Flächen an Grundschule und Dorfgemeinschaftsraum, am Sportplatz und am künftigen Enso-Markt an. Diese Punkte meldete der Ortsrat auf Anfrage der Gemeinde Söhlde.
Für mehr Sicherheit
Auch das Thema Sicherheit stand auf der Tagesordnung des Gremiums. So wird gewünscht, dass die Straßenlaterne in der Mühlengasse mit helleren Leuchtmitteln ausgestattet wird. Außerdem sollen die Gehwege im Ort barrierefreier werden. An einigen Punkten soll es Absenkungen geben, damit das Überqueren mit Kinderwagen oder Rollator nicht so beschwerlich ist. Dazu gehört, dass auch auf der gegenüberliegenden Seite eine Absenkung geschaffen wird. Marienburger Straße/Lindenstraße wäre so ein Bereich.
Heller soll auch der Platz an der Mühlengasse werden. „Diesen Platz wollen wir aufwerten“, so Hein. Neben Tisch und Bank, soll eine Laterne installiert werden. „Wir wollen den Einwohnern einen Platz zum Verweilen anbieten“, sagte der Ortsbürgermeister. Damit die Statur Heinrich von Nettlingen im Dorfteich auch in der Dämmerung zu sehen ist, soll das Denkmal künftig angestrahlt werden. Mit der Junggesellschaft im Ort ist eine kostengünstige Lösung gefunden worden, dies umzusetzen.
Gute Noten von den Kindern
300 Euro Zuschuss bekommt wieder die Bücherei, die vornehmlich von Kindern frequentiert werde. Und eben diese Nutzer bescheinigten Nettlingen gute Noten, bei einer Kinderumfrage zum 1000-jährigen Bestehen der Ortschaft. „Ich freue mich, dass fast alle Kinder Positives über den Ort geschrieben haben“, so Hein. Anmerkungen, es fehlten ein Skateplatz- und ein Volleyballfeld, würden an die Sportvereine weitergeleitet werden. „Den Blick aus Kindersicht darf man nicht vernachlässigen“, so Hein.
Die Sitzung im Dorfgemeinschaftsraum begann mit einer Gedenkminute für Ulrich Bahlinger, der Ende des vergangenen Jahres verstorben ist. Bahlinger war von 2008 bis 2016 Mitglied des Ortsrates.
