Hildesheim - Erst waren es sieben Neuinfektionen im Ernst-Kipker-Haus der AWO. Am Donnerstagabend informiert die Gesundheitsbehörde des Landkreises Hildesheim, dass es mittlerweile 41 Bewohner mit der Bestätigung der Corona-Infektion gibt.
Das Heim hat 90 Plätze, davon 46- Einzel- und 22 Doppelzimmer. Unter den Bewohnern sind viele Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Wie sich die Infektionen verteilen, ist derzeit noch nicht bekannt, weil weder die AWO Hannover als Träger erreichbar ist und seitens der Heimleitung eine Auskunft erst am Freitag erfolgen wird.
14 Mitarbeiter in Quarantäne
14 Mitarbeiter aus dem Pflege- und Hausteam sind ebenfalls positiv getestet und müssen in häuslicher Quarantäne bleiben. Dadurch dürfte es höchstwahrscheinlich einen extremen Engpass im Personal der Einrichtung geben. Was noch dadurch erschwert werden dürfte, dass unter den strengen Bedingungen, die nun im Heim gelten, der Arbeitseinsatz deutlich größer ausfallen dürfte.
Der Hildesheimer Landkreis hat in seiner Corona-Statistik zunächst noch gemeldet: In einem Seniorenheim in der Stadt gibt es aktuell sieben bestätigte Neuinfektionen bei den Bewohnern, sieben weitere beim Pflegepersonal. Dann folgte die Bestätigung: Diese Fälle sind im Ernst-Kipker-Haus der AWO in Hildesheimer Stadtteil Himmelsthür aufgetreten.
Beginn am 18. Oktober
Das bestätigt AWO-Pressesprecherin Sabine Schmitz. Und sagt zum chronologischen Ablauf der Ereignisse: „Es war am vergangenen Sonntag, am 18. Oktober, als eine Bewohnerin unseres Hauses leichte Erkältungssymptome zeigte. Das war für uns Anlass, die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen noch einmal deutlich hochzufahren und etwa dafür zu sorgen, dass das Pflegepersonal nur noch mit FFP2-Masken arbeitet.“
Inzwischen alle Bewohner und Beschäftigten getestet
Die am Montag sofort durchgeführten Tests unter den Bewohnern und zunächst den Mitarbeitern, die sich in engerem Kontakt mit der erkrankten Bewohnerin oder mit ihr in Verbindung stehenden Personen befunden haben könnten, brachte am Nachmittag die ersten bestätigten positiven Befunde. „Wir haben zudem sofort einen zusätzlichen Kreis von Mitarbeitern testen lassen“, so Schmitz, „die diese Kontakte nur eventuell und nicht unmittelbar gehabt haben könnten.“ Die Leitung des Hauses habe alle Fälle erfassen wollen. Wie sich nun gezeigt hat, die richtige Entscheidung.
Inzwischen wurden vom Gesundheitsamt ausnahmslos alle im oder am Haus Beschäftigten getestet, sagt Schmitz. Den infizierten Senioren gehe es bislang den Umständen entsprechend gut, „sie haben mit leichten Erkältungssymptomen zu tun, aber mehr war bislang nicht festzustellen. Zum Glück.“ Im Haus gelten bis auf weiteres verschärfte Sicherheitsmaßnahmen und ein striktes Betretungsverbot für Angehörige.
Schutzkleidung von anderen Einrichtungen hilft der AWO
„Wir sind jetzt vor allem froh, dass wir ausreichend Schutzmaterial, von Handschuhen bis hin zu speziellen Anzügen, organisieren konnten“, sagt Schmitz. Das sei gar nicht so einfach gewesen, „deshalb sind wir froh, dass uns andere Einrichtungen da spontan und sehr solidarisch unterstützt haben“.
Die personellen coronabedingten Ausfälle seien ein weiteres Problem. Das hatte Schmitz noch mitgeteilt, als bekannt wurde, dass sieben Mitarbeiter als infiziert getestet wurden. „Wir sind wie verrückt dabei, Schichten hin- und herzuschieben und Dienstpläne zu schreiben.“ Nun sind es bereits doppelt so viel der Mitarbeiter. Dabei hatte die Einrichtung erst jüngst Anstrengungen unternommen, um auf dem leer gefegten Pflegermarkt neue Kräfte gewinnen zu können.
