Berlin/Hildesheim - Der Betreiber der Hildesheimer Arneken Galerie hat sein größtes deutsches Einkaufszentrum verkauft. Der französische Konzern Klépierre veräußerte den „Boulevard Berlin“ an den Frankfurter Immobilien-Riesen Dunman Capital Partners und den britischen Investor York Capital Management. Die Transaktion markiert sowohl für Klépierre selbst als auch für Einkaufszentren insgesamt einen Strategiewechsel. Die Arneken Galerie oder aber das gesamte deutsche Portfolio von Klépierre betreffe das aber nicht, heißt es aus dem Konzern. Vielmehr gehe es in Berlin um spezielle Pläne.
Und da kommt Dunman ins Spiel. Das Unternehmen hat seinen Fokus auf den Umbau großer Einkaufszentren gelegt. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass viele Shopping-Center für die künftigen Bedürfnisse des stationären Einzelhandels zu groß ausgelegt sind. Die oberen Etagen sollen laut Dunman stattdessen für Büroflächen, Räume für Logistik-Unternehmen oder sogar Wohnungen entstehen. Dafür sind allerdings massive und kostspielige Umbauten nötig.
Neues Geschäftsmodell
Die stehen nun auch im Boulevard Berlin an – doch Klépierre will offenbar die Kosten nicht selbst stemmen. Stattdessen verkaufen die Franzosen die Immobilie, bleiben aber Betreiber des Einkaufszentrums. Damit leitet Klépierre den Einstieg in ein neues Geschäftsmodell ein, das Vorstandschef Johan Caspar Bergenthal gern ausbauen will. Das sogenannte „Drittgeschäft“, in dem Klépierre zwar vor Ort aktiv ist, aber nicht – wie derzeit im größten Teil seiner Einkaufszentren – auch das Gebäude besitzt. Der Konkurrent ECE zum Beispiel agiert meist nach diesem Konstrukt, besitzt die Flächen, auf denen er Einkaufszentren betreibt, oft nicht.
