Vor Gericht

Betrunken ein Wohnhaus im Kreis Hildesheim angezündet? Prozess vertagt

Alfeld/Hildesheim - Ein 23-Jähriger soll in Alfeld im Juli 2025 Feuer gelegt haben. Laut Anklage zündelte er in der Wohnung seiner Ex-Freundin. Der Prozess um den Mann wurde am Dienstag in Hildesheim vertagt. Der Grund und wie es nun vor Gericht weitergeht.

Ein Justizbediensteter löst die Handschellen des Angeklagten im Hildesheimer Gerichtssaal. Foto: Chris Gossmann

Alfeld/Hildesheim - Hellgrauer Pullover, eine Tätowierung am Hals, gegelte dunkle Haare – so sieht der kräftige junge Mann aus, der am Dienstagmorgen mit gefesselten Händen in den Saal 147 des Hildesheimer Landgerichts geführt wird. Zwei Justizbedienstete begleiten den 23-Jährigen, der am 27. Juli 2025 in einem Wohnhaus in der Alfelder Kalandstraße Feuer gelegt haben soll. Zum Prozessauftakt vor der Strafkammer 11 fehlt jedoch die Verteidigerin des wegen schwerer Brandstiftung Angeklagten. Die Anwältin Adriana Djuric ist krank, die Verhandlung muss vorerst ausgesetzt werden.

Der Angeklagte will auf Nachfrage des Gerichts klären, ob ihn möglicherweise ein anderer Anwalt verteidigen wird. Der Mann war am 11. September 2025 festgenommen worden. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Diese darf in der Regel laut Gesetz nicht länger als sechs Monate dauern, daher sollte nun die Verhandlung beginnen. Staatsanwalt Dennis Blum pocht darauf, dass der Prozess weitergeht – wenn nötig, auch mit einer Vertretung der Anwältin.

Schock erlitten

Geplant ist, die Verhandlung an drei Tagen in diesem Monat fortzusetzen. Die 11. Strafkammer prüft, ob bei dem zur Tatzeit 22-Jährigen Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht angewendet wird. Vernommen werden sollen die 19-jährige Ex-Freundin des Angeklagten und deren Mutter. Beide erlitten durch den Brand einen Schock.

Laut Staatsanwaltschaft war der erheblich alkoholisierte Angeklagte durch ein Fenster in die Wohnung seiner 19-jährigen Ex-Freundin eingedrungen, das Paar war zerstritten – in der Wohnung soll er dann am Vormittag des 27. Juli gezündelt haben.

Wichtige Einschätzung der Sachverständigen

Der Mann alarmierte der Staatsanwaltschaft zufolge selbst die Feuerwehr, die ein Übergreifen des Feuers auf weitere Gebäude verhinderte. Das Wohnhaus mit zwei Wohnungen ging jedoch in Flammen auf. Der Schaden beträgt etwa 150.000 Euro.

Vor Gericht spielt auch die Einschätzung zweier medizinischer Sachverständiger eine wichtige Rolle. Dabei geht es um die Frage, ob der Angeklagte zur Tatzeit möglicherweise vermindert schuldfähig war. Der Prozess soll am 13. Januar vor dem Hildesheimer Landgericht fortgesetzt werden. Weitere Termine sind am 15. und 16. Januar (jeweils 9.30 Uhr).

 

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