Hildesheim - Ein evakuiertes Gebäude, 21 Einsatzkräfte und ein glücklicher Umstand, der den Rettern in die Karten spielte: Die Feuerwehr hat am Samstagabend einen Brand in einem Wohnhaus in der Oststadt gelöscht.
Der Alarm ging um 20.36 Uhr bei der Leitstelle ein. Noch während die Berufsfeuerwehr auf dem Weg zu dem Mehrfamilienhaus in der Roonstraße war, gab es weitere Hinweise, dass sich noch Personen in dem Gebäude befinden. Umgehend wurden daraufhin weitere Rettungskräfte alarmiert.
Entscheidend: Kellertür war geschlossen
Als die ersten Feuerwehrleute um 20.38 am Brandort nahe der Kreuzung Immengarten/Goslarsche Straße ankamen, sahen sie nicht nur vier Bewohnerinnen und Bewohner, die bereits auf der Straße vor dem Gebäude standen, sondern bemerkten auch den Rauch im Keller. „Entscheidend war, dass die Tür zum Kellerabgang geschlossen war“, schildert Einsatzleiter Frank Pieper, „dadurch war das Treppenhaus so gut wie rauchfrei.“ Die Rettungskräfte konnten sich also zunächst darum kümmern, die zehn Anwohner, darunter Erwachsene und Kinder, die sich noch in ihren Wohnungen befanden, nach draußen zu bringen.
Anschließend rückten die Retter unter Atemschutz in den Keller vor. Darüber, was genau in dem Keller in Brand geraten war, machten Feuerwehr und Polizei auf Nachfrage keine Angaben. Nach HAZ-Informationen standen drei Kinderwagen in Flammen. Die Feuerwehr konnte den Brand allerdings schnell löschen und lüftete das Gebäude anschließend durch.
Bewohner durften nicht zurück
Doch das Feuer hatte weitere Folgen: Da sich sowohl die Elektrik sowie eine Gasleitung in unmittelbarer Nähe des Brandortes im Keller befinden, wurde in dem Haus Strom und Gas abgestellt, die insgesamt 14 Bewohnerinnen und Bewohner konnten nicht in ihre Wohnungen zurück. Sie mussten sich einen anderen Schlafplatz für die Nacht suchen, etwa bei Bekannten oder Familienmitgliedern. „Die Bewohner waren alle einsichtig und haben sich gekümmert“ berichtet Pieper. Wann sie wieder zurück können, werde die Hausverwaltung mit den Mietern klären, erklärte ein Polizeisprecher am Sonntag.
Für Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Wehren aus Achtum und Einum war der Einsatz um 21.55 Uhr beendet. Neben ihnen waren auch zwei Rettungswagen, ein Notarzt sowie die Polizei im Einsatz. Zur Brandursache konnte ein Polizeisprecher am Samstagabend noch keine Angaben machen. Brandermittler werden sich frühestens Montag den Tatort anschauen und versuchen, die Ursache zu klären. Der Sachschaden liegt laut Polizei im mittleren vierstelligen Bereich. Die Roonstraße blieb für die Zeit des Einsatzes voll gesperrt.
Zeugen, die Hinweise zu dem Vorfall geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0 51 21 / 939-115 bei der Hildesheimer Polizei zu melden.
