dpa-Umfrage

Blick aus Hildesheim auf andere Städte: Wie hell wird es trotz Energiekrise diesmal im Advent?

Hildesheim/Hannover - In Hildesheim ist eine Entscheidung über die Weihnachtsbeleuchtung in der Energiekrise gefallen. Ein Blick über den Tellerrand: Wie gehen andere niedersächsische Städte damit um?

Weihnachtsbeleuchtung verbraucht Strom – ist der Verbrauch in diesen Zeiten gerechtfertigt? Foto: Archiv

Hildesheim/Hannover - Ob festliche Innenstadtbeleuchtung oder Weihnachtsmärkte – angesichts der Energiekrise denken Kommunen in Niedersachsen und Bremen über Einsparmöglichkeiten nach. Komplett auf vorweihnachtlichen Lichterglanz wollen die wenigsten Städte verzichten, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Allerdings wird die Beleuchtung vielerorts später ein- und früher wieder abgeschaltet als in den Jahren zuvor. Auch Eisbahnen stehen zur Disposition oder sind bereits gestrichen. In Hildesheim steht der Kurs fest.

So hat sich Celle dazu entschieden, in diesem Jahr auf die traditionelle Eislaufbahn vor dem Schloss zu verzichten. „Wir hatten eigentlich gehofft, dass wir nach zwei Jahren Corona-Pandemie die Eislaufbahn wieder aufbauen zu können“, sagte Claudia Krause, Pressesprecherin der Stadt. Zuletzt hatten Schlittschuhläufer 2019 dort ihre Runden drehen können.

Celle noch unschlüssig

Wie die Adventsbeleuchtung in der Celler Innenstadt aussehen werde, sei noch nicht konkret entschieden. „Wir werden versuchen, eine winterliche und weihnachtliche Atmosphäre herzustellen, vermutlich mit einer zeitlichen Beschränkung.“ Bei der Entscheidung seien das Bedürfnis der Menschen nach Licht in der kalten und dunklen Jahreszeit und die Energiekrise zu berücksichtigen. „Wir werden einen Kompromiss finden“, sagte sie.

Stade dagegen wird voraussichtlich komplett auf die Winterbeleuchtung in der Altstadt verzichten. „Entschieden ist es noch nicht, aber die Tendenz geht dahin“, sagte Frank Tinnemeyer von der Marketing und Tourismus GmbH. Dies betreffe sowohl den beleuchteten Weihnachtsschmuck in den Bäumen als auch die Leuchtgirlanden über den Straßen. Allerdings werde der Weihnachtsmarkt für Stimmung sorgen.

Oldenburg: Nur sechs Stunden Leuchten

In Oldenburg geht man einen anderen Weg: Dort ist vorgesehen, die Dauer der Adventsbeleuchtung auf sechs Stunden am Tag – von 16 bis 22 Uhr – zu verkürzen. Damit soll der Energieverbrauch um 70 Prozent gesenkt werden, wie ein Sprecher der Stadt mitteilte. Im vergangenen Jahr waren die Lichter 17 Stunden täglich eingeschaltet. Bereits vor rund zehn Jahren hatte die Stadt die Weihnachtsbeleuchtung auf energiesparende LED-Elemente umgestellt.

Auch Bremen setzt LED-Leuchten ein. In diesem Jahr werde die Winter- zeitgleich mit der Weihnachtsbeleuchtung erst am 20. November angestellt, sagte Jens Ristedt, Vorsitzender der City Initiative Bremen. Spätestens am 31. Januar wird sie wieder ausgestellt. In der vergangenen Saison brannte sie von Ende Oktober bis Ende Februar. Wie in Oldenburg werden die Beleuchtungszeiten am Tag auf sechs Stunden verkürzt. So werde eine Balance zwischen weihnachtlichem Ambiente und Energiesparen in diesen schwierigen Zeiten gefunden, sagte Ristedt.

Goslar: Nachts geht das Licht aus

Beim Weihnachtswald in Goslar wird auch Energie gespart: Statt die Lichter wie üblich die ganze Nacht leuchten zu lassen, werden sie zwischen 23 und 5 Uhr ausgestellt, wie Marina Vetter von der Goslar Marketing GmbH sagte. „Da wo wir Energiesparpotenziale sehen, werden wir sie auch ausnutzen.“ Allerdings mache der Weihnachtswald und seine Beleuchtung in den fünf Wochen seines Betriebs nur einen Bruchteil der Energiegesamtkosten der Stadt aus.

Wolfsburg spart ebenfalls. Es sei ein Konzept erarbeitet worden, das eine Einsparung von bis zu 50 Prozent vorsieht, sagte Frank Hitzschke, Bereichsleiter Citymanagement. Ziel sei, auch mit einer geringeren Zahl an Elementen für eine ansprechende Beleuchtung der Innenstadt zur Weihnachtszeit zu sorgen. Beim Konzept werde seit vielen Jahren großer Wert auf Nachhaltigkeit und einen möglichst geringen Energieverbrauch gelegt. „Seit der Einführung der neuen Beleuchtung für den Innenstadtbereich und kompletten Umrüstung auf modernste LED-Technik wird im Vergleich zur alten Weihnachtsbeleuchtung mit Glühlampentechnik bis zu 90 Prozent weniger Energie verbraucht.“

von dpa

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