Sarstedt - Das Wasser glitzert in der Sonne – doch im Freibad ist niemand. Denn ein Feuer hat die Technik des Innerstebads in Sarstedt komplett lahmgelegt. Aus noch ungeklärter Ursache war das Feuer am Sonntag in einem etwa sechs Meter langen Schaltschrank ausgebrochen – laut Betriebsleiter Ewald Thielebürger Herzstück der Anlage, das sich in einem Technikkeller befindet. Matt gesetzt wurde die Schaltzentrale des Bads – also die gesamte Steuertechnik für die Wasseraufbereitung. Damit ist die Badesaison in dem Kombibad jäh beendet. Deren Abschluss war eigentlich am Sonntag, 14. September, geplant.
Die Feuerwehr war am Sonntag gegen 10.30 Uhr zur Stelle, der Einsatz wurde erst am Montag bekannt. In dem Schwimmbad, dessen Freigelände mehr als 60 Jahre alt ist, wurden bis zum Vormittag etwa 350 Gäste gezählt. Das Publikum musste das Bad sofort verlassen. Noch am Montag war leichter Brandgeruch im Hallenbad wahrnehmbar. „Eine böse Überraschung“, sagt Thielebürger mit Blick auf das Feuer. „Es wäre schön gewesen, die Saison bei diesem tollen Wetter am kommenden Sonntag zu beenden.“ Doch der Brand machte einen Strich durch die Rechnung.
Laut Feuerwehr gab es bei diesem eine starke Rauchentwicklung. Feuerwehrleute bekämpften unter Atemschutz und mit einem Sonderlöschmittel die Flammen. 85 Einsatzkräfte aus Sarstedt, Ruthe, Giften und Schliekum waren laut Stadtbrandmeister Jens Klug zur Stelle, auch die Berufsfeuerwehr Hildesheim wurde nach Sarstedt beordert. Der Einsatz war um 13.20 Uhr beendet.
Offen ist, ob der Schaltschrank wieder in Gang gesetzt werden kann oder ausgetauscht werden muss. Der Fall wird der Stadt zufolge von der Versicherung überprüft. Ein Gutachter soll der Brandursache auf den Grund gehen. Zudem wird eine Fachfirma die Technik unter die Lupe nehmen, so Thielebürger. „Wir müssen sehen, welchen Schaden der Brand angerichtet hat“, sagt Christoph Neuber, Fabereichsleiter bei der Stadt Sarstedt.
Bislang 139.000 Besucher
Abgesehen von dem Feuer mit bislang unabsehbaren Folgen zieht Neuber angesichts der jüngsten Saison eine positive Bilanz. Knapp 139.000 Menschen hatten das Bad bis Ende August besucht. Im August waren es 24.000 Nutzerinnen und Nutzer, im verregneten und recht kühlen Juli zählte die Stadt 21.000 Gäste. 2024 waren es insgesamt 152.200 Menschen. Im Hitzesommer 2019 registrierte die Verwaltung 168.000 Besuchende. Der bisherige Monats-Rekord wurde im Juli 2019 erreicht – damals sind 26.500 Menschen gewesen. „Da wollen wir wieder hin“, sagt Neuber.
In den den kommenden Wochen soll das Hallenbad aus dem Jahr 1978 wieder fit gemacht werden, um es möglichst im Oktober wieder zu eröffnen, dann soll auch die Sauna funktionieren. Überdies sollen Arbeiter die Freibadanlage winterfest machen. Dazu werden unter anderem die Sonnenschirme und Liegen entfernt, die Wasserleitungen entleert und die Wasserzufuhr abgeriegelt. Frostschutzmittel wird ebenfalls verwendet, erläutert Thielebürger. Diese Aktion soll bis zum Monatsende dauern.
Stabile Preise
Die Eintrittspreise (6,50 Euro fürs Tagesticket für Erwachsene, Kinder-Tickets kosten drei Euro) sollen bleiben, wie sie sind. Mittelfristig sollen die Karten online erhältlich sein. Auch die Zusammenarbeit mit der DLRG, um das zehnköpfige Personal zu verstärken, soll weitergehen.
Und wer will, kann sich schon mal einen Termin für kommenden November vormerken. Am 29. November soll der Saunatag in der adventlich gestalteten Sauna erneut Besucher anlocken. Bereits im vergangenen Jahr sei die Nachfrage gut gewesen, so Stadtmanagerin Andrea Satli. Deshalb die Neuauflage.


