Torfhaus/Hildesheim - Im Touristenort Torfhaus im Oberharz ist am Sonntag das Ausflugslokal Halali in Brand geraten. Die Polizei in Goslar bezifferte den Sachschaden in einer ersten Schätzung auf 2,5 bis 3 Millionen Euro.
Zur Ursache lagen am Sonntag noch keinerlei Angaben vor, das Feuer war gegen 10.30 Uhr gemeldet worden. Etwa 90 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Der Brand ereignete sich einen Tag vor der unter Auflagen genehmigten Wiedereröffnung der Restaurants, die wegen der Corona-Krise seit Wochen geschlossen sind. Die Ferienhäuser werden aber am Montag planmäßig gemäß der Hygieneauflagen wieder geöffnet.
Küchenteam konnte sich retten
Der Hildesheim Frank Wodsack zählt zu denjenigen, die vor sieben Jahren das Tourismusprojekt Harzresort ins Leben gerufen haben. Das Restaurant ist dabei eines der Herzstücke, um Harzbesuchern einen angenehmen gastronomischen Rahmen zu bieten, beschreibt Wodsack das Konzept.
Die Nachricht, dass das Halali ein Opfer der Flammen geworden ist, habe ihn am Sonntagvormittag wie einen Schock getroffen. Ein Stein vom Herzen sei ihm aber gefallen, als er gehört hat, dass niemand zu Schaden gekommen ist: „Unser Küchenteam war gerade dabei, das Lokal für die Öffnung am Montag vorzubereiten.“ Als der Brand bemerkt wurde, seien alle, die im Gebäude waren, schnell nach draußen geflohen.
Hildesheimer Lüder-Gruppe als Hauptgesellschafter
Doch weshalb der Brand ausgebrochen ist, kann auch Wodsack, einer der insgesamt fünf Gesellschafter des Harz-Tourismus-Projektes, nicht sagen. „Unser Geschäftsführer Tom Hüttenmeister ist vor Ort. In jedem Fall können wir bereits jetzt den rund 90 Einsatzkräften unseren Dank aussprechen“, sagt Wodsack.
Die Torfhaus Harzresort GmbH ist 2013 nahe der kleinen Ortschaft Altenau mit seinen sechs Einwohner als Investor im Oberharz eingestiegen und hat zunächst ein Hotel und eine Ferienhausanlage mit 21 Häusern eröffnet. Bereits seit 2006 ist die GmbH aber als Investor aufgetreten, als die Hildesheimer Geschäftsleute Delf Neumann und Dirk Meder dort ihre Bavaria Alm eröffnet haben und zusätzlich später von der GmbH die Almhütte gepachtet hatten. Da es aber wirtschaftlich nicht so lief, wie sie es erhofft hatten, wurden sich die beiden Geschäftsleute 2014 schnell mit der Harzresort GmbH handelseinig, die die Gastronomie wieder übernommen hat, die Almhütte komplett saniert und unter dem Namen Halali weitergeführt hat.
Nachhaltiger Tourismus
Doch nun hat seine Gesellschaft nach dem Shutdown durch Corona einen zweiten herben wirtschaftlichen Schlag erlitten, sagt er: „Wir müssen erst einmal den Sachstand vor Ort klären und werden uns dann besprechen, wie wir weiter vor gehen werden.“ Eines jedenfalls sei schon klar: „Das ist eine Katastrophe.“
Leuchtturmprojekt im Naturschutzgebiet
Doch die Gesellschafter werden sich nicht entmutigen lassen, ist Wodsack sich sicher: „Wir haben hier für den Tourismus im Oberharz ein Leuchtturmprojekt geschaffen, das in den vergangenen Jahren immer stärker nachgefragt wurde.“ Besonders stolz ist er auch auf die „gelungene Nachbarschaft“ mit den Anliegern, dem Nationalpark Harz, der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld und dem Landkreis Goslar.
Im Internet gebe es sehr viel positive Rückmeldung, freut sich Wodsack über den Zuspruch. Allerdings habe es auch zwei, drei gehässige Kommentare auf Facebook gegeben.
Hasskommentare auf Facebook
Nachdem der Geschäftsführer Tom Hüttenmeister aber umgehend rechtliche Schritte angekündigt hatte, seien die von den Verursachern gleich wieder gelöscht worden: „Die Drohung hat gewirkt. So etwas muss geahndet werden, wenn es rechtswidrig ist.“ Doch vor allem widmen sich die Gesellschafter nun der Frage wie es weitergeht und warten auf die Ergebnisse der Brandermittler.


