Hildesheim - Im ehemaligen Tanzpalast in der Senkingstraße hat es am Sonntag gebrannt. Knapp 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz, dieser zog sich insgesamt über sieben Stunden hin. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen – die Beobachtungen der Feuerwehr deuten auf fahrlässige Brandstiftung hin.
Der Tanzpalast steht seit längerem leer, dem Vernehmen nach halten sich Obdachlose in dem Gebäude auf. Ein Passant hatte aus diesem gegen 6 Uhr Rauch aufsteigen sehen und die Polizei informiert, diese verständigte daraufhin die Berufsfeuerwehr.
Sie rückte zügig in die Senkingstraße aus – und forderte nach ihrem Eintreffen wegen der Größe des Gebäudekomplexes Verstärkung an, weshalb auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Sorsum und Himmelsthür dazukamen. Später stießen noch die Wehren aus der Stadtmitte, vom Moritzberg und aus Itzum dazu, auch drei Mitglieder der Werkfeuerwehr von Bosch waren vor Ort.
Personen im leerstehenden Gebäude?
Die Ursache des Qualms war schnell ausgemacht: In einem Nachbartrakt des Hauptgebäudes brannte Abfall, Einsatzleiter Marcus Illemann sprach gegenüber der HAZ von einem „meterhohen Müllberg“.
Der war zwar binnen einer Stunde gelöscht – doch das Feuer war für die Retter nicht das größte Problem: Sie hatten auf der Straße zwei Personen angetroffen, die sich beim Ausbruch des Brandes in dem Gebäudekomplex aufhielten, aber noch rechtzeitig ins Freie flüchten konnten. Es sei auch ein dritter Mann dabei gewesen, hieß es. Doch der sei wohl weggelaufen.
Gleichwohl konnten die Feuerwehrleute nicht ausschließen, dass sich weitere Menschen in dem Gebäudekomplex aufhielten. Die Suche gestaltete sich schwierig. Denn der einstige Tanzpalast ist groß und verwinkelt, in den Geschossdecken klaffen Löcher. Die waren zudem schlecht zu sehen, denn das Gebäude war komplett verqualmt. „Die Lage war sehr unübersichtlich, der Einsatz heikel“, berichtete Illemann – schließlich bestand die Gefahr, dass Feuerwehrleute ebenfalls in Gefahr geraten könnten.
Damit der Rauch abziehen konnte, wurden vier Türen aufgebrochen, die nach draußen führen. Die Feuerwehr installierte zwei Lüfter, die Werksfeuerwehr von Bosch stellte ein weiteres Gerät mit größerer Leistung zur Verfügung. Gegen 13 Uhr konnte Illemann den Einsatz beenden: Weitere Personen wurden nicht entdeckt, alle Feuerwehrleute blieben trotz der widrigen Verhältnisse unverletzt.
Die Männer, die sich zuvor im Tanzpalast aufgehalten hatten, kamen ebenfalls mit dem Schrecken davon. Die Polizei nahm ihre Personalien auf. Zur Höhe des Sachschaden konnte sich die Feuerwehr nicht äußern, Einsatzleiter Illemann hält den Gebäudekomplex für abbruchreif. Die Polizei kündigte für den weiteren Verlauf des Sonntags gegenüber der HAZ eine Pressemitteilung an.
Die Feuerwehr ist nach wie vor in der Senkingstraße im Einsatz – wie lange noch, ist aktuell unklar.
Weitere Informationen folgen.

