Bett unter dem Sternenhimmel

Besonderes Bubble Hotel: Weltneuheit bei Lamspringe geplant

Lamspringe/Irmenseul - Übernachten auf eine ganz besondere Art: Das verbirgt sich hinter dem Bubble Hotel, das in Irmenseul bei Lamspringe geplant ist. Der Bürgermeister ist begeistert, doch er bekommt auch deutliche Kritik zu hören.

Ein Pärchen sitzt vor seiner „Bubble“ auf Bali – das soll bald auch in Irmenseul bei Lamspringe möglich sein. Foto: ©istock/Christopher Moswitzer

Lamspringe/Irmenseul - Im beschaulichen Örtchen Irmenseul bei Lamspringe ist eine Touristenattraktion geplant, die es bisher in Deutschland nur vereinzelt gibt – laut Initiator Tobias Nkoulou aus Hannover wird die Anlage in Irmenseul in ihrer besonderen Konstellation sogar eine Weltneuheit sein.

Entstehen soll ein „Bubble Hotel“ mit wenigen durchsichtigen Zelten oder eben Blasen, so die deutsche Übersetzung von Bubble. Einzelne solcher Zelte sind in der Eifel und im Bayerischen Wald buchbar. Die Idee: In der Blase sollen die Gäste dem Sternenhimmel und der Natur so nah wie möglich sein. Nkoulou hält sich mit Details noch bedeckt. Er zeigt sich erfreut über positive Zeichen des Landkreises Hildesheim als Genehmigungsbehörde, will aber Genaueres erst berichten, wenn das Projekt endgültig genehmigt ist. Nur so viel verrät er jetzt schon: „In der Art, wie wir das Bubble Hotel planen, ist uns weltweit nichts Ähnliches bekannt.“

Protest formiert sich

Die Anlieger in Irmenseul sind bisher allerdings alles andere als begeistert von dem Projekt. In dem kleinen Dorf formiert sich Protest. Die Befürchtungen: Die Landschaft könnte verschandelt werden, der Autoverkehr zunehmen, der Blick auf die Irmensäule, das Wahrzeichen des Ortes, künftig beeinträchtigt sein – denn das Bubble Hotel ist auf einem Grundstück in der Nachbarschaft der Säule geplant.

Gemeindebürgermeister Andreas Humbert will am kommenden Freitag bei einem Treffen vor Ort versuchen, den Anliegern die Befürchtungen zu nehmen. „Das wird ja keine riesige Hotelanlage“, betont er, „und die Auswirkungen halten sich in Grenzen.“ Der Bürgermeister ist mit Nkoulou schon seit einiger Zeit im Kontakt. Humbert bekennt: „Ich bin Feuer und Flamme für das Projekt.“ Er hatte vorher in Absprache mit dem Hannoveraner schon zwei andere Standorte im Blick. Doch an denen hätte sich das Projekt nicht verwirklichen lassen. „Nötig sind ja zum Beispiel ein Strom- und Wasseranschluss“, erläutert Humbert.

„Absolute Frechheit“

Dass der Plan durch den Protest noch wie eine Seifenblase platzt, ist unwahrscheinlich. Damit rechnen weder Humbert noch Nkoulou. Derweil kocht der Ärger in Irmenseul hoch. „Der Blick aus Harbarnsen, Netze oder Woltershausen auf die Irmensäule wird dann wohl in Zukunft von futuristischen Bubbles geprägt“, meint ein Kritiker in einem Kommentar zu dem Projekt auf Facebook. „Eine absolute Frechheit, hier die Bürger nicht zu informieren.“ Die hätten von dem Bubble Hotel eher beiläufig bei einer Ortsbegehung erfahren.

Bürgermeister Humbert räumt auf Anfrage ein, er habe die Irmenseuler vielleicht eher beteiligen sollen. Doch das Projekt habe längst nicht die befürchteten Dimensionen, betont er. „Das wird kein Massentourismus“, sagt auch Nkoulou. „Ganz im Gegenteil: Die Gäste sollen mitten im Grünen die Natur erleben, das Geräusch des Windes hören. Sie sollen auch nichts von ihrem Nachbarn mitbekommen.“ Der Hannoveraner baut gerade das Startup-Unternehmen Hotel.Spotting auf, das Übernachtungen an unterschiedlichen ausgefallenen Orten vermittelt – vom Baumhaus bis zum Turm. Das Bubble Hotel ist ein Angebot, das er in eigener Regie plant. Er hofft, dafür auch noch die Irmenseuler zu gewinnen. „Letztlich sollen alle von dem Projekt profitieren.“

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