Hildesheim - Was gibt’s Neues, Katharina? Eine einfache Frage und zack, bin ich in die Falle getappt. Denn Freundschaften, so lese ich gerade online, haben in unserem Alter weniger mit gemeinsamen Aktionen und mehr mit Catch-up-Culture zu tun. Ketchup? Hä? Dahinter steckt das Bedürfnis, etwas aufzuholen, wieder im Bilde zu sein.
Während man Freundinnen früher jeden Tag in der Schule sah, ist gemeinsame Zeit heute neben Job, Familie und Verpflichtungen deutlich rarer gesät. Schafft man es dann alle paar Wochen, sich zu treffen, muss man sich erstmal wieder auf Stand bringen – und bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein von all dem berichten, was seit dem letzten Treffen passiert ist.
Töpfern statt Status-Update
Dadurch, so lese ich aber, geht einiges verloren. Denn ruckzuck sind zwei Stunden um, und eigentlich hat man sich gegenseitig nur erzählt, wer alles genervt hat, und was sonst so schiefgelaufen ist. Neue Erinnerungen schafft das nicht.
Alle Freundinnen permanent auf dem neuesten Stand zu halten, klingt nach einem Vollzeitjob. Dazu hat man im Alltag ja erst recht keine Zeit. Was ist also die Lösung? Zusammen was Schönes erleben, statt die gemeinsame Zeit nur für Status-Updates zu nutzen. Also, was meinste, Katharina? Wir beide beim Töpferkurs oder Blumenbinden? Ich erzähl dir auch nicht, wie mein letztes Wochenende war. Versprochen!
In der HAZ-Kolumne „Unter uns“ schreiben sich Katharina Brecht und Julia Haller zu Themen, die sie bewegen.
